Der Content-Marketing-Lifecycle: ein Erfolgsmodell

Content-Marketing-Cycle

Erfolgreiches Content-Marketing braucht eine durchdachte Strategie. Es erschöpft sich nicht in punktuellen Maßnahmen, einzelnen Kampagnen oder Beiträgen. Deren Wirkung ist rasch verpufft. Wenn Sie online dauerhaft Aufmerksamkeit erregen wollen, sollten Sie sich und Ihr Unternehmen immer wieder ins Gespräch bringen bzw. dafür sorgen, dass andere es tun.

Das beste Beispiel für gelungenes Share of Voice ist der Automobilhersteller Audi: Fast 20 % des gesamten Online-Gesprächsaufkommens im Bereich Automotive kann die Marke für sich verbuchen! Das zeigt: Wollen Sie Ihr Produkt oder Projekt rundum erfolgreich vermarkten, müssen Sie in puncto Social Media gut aufgestellt sein und Ihre Content-Marketing-Strategie stetig optimieren.

Die einzelnen, wiederkehrenden und -anstehenden Schritte veranschaulicht der sogenannte Content-Marketing-Lifecycle. Dieser stellt ein Modell dar, das alle Stufen des erfolgreichen Content-Marketings schematisch abbildet. Die konkreten Maßnahmen, die in den einzelnen Phasen zu ergreifen sind, müssen jeweils individuell festgelegt werden.

Es werden verschiedene Versionen des Content-Marketing-Lifecycle-Modells propagiert, die sich hinsichtlich der Anzahl und Abfolge der Schritte unterscheiden. Ein paar wesentliche Gemeinsamkeiten haben all diese Modell-Varianten jedoch gemeinsam. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengefasst, denn mit dem Content-Marketing-Lifecycle sollte sich jeder beschäftigen, der auf Content-Marketing setzt.

 

Kurbeln Sie Ihren Kreislauf an!

Erfolgreiches Content Marketing läuft kontinuierlich. Es beginnt nicht erst mit der Content-Produktion und endet längst nicht mit dem Platzieren des produzierten Contents auf Ihrer Website.

Es reicht nicht, guten Content zu produzieren und ihn dann seinem Schicksal zu überlassen. Im worst case fristet er ein Schattendasein – verloren im WWW, wie bestellt und nicht abgeholt. Sie müssen sich auch darum kümmern, dass seine Adressaten ihn finden, Aktualisierungen vornehmen, reagieren, ggf. Fragen von Usern beantworten, die Inhalte weiterentwickeln.

Apropos guter Content: Gut ist Web-Content grundsätzlich nur dann, wenn er zielgruppengerecht aufbereitet wurde.

Wollen Sie das Content-Marketing von Anfang an professionell angehen, beginnt die Arbeit schon im Vorfeld der Content-Produktion, nämlich bei der Analyse Ihrer Zielgruppe(n) bzw. ROI (Region of Interest). Letztere gibt Ihnen Auskunft darüber, wo Sie Ihren Content am besten platzieren und welche Kanäle Sie dafür nutzen. Vorbereitung ist alles!

 

1. Grundlagenforschung und Monitoring

Definieren und analysieren Sie Ihre Zielgruppe und machen sich ggf. mithilfe von Kundenprofilen (Buyer Personas) ein genaues Bild Ihres idealtypischen Kunden bzw. Konsumenten.

Je mehr Sie im Vorfeld über Ihre Zielgruppe, deren Bedürfnisse und ihr Kommunikationsverhalten herausfinden, desto gezielter können Sie für diese relevanten Content in ihrer Sprache produzieren und an geeigneter Stelle platzieren. Ermitteln Sie außerdem, welche Form von Content Ihre Zielgruppe bevorzugt konsumiert – oft ist ein Content-Mix (Blogbeiträge, Fotos, Videos, Infopapers, Gewinnspiele etc.) die beste Lösung.

Legen Sie fest, welche Ziele Sie erreichen wollen und analysieren Sie, wo Sie, Ihre Marke oder Ihre Produkte im Wettbewerb stehen (Ist-Soll-Analyse). Neben ausführlichen Erhebungen vor dem Start Ihrer Content-Marketing-Aktivitäten steht das fortlaufende Monitoring (Überwachen) des Prozesses.

 

2. Themen und Keywords definieren

Setzen Sie sich intensiv damit auseinander, was Ihr Produkt oder Projekt einzigartig macht und wer es wo wie sucht. Welche Lösung für welches Problem können Sie potentiellen Interessenten anbieten? Planen Sie Beiträge, die Antworten auf häufig gestellt Fragen im Zusammenhang mit Ihrem Angebot geben. Ermitteln Sie mithilfe von CRR-Analysen wichtige Keywords, finden heraus, welche bereits von der Konkurrenz stark besetzt sind und welche noch nicht, nutzen die Erkenntnisse für Ihre Marketing-Strategie und definieren relevante Themenbereiche. Die Themenfindung und -eingrenzung ist essentiell für das weitere Vorgehen.

Machen Sie sich Gedanken darüber, was die User beschäftigt. Statt platte werbliche Inhalte unters Volk zu bringen, sollten Sie auf Qualitätscontent setzen, der für Ihre Zielgruppe attraktiv ist und diese an Ihr Unternehmen bindet. Stellen Sie einen detaillierten Plan auf, welche Inhalte Sie wann veröffentlichen möchten.

 

3. Content-Produktion

Nun gilt es, die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse zu nutzen, um passgenauen Content zu produzieren. Sofern Sie keine eigenen Kapazitäten dafür haben: Beauftragen Sie kreative Köpfe mit der Content-Produktion. Wichtig: Geben Sie zwecks optimierter Content-/Texterstellung unbedingt möglichst viele der Informationen zur Zielgruppe weiter. Legen Sie eine Tonalität und die gewünschte Leseransprache fest. Ein ausführliches Briefing der Texter ist das A und O für Content, der den Wunsch-Leser bzw. Konsumenten erreicht. Bereiten Sie den Content für unterschiedliche Medien jeweils adäquat auf.

 

4. Content-Promotion und -Distribution

Rühren Sie die virtuelle Werbetrommel, frei nach dem Motto: Schaffe Gutes und sprich darüber! Sie haben viel Arbeit und Ressourcen in die Vorstudien und die Kreation Ihres Contents gesteckt. Sorgen Sie dafür, dass dieser Aufwand sich auszahlt und machen beispielsweise bei Twitter, Facebook und Co. darauf aufmerksam, was es auf Ihrer Firmen-Homepage Neues gibt.

Scheuen Sie sich nicht, auch weniger umfangreiche Beiträge zu promoten: Je öfter Sie Beiträge posten, desto mehr User erreichen Sie. Diese werden im Idealfall zu Stamm-Lesern und sorgen – entsprechend hochwertige Inhalte mit Mehrwert vorausgesetzt – dafür, dass sich Ihr Content generisch, das heißt, auch ohne Ihr Zutun, im Netz weiterverbreitet.

Bewegen Sie Ihre Community bzw. Fans und Follower dazu, Ihre Inhalte zu teilen, zu kommentieren und zu liken.

Bedenken Sie: Wer ernten will, muss säen. Streuen Sie Ihren Content gezielt, nutzen Sie Netzwerke und promoten den Content anderer. So profitieren Sie von Kontakten, ggf. Backlinks, pushen den Bekanntheitsgrad Ihres eigenen Contents und können sich als Experte für den zuvor definierten Themenbereich etablieren.

 

5. Evaluation und Optimierung

Das Wichtigste ist geschafft: Sie haben Ihren Content gut platziert und gewinnen User für User, haben sich bereits eine kleine, treue Fanbase aufgebaut. Sie denken, jetzt, da Ihre Content-Strategie aufzugehen scheint, können Sie sich entspannt zurücklehnen und diese wird zum Selbstläufer? Weit gefehlt! Jetzt heißt es: dranbleiben. Evaluieren Sie Ihre (ersten) Maßnahmen gründlich und ziehen Bilanz: Welche neuen Kenntnisse haben Sie gewonnen, was konnten Sie daraus lernen? Was funktioniert gut und wo gibt es noch Optimierungsbedarf?

Bleiben Sie flexibel und nehmen ggf. Modifikationen Ihrer Strategie vor. Passen Sie einzelne Punkte innerhalb des Prozesses an. Führen Sie Statistiken über Seitenzugriffe und nutzen geeignete Evaluations-Tools, um Schwächen aufzudecken und langfristig zu beheben sowie falsche Annahmen zu revidieren. Der Erfolg misst sich an Ihren in Schritt 1 festgelegten Zielen: z. B. Lead-Generierung, mehr Klicktraffic, bessere Platzierung in den Rankings der Suchmaschinen und/oder Erhöhung der durchschnittlichen Verweildauer der Besucher auf Ihrer Website, höhere Verkaufszahlen.

 

6. Content-Recycling

Second Hand und Premium-Qualität – wie passt das zusammen? Ganz einfach: Indem Sie wertvollen, bereits vorhandenen Content neu aufbereiten und für jede Bedarfsgruppe angemessen präsentieren, erhöhen Sie die Zugriffsrate und sorgen dafür, dass Inhalte leichter zu konsumieren sind – ein echter Gewinn und ein Zeichen von zielgruppengerecht platziertem Qualitätscontent. Eine umfangreiche Studie können Sie beispielsweise splitten und in mehreren Teilen veröffentlichen – oder die Ergebnisse in einem Video, als Infographik, pdf-Datei zum Download o. ä. präsentieren. Eine bestimmte Information können Sie in diversen Darstellungsformen verpacken, zum Beispiel auch als Post komprimieren. Es spart Zeit und Aufwand, einmal erstellten Content wiederholt zu verwenden oder sich darauf zu beziehen.

Im Printbereich gilt: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern; auch im Internet ist die Halbwertzeit von Content aufgrund der Fülle neuer Inhalte kurz. Sie können jedoch einiges dafür tun, den Lebenszyklus Ihrer Inhalte zu verlängern.

Wie bereits angesprochen: Sorgen Sie dafür, dass andere Ihre Inhalte teilen, verlinken und kommentieren. Bleiben Sie außerdem selbst am Ball, retweeten und reagieren Ihrerseits. Ein langer Atem und das Resharing von Content als lebensverlängernde Maßnahme zahlen sich aus, da jedes Teilen von Inhalten einen neuen Zyklus startet.

Beachten Sie diese Tipps, wird Ihre Content-Marketing-Strategie zu einer runden Sache!

 

3 thoughts on “Der Content-Marketing-Lifecycle: ein Erfolgsmodell

  • 17. August 2015 at 11:45
    Permalink

    Hallo!

    Vielen Dank für den umfangreichen Artikel, der mir anschaulich gezeigt hat, an welcher Stelle des „Mosaiks“ wir arbeiten. Immer mal über den Tellerrand der täglichen Produktion zu blicken, tut gut. Freue mich auf weitere Artikel dieser Serie!

    Gruß, Bea

  • 25. August 2015 at 17:43
    Permalink

    Hallo,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag. Besonders Punkt 6 müssen wir noch weiter beachten und vorallem anwenden.

    Liebe Grüße
    Anett

  • 1. September 2015 at 11:32
    Permalink

    Guter Artikel über den Content-Kreislauf, der mir klar aufgezeigt hat an welchen Stellen es für uns noch Weiterentwicklungspotential gibt. Danke.

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