Interview mit der Texterin Purtext

Stellen Sie sich bitte kurz vor und beschreiben Sie, was Sie motiviert hat, bei content.de aktiv zu werden.

Ich heiße Patricia und verdiene seit über 20 Jahren mein Geld mit dem Schreiben von Texten. Bis 2017 war ich Freiberuflerin und spezialisiert auf Werbung und Ghostwriting. Daraus resultieren zahlreiche Buchveröffentlichungen. 2010 habe ich mich kurz nach dem Start der Plattform bei content.de registriert und lange Zeit die Chance genutzt, in allen Textsorten fit zu bleiben. content.de war quasi meine Weiterbildungsplattform für das Thema Webseite-Content. Vor einiger Zeit brauchte ich eine Pause vom Schreiben, meldete mich bei content.de ab und führte auch meine Selbstständigkeit nicht weiter. Stattdessen mache ich jetzt etwas komplett anderes und bin auch sehr glücklich damit. Da Schreiben aber nun einmal meine Berufung zu sein scheint und ich es doch mehr vermisst habe als zunächst gedacht, habe ich mich im Januar 2019 mit content.de in Verbindung gesetzt und meinen Account erneut freischalten lassen. Seit gut 14 Tagen bin ich wieder fleißig dabei, allerdings natürlich nur in meiner Freizeit.

Planen Sie Ihren Text-Output?

Orientieren Sie sich an einem monatlichen Zielverdienst oder schreiben Sie nur, wenn es Aufträge zu Ihren Lieblingsthemen gibt?

Ich habe keinen monatlichen Zielverdienst und nehme grundsätzlich nur Aufträge an, die mich interessieren, wenig Zeitaufwand erfordern und halbwegs anständig vergütet werden. Da ich jahrelang sehr viel Geld mit dem Texten verdient habe (ab 250 €/Seite aufwärts), ist content.de finanziell gesehen nicht attraktiv für mich. Es bleibt aber eine gute Möglichkeit, auf dem neuesten Stand zu bleiben und einen netten Nebenverdienst einzufahren.

Gab es Stolpersteine? Falls ja, welche und wie sind Sie damit umgegangen?

Ja, die gab es und wird es auch in Zukunft geben. Es kommt vor, dass Auftraggeber in ihrem Briefing die Anforderungen an den Text falsch formulieren und dann eine zeitintensive Korrektur verlangen. Das hatte ich letztens erst, als ein Auftraggeber laut Briefing in dem zu erstellenden Text bestimmte Verständnisfragen geklärt haben wollte, die Umsetzung ebendieser Vorgabe dann aber bemängelte, weil die Leser dieses Hintergrundwissen ja schließlich schon hätten. Es folgte eine Revision mit – in meinen Augen–vollständig anderen Vorgaben als im Erstbriefing. Der Text hätte komplett neu geschrieben und sehr viel intensiver recherchiert werden müssen. Aufgrund der Vergütung lehne ich so etwas ab und passe dann den vorhandenen Text, so weit es möglich ist, an. Dies hat dem Auftraggeber nicht gereicht, so dass er den Text abgelehnt hat. content.de hat jedoch eine faire Kulanzlösung gefunden. Grundsätzlich kann beim Briefing mal etwas schiefgehen. Es ist kein Problem für mich, dann auch nachzubessern. Aber auch hier macht der Ton die Musik. Wenn kein bisschen Einsicht beim Auftraggeber vorhanden ist, dass sein Briefing einfach nicht deutlich genug war und dann der Text kritisiert wird, der nach seinen ursprünglichen Vorgaben erstellt wurde, sinkt meine Bereitschaft für entsprechende Verbesserungen deutlich. 

Wie lange hat es gedauert, bis Sie Ihre ersten Direct-Orders erhalten haben? Wie konnten Sie die Auftraggeber für sich gewinnen?

Das kann ich gar nicht mehr sagen, das ist zu lange her. Meistens haben mich Auftraggeber nach meinem ersten Text dann für weitere Texte direkt beauftragt. Aktuell schreibe ich gerade mal seit knapp zwei Wochen wieder bei content.de. Bis jetzt habe ich eine persönliche Anfrage erhalten und ein Auftraggeber hat den Wunsch geäußert, dass ich künftig alle seine Texte schreiben möge. Ob daraus was wird, muss sich erst noch zeigen. 

content.de bietet diverse Möglichkeiten, um als Texter auf sich aufmerksam zu machen, zum Beispiel: Selbstdarstellung mittels Autorenprofil, Teilnahme an Ausschreibungen (Schwarzes Brett), das Einreichen von Themenvorschlägen, Nachfassen bei Open-Order-Kunden etc. –

Was ist aus Ihrer Sicht am effektivsten, um Stammkundschaft über content.de aufzubauen?

Wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich, dass die Qualität der Texte überzeugen muss. Allerdings bin ich kein Maßstab, da ich ja nicht hauptsächlich hier schreibe, weil ich (finanziell) muss, sondern weil ich will. Von daher mache ich mir aktuell eher wenig Gedanken darüber, wie ich Stammkunden anziehen könnte. Wenn jemand Stammkunde werden möchte, gut. Wenn nicht, auch gut. 

Sind Ihnen Fehler bei der Bewerbung um Aufträge unterlaufen? Gibt es etwas, das Sie zukünftig anders handhaben würden?

Was im Gegensatz zu früher anders ist: Dass ich nicht mehr um jeden Preis gefallen will. Früher habe ich – selbst bei grober Unhöflichkeit des Auftraggebers – sehr viel Zeit und Arbeit in die Texte investiert, damit der Kunde wirklich zufrieden ist. Das hat manchmal für ganz schöne Bauchschmerzen gesorgt. In Fällen wie dem schon erwähnten (unzureichendes Briefing mit massiven Änderungswünschen, die zudem nicht sonderlich freundlich geäußert werden) hätte ich früher die Zähne zusammengebissen und noch einmal von vorne angefangen. Nicht wegen des Geldes, sondern wegen meines Dienstleistungsverständnisses. Heute hat sich dieses Verständnis etwas gewandelt, ich achte mehr darauf, dass es für beide Seiten fair ist, lasse also meine eigenen Bedürfnisse und Werte nicht mehr außer Betracht. Aber natürlich investiere ich auch weiterhin Zeit und Arbeit in jeden Text, schließlich möchte ich ja, dass meine Texte gefallen – nur eben nicht mehr um jeden Preis.

Welche drei Tipps haben Sie für einen Texter, wenn er bei content.de richtig durchstarten möchte? 

Um richtig durchstarten zu können, braucht es gute, möglichst fehlerfreie Texte, die überzeugen. Und das Kundenfeedback ist hier sehr hilfreich. Dinge, die dem Kunden nicht gefallen haben, sollten – sofern die Punkte zutreffend waren – dazu führen, an sich zu arbeiten. Man muss aber auch die Fähigkeit haben, bestimmte Kritiken an sich abprallen zu lassen. Das ist immer dann der Fall, wenn die Kritik überhaupt nicht zutrifft. Aber um das einschätzen zu können, braucht es Erfahrung. Und da hilft nur: schreiben, schreiben, schreiben. 

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One thought on “Interview mit der Texterin Purtext

  • 22. Juli 2019 at 10:21
    Permalink

    Freedom´s just another word …

    Liebe Patricia,

    wirklich erfrischend, was Du an Einsichten/Kommentaren zur Arbeit als Texterin hier oder woanders äußerst. Interessant, einmal die Sicht einer „Aussteigerin“ und „Rückkehrerin“ zu erhalten. Ich glaube auch, dass content.de wie andere Plattformen so etwas wie ein geschlossenes System ist, dessen Regeln man oft lange unhinterfragt akzeptiert (wenn auch mit Mulm). Motto: Andere Kunden gibt es hier eben nicht. Die bedanken sich nicht für einen langen, interessant formulierten Text, oft zu hanebüchenen Themen, sagen wir, „F…Date Castrop-Rauxel“; sondern hauen bei einer Revision gleich drauf, gerne mit Kleinschreibung beginnend: „so gefällt mir das noch nicht“. Wenn man sich Distanz leisten kann, sieht man klarer, kann sich dann aber auch auf die netten, höflichen Kunden konzentrieren, die es ja auch gibt.

    Danke für das Interview und viel Freude bei weiteren Aktivitäten!
    Bea

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