Effizienter schreiben – Teil 2

Der Spaß am Schreiben ist bei Auftragsarbeiten mehr Voraussetzung als alleiniger Motivationsgrund. Das Geldverdienen rückt in den Vordergrund und damit auch der Wunsch, das eigene Schreiben effizienter zu gestalten. Nur wie?

 

Stil, Kernaussage, Zusammenarbeit: Mit gutem Ausdruck Eindruck machen!

In unserem ersten Teil standen Briefingvorgaben, das Textgerüst und wichtige Vorarbeiten im Fokus, jetzt geht es um das Herzstück Ihres Textes: den Stil und die Kernaussage.

Ein guter und vor allem passender Stil ist ein wichtiges Erfolgskriterium für Ihren Text. Dabei entscheiden sowohl die Textart als auch die Wünsche des Auftraggebers über die zu wählende Tonalität. Häufig liefern die Auftraggeber innerhalb ihres Briefings wichtige Informationen bezüglich des gewünschten Stils. Sie sollten diese Vorgaben unbedingt berücksichtigen, um Revisionen zu vermeiden und Ihrem Text die richtige Ausdrucksform zu geben.

Setzt der Auftraggeber als Rahmenbedingung die direkte Leseransprache fest, ist es für Sie wesentlich einfacher, einen packenden und lebendigen Text zu schreiben. Umgekehrt bedeutet die Forderung nach einem sachlich informativen Text, vor allem auf wertende und saloppe Formulierungen zu verzichten.

Fehlen im Briefing Angaben zum Stil des Textes, bedingt die gewünschte Textart die zu wählende Tonalität. Bei Unsicherheiten lohnt es sich, kurz die wichtigsten Regeln für Blogbeiträge, Pressemitteilungen, Produktbeschreibungen, Ratgebertexte etc. zu recherchieren. Abschließend den Text auf passendes Vokabular scannen und umgangssprachliche Formulierungen ersetzen. Häufiger Fehler ist der Einsatz von salopper und gleichzeitig wertender Sprache, die negative Assoziationen auslöst. Unter diese Rubrik fallen Ausdrücke wie: „gigantisch“, „heißer Marktkampf“, „billig“, „…will auch die Konkurrenz mitmischen“, „über den Tisch ziehen“, etc.

K.I.S.S: Keep it short and simple – klar formulieren, was Sache ist!

Sicherlich ist jeder Autor schon einmal über diese Regel gestolpert. Sie liest sich einfach und logisch, sie effizient umzusetzen ist schwierig und bedeutet, sich kritisch mit dem eigenen Text auseinanderzusetzen.

Grundsätzliches Ziel aller Texte ist Aufmerksamkeit, also begeisterte Leser. Das klappt nur über packende und zugleich informative Inhalte. Vergegenwärtigen Sie sich beim Formulieren Ihrer Textarbeiten immer wieder, dass Sie für zwei Adressaten schreiben. Zum einen für den Auftraggeber zum anderen für dessen anvisierte Zielgruppe. Natürlich steht der Auftraggeber auch stellvertretend für seine Zielgruppe. Darüber hinaus legt er jedoch die wichtigen Rahmenbedingungen für den Text fest, die es unbedingt zu realisieren gilt.

Sich beim Schreiben einen konkreten Leser zu vergegenwärtigen, der sich auf einen spannenden Text mit relevanten Informationen freut, hilft, auf Überflüssiges zu verzichten. Kontrollieren Sie beim Lesen Ihres Textes, ob Ihre Sätze inhaltlich etwas Konkretes aussagen. Nach dem Motto „what is in it for me“ muss der Leser schnell erkennen, ob und welche neuen Informationen ihm der Text liefert. Helfen Sie dem Leser beim Konsumieren Ihres Textes: Wenn Sie Füllsätze, Füllwörter und Floskeln entdecken, streichen Sie diese ersatzlos. Sie trennen sich von überflüssigem Ballast und werten Ihren Text qualitativ auf. Tatsächlich ist ein scheinbar banaler, aber äußerst effizienter Tipp das gründliche Lesen der eigenen Texte. Wir haben festgestellt, dass sich viele Fehler vermeiden lassen, wenn die Autoren Ihre Texte einmal selbst gründlich unter die Lupe nehmen oder von einer neutralen Person lesen lassen.

Gerade wer viel schreibt, neigt dazu, betriebsblind zu werden. Schnell schleichen sich negative  Angewohnheiten ein, die Sie beim Redigieren der eigenen Texte überlesen. Wer nicht ständig seinen Bekanntenkreis mit eigenen Texten strapazieren möchte, sollte stichprobenartig, neutrale Leser um Hilfe bitten. Schnell finden objektive Personen inhaltliche und sprachliche Ungereimtheiten.

Vermeiden Sie folgende Stolpersteine:

  • Sätze grundsätzlich nicht mit „und“ anfangen – stilistisch unschön und störend beim Lesefluss
  • Formulierungen mit „man“ vermeiden, da sie als eindeutiges Indiz für stilistische Schwächen gelten.
    Beispiel: Wenn man einen Ausflug nach Berlin unternimmt, sollte man unbedingt die einmalige Atmosphäre des Gendarmenmarktes genießen.
    Besser: Wer einen Ausflug nach Berlin unternimmt, sollte unbedingt die einmalige Atmosphäre des Gendarmenmarktes genießen. 
  • Füllwörter (auch, denn, durchaus, eben, etc.) ersatzlos streichen. Sie haben keinerlei inhaltliche Relevanz und blähen den Text unnötig auf. Über Google finden Sie unter dem Begriff „Füllwörter“  detaillierte Listen für lästige Füllwörter.
  • Weg mit den Schachtelsätzen. Sie lesen sich kompliziert und es besteht die Gefahr, sich inhaltlich zu verheddern. Kurze und klare Sätze sorgen dafür, dass die Kernbotschaft den Leser direkt erreicht.
  • Nicht im Passiv schreiben: Es stört den Lesefluss, verlängert die Sätze und verleiht Ihrem Text schnell eine langweilige, eher bürokratische Note.
    Beispiel: Von der Gedächtniskirche aus, können vielfältige Einkaufsmöglichkeiten bequem zu Fuß erreicht werden.
    Besser, mit direkter Leseransprache: Von der Gedächtniskirche aus erreichen Sie vielfältige Einkaufsmöglichkeiten bequem zu Fuß.
    Besser neutral: Von der Gedächtniskirche sind vielfältige Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß erreichbar.
  • Bleiben Sie sich treu: Stilistisch die richtige Tonart zu finden bedeutet nicht, sich verbiegen zu müssen. Sie haben einen charakteristischen Originalton, den Sie unbedingt beibehalten sollten. Verzichten Sie auf komplizierte Fremdwörter, die sich dem Leser nicht sofort erschließen. Ihr Text wirkt schnell künstlich und konstruiert. Als Faustregel gilt hier: Maximal ein Drittel des Textes sollte aus Ihrem passiven Wortschatz gebildet werden.
  • Überprüfen Sie Ihren Text auf Wortwiederholungen.
  •  Jeder Text hat die Aufgabe eine Botschaft zu transportieren. Überprüfen Sie, ob Ihre Kernaussage klar und deutlich den Leser erreicht. Falls möglich, lassen Sie den Text von einer weiteren Person lesen. Steht dafür niemand zur Verfügung, hilft es, sich in den Leser hineinzuversetzen. Haben Sie Ihre Kernaussage für den Leser klar und deutlich formuliert? Enthält Ihr Text wertvolle Hinweise oder Anweisungen, die dem Leser wirklich weiterhelfen? Bei einem Ratgebertext zu dem Thema „Wie entferne ich einen Rotweinfleck aus einem Wollpullover?“, ist Ihre Kernbotschaft die Beantwortung dieser Frage. Der Leser muss in der Lage sein, mittels Ihrer Anleitung den Fleck aus seinem Pullover zu entfernen. Konzentrieren Sie sich auf wertvolle Tipps, die für dieses Thema relevant sind. Eine Abhandlung über diverse andere Flecken wie Tinte, Gras, etc. ist nicht nötig – es geht um Rotweinflecke.
  • Das richtige Zeitmanagement entscheidet gerade bei Neueinsteigern mit über den Erfolg eines Textes. Planen Sie Ruhephasen in Ihren Texterstellungsprozess ein. Den Text einfach mal liegen zu lassen schafft die  nötige Distanz, um ihn inhaltlich zu schärfen.

Mit Auftraggebern erfolgreich arbeiten: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus

Grundvoraussetzung für eine professionelle und erfolgreiche Zusammenarbeit ist eine höfliche und respektvolle Kommunikation. Falls Sie Kritik äußern, formulieren Sie Ihre Anmerkungen stets freundlich – unabhängig davon, ob die andere Seite sich immer an diese Regel hält. Das soll nicht bedeuten, dass Sie sich alles gefallen lassen müssen, aber grundsätzlich höflich zu bleiben, zeigt ein hohes Maß an Professionalität und Souveränität.

Tipps, mit denen Sie Ihre Mitarbeit bei content.de optimieren können:

Innerhalb unseres Autorensupports haben wir festgestellt, dass es häufig kleine Missverständnisse sind, die zu Konflikten zwischen beiden Seiten führen. An dieser Stelle möchten wir Sie bitten sich bereits frühzeitig an uns zu wenden, damit wir unterstützend in die Kommunikation eingreifen können. Viele Autoren melden sich erst, wenn es zu spät ist und wir wenig Handlungsspielraum haben. Immer wieder ärgern sich Autoren über die Keywordvorgaben der Auftraggeber, die kaum umsetzbar erscheinen. Die Auftraggeber ihrerseits sind sich der Problematik meist gar nicht bewusst. Nicht alle Auftraggeber sind „alte Hasen“ – ebenso wenig wie Sie vielleicht – und realisieren nicht sofort die Konsequenzen einer viel zu hohen Keyworddichte, fehlenden Stoppwörtern, etc.. Gerne unterstützen wir Sie bei Fragestellungen rund um einen Auftrag. Bitte achten Sie darauf, unser Team frühzeitig und während der Supportzeiten zu kontaktieren, damit wir gezielt helfen können.

Für eine langfristig gute Zusammenarbeit hilft es, den Text zusammen mit einem Kommentar einzureichen. Erfolgreiche Autoren schreiben dem Auftraggeber häufig eine kurze Notiz. Inhaltlich können Sie an dieser Stelle formulieren, dass sie hoffen mit Ihrem Text die Vorgaben zu erfüllen und Offenheit für konstruktive Kritik signalisieren. Das schafft Vertrauen und eine positive Grundstimmung.

Zuverlässigkeit: Übertragen Sie Ihre Erwartungen an die Auftraggeber auch auf sich selbst. Achten Sie darauf nur Aufträge anzunehmen, die Sie auch tatsächlich kompetent und im Rahmen Ihrer zeitlichen Kapazitäten fristgerecht bearbeiten können – positiv abgewickelte Aufträge sorgen für eine gute Reputation und somit für Folgeaufträge.

Notizen: Nutzen Sie die Notiz-Funktion der Plattform und machen Sie sich zu den Auftraggebern bezüglich der Themen oder besonderer Erwartungen Notizen. Notieren Sie positive und negative Erfahrungen. Auf diese Weise haben Sie Ihre Stichpunkte immer vor Augen und können die Zusammenarbeit mit Ihren Favoriten unter den Auftraggebern oder Themengebieten forcieren und Aufträge effizient bearbeiten.

Schwarzes Brett: Scheuen Sie sich nicht, bei Schwarzen-Brett-Einträgen dem Auftraggeber direkt mit einer kurzen Bewerbung zu antworten.

Seien Sie mutig: Schreiben Sie Auftraggeber, für die Sie bereits erfolgreich Aufträge absolviert haben, initiativ an. Eigenwerbung ist immer wichtig und führt schneller zum Ziel und mündet nicht selten in einer Direct Order.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Zu schreiben bedeutet kreativ tätig zu sein, auch bei der Bearbeitung von Auftragsarbeiten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in jedem selbst verfassten Text auch ein Stück Herzblut steckt, egal wie nüchtern die Thematik formuliert ist. Wie in jedem anderen Job beflügelt Erfolg und motiviert, sich zu verbessern. Mit den gesammelten Tipps möchten wir den Weg zu einer erfolgreichen Arbeit bei content.de ebnen und verbessern. Die Grundlage der aufgeführten Tricks bildet unsere tägliche Arbeit im Autorensupport. Sie sollen Antworten auf die häufigsten Fragen, Probleme und Fehler rund um die Textarbeit geben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Arbeit mit content.de.

Grafik: petrol@fotolia.com

15 thoughts on “Effizienter schreiben – Teil 2

  • 8. Mai 2012 at 12:50
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    Sehr geehrte Frau Lunecke,

    ganz herzlichen Dank für die Teile 1 und 2 über „Effizienter schreiben“, das hat mir sehr weitergeholfen.

  • 9. Mai 2012 at 11:04
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    Sehr geehrte Frau Lunecke,

    vielen Dank für diese beiden Beiträge.

    Sie haben mich in mancher Vorgehensweise bestätigt und mir ausgezeichnete Tipps für die Arbeit auf content.de gegeben. Besonders die Hinweise zur Kommunikation mit dem Auftraggeber haben mir sehr weiter geholfen.

    Viele Grüße aus dem Norden

    Manuela Krüger

  • 9. Mai 2012 at 12:46
    Permalink

    Das waren wirklich tolle Tipps, vielen Dank!

    Hier wird einem wirklich geholfen, das ist eine tolle Seite.

    Viele Grüße, Filiz, Verena Uri

  • 9. Mai 2012 at 16:00
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    Sehr geehrte Frau Lunecke,
    Ihre Tipps sind sehr hilfreich. Ich werde sie ausdrucken und als Anleitung für effektiveres Schreiben benutzen.
    Freundliche Grüße
    Dr. Uwe Müller

  • 10. Mai 2012 at 01:50
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    Soooo … 🙂
    Der der Chris ja so gespannt auf Teil 2 gewartet hat möchte der Chris nun natürlich auch noch rasch seinen Senf dazu beitragen (der Form halber, damit es nicht völlig unkommentiert bei der Erwartungshaltung aus Teil 2 bleibt) 🙂

    First at all:
    Ich empfinde beide Teile im Kontext als wichtige und lehrreiche Lernwerkzeuge, schön und treffend formuliert, verständlich und lesernah transportiert und – natürlich – inhaltlich wertvoll.

    Allerdings hat sich für mich auch eine kleine Befürchtung bewahrheitet, von der ich hoffte, dass sie hoffentlich nicht vorkommen wird – nämlich die Verallgemeinerung gewisser Grundsätze und Grundsatzregeln. Auf die möchte ich gerne kurz eingehen – möchte aber auch an dieser Stelle ganz klar darauf hinweisen, dass sich bitte keiner der Autoren, die noch am „Anfang ihrer Texterlaufbahn stehen“, ergo auch noch Weisheiten aufsauen wie Altbackenes die Milch, davon jetzt bitte irritieren oder verunsichern lässt (das betrifft jetzt eher die „späteren Lektionen“).

    Natürlich kennt jeder die KISS-Formel.
    Die stammt aber ursprünglich aus dem Journalismus (respektiv Werbung), und trifft hier nur bedingt zu. Ich halte KISS für teilweise massiv überholt, stellenweise unnötig oder gar falsch, und gelegentlich sogar für Zeitverschwendung. Das ist aber etwas, das man mit der Zeit selbst herausfiltern muss, für sich selbst, seinen Stil, seine Arbeit und — seine Kunden (von denen jeder anders ist, was ein späteres Beispiel noch zeigen wird).

    Da die KISS-Formel in direktem Zusammenhang mit Füllwörtern steht:

    „Je kürzer der gewünschte Text, desto eher KISS. Je länger, desto weniger KISS.“

    So würde ich die Formel mal ganz salopp und grob neu definieren (natürlich auch immer abhängig vom Thema und Verwendungszwecke) Apropos Verwendungszweck – das ist nämlich der Kern: Zu keiner Zeit gab es mehr reine SEO-Texte als in den letzten beiden Jahren. Reine SEO-Texte werden auf dem freien Markt unter anderem auch „Schleudertexte“ genannt, oder „Affentexte“ (abgeleitet von „Affi“ = „Affiliate“), und haben inhaltlich überhaupt keinen Zweck, außer den sich gut bei Google für bestimmte Suchbegriffe zu positionieren und auf eine Hauptseite (automatisch oder per Link) weiterzuleiten (Landingpages). Wer sich hier mit KISS aufhält, der verschwendet wertvolle Zeit und Energie, und riskiert unter Umständen sogar, dass der Landingtext, der nichts weiter machen soll als anzulocken und weiterzuleiten, am Ende mehr Lesernutzen bietet als die effektive Seite auf der er oder sie am Ende landet. Hier hätte der Kunde unter Umständen sogar einen Nachteil von „allzu guten Texten“, denn dieser Content „gehört“ gar nicht zur jeweiligen Seite.

    Ist nur ein Beispiel unter vielen, bei denen KISS übertriebenes Maß wäre. Ein weiteres Beispiel wären sehr lange Texte (700 Wörter aufwärts), gerade solche zu eher unterhaltenden und unterhaltend-informativen Themen. Speziell im Bereich der Rezensionen (Film, Theater, Kino, PS-Spiele) oder anderen lebhaften Themen. Hier ist (meist) ein ganz individueller Sprach- und Schreibstil erwünscht der ohne Füllwörter insofern nicht auskommt, da sie zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören und daher „lebendig und echt“ wirken. Ählich verhält sich das mit Blogeinträgen, Erfahrungsberichten, oder „blumigeren“ oder „emotionaleren“ Themen wie Urlaub und Reisen.

    KISS ist wichtig und richtig für technische und sachliche Themen, Sach- und Fachtexte, lexikarisches und natürlich Produktbeschreibungen. Aber bei Weitem nicht generell oder ausschließlich.

    Ähnlich verhält sich das mit diversen Vorgaben in Briefings. 9 von 10 Kunden geben als direkte Leseransprache „Sie“ an, aber nur 2 von 9 wollen auch ganz gezielt eine direkte Leseransprache – in den meisten Fällen ist es sogar egal, ob man den Leser direkt anspricht oder ob man sachlich-neutral schreibt und formuliert. Es sind natürlich Erfahrungswerte zu wissen, oder filtern zu können, welcher Kunde zu welcher Kategorie gehört, aber ich für meinen Teil hatte unter Texten im knapp vierstelligen Bereich (hier) und deutlichem vierstelligen Bereich (generell) noch keinen einzigen Kunden, der wegen einer sachlich-neutralen Ausdrucks- und Formulierungsweise eine Korrektur gewollt hätte (im Gegenteil), viele wechseln hinterher sogar, weil ihnen die neutrale Variante besser zusagt.

    Nun – das ist natürlich, wie gesagt, etwas das jeder für sich im Laufe der Zeit kennenlernen und für sich selbst abschätzen lernen muss. Für jeden der noch am Anfang steht ist KISS sicherlich der beste Rat den man geben kann, aber ab einer gewissen Routine sollte diese Regel nicht mehr allzu eng gesehen werden, sondern lieber an Thema, Verwendungszweck und Kunden angepasst.

    Im Übrigen: Die Formulierung „man“ ist bspw. in Ratgebertexten und Anleitungen ohne Leseransprache häufig sogar nötig, je nach dem was man beim Leser bezwecken will (aktive Handlung oder Wissen generieren).

    Beispiel – Aufbauanleitung:

    „Ist die mittlere Strebe fixiert, und wurde die Halterung angebracht, kann damit begonnen werden die Seitenteile zu montieren.“ – generiert ein nachvollziehbares Bild das später oder direkt aktiv übernommen werden kann.

    „Hat man die mittlere Strebe fixiert, und die Halterung angebracht, kann man damit beginnen die Seitenteile zu montieren.“ – generiert einen informativen Input, wie er auch bei Lehrmaterial eingesetzt wird.

    Hier wird recht gut deutlich, dass „man“ nicht zwingend eine Stilschwäche sein muss, sondern durchaus auch ein Stilmittel sein kann.

    Zur Passivformulierung: Hier hätte ich mir eher (oder zusätzlich) den Hinweis auf die Negativformulierung gewünscht:
    „Von der Gedächtniskirche sind nicht nur zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten bequem erreichbar, sondern auch viele andere ganz ganz tolle Plätze die man sich unbedingt mal ansehen sollte.“ – (ist natürlich jetzt überzogen trivialisiert, aber…) – die Formulierung „nicht nur, sondern auch“ suggeriert häufig ein negatives Bild beim Leser, obwohl etwas positives transportiert werden soll, aufgrund der Wortwahl „nicht“.
    Hier gibt es deutlich häufiger Korrekturwünsche als bei eher unglücklichen Passivformulierungen.

    Ein weiterer häufiger Fehler gerade am Anfang der Autoren- und Textertätigkeit ist der, mit einer Negation zu beginnen. Negationen als Stilmittel gehören in die Werbung, wahlweise vllt. in Teasertexte für Anleitungen. Ansonsten sollten nie bereits zu Beginn negiert werden.

    Beispiel:
    „Es regnet nicht, Sie möchten sich aber dennoch einen Regenschirm kaufen? Dann…“

    Oder:
    „Sie glauben Sie brauchen keinen neuen Grill? Dann sehen Sie sich doch einfach mal das neue Produkt von…an.“

    Noch fataler wird es in der zweideutigen Logik der Negation, wenn es um Moral, Grundsätze, Ethik oder sogar um journalistische/redaktionelle Dinge geht. Hier kann, muss aber nicht, die Negation ein Stilmittel sein.

    Und man kann Sätze durchaus mit „und“ beginnen 😉 Aber in den seltensten Fällen bei Artikeln mit direkter Leseransprache, eher redaktionelle Texte.

    Um den langen Text kurz in seiner Länge und Aussage etwas „abzumildern“ – nichts davon ist als Kritik gemeint, denn ich finde beide Teile äußerst wertvoll und ergiebig. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass jeder Tipp, und jede Regel, insbesondere solche die man seit Jahrzehnten kennt und gerne gebraucht, mit der Zeit durchaus auch an Wertigkeit verlieren können – nicht generell, aber für bestimmte Arbeitsabläufe und Schemata / Anforderungen.

    Ab einer gewissen Qualitätsstufe relativiert sich dahingehend enorm schnell enorm viel. Die Texte sollen lebendiger werden, stilsicherer und echter, anstatt einer Regel zu folgen die der Leser heute gar nicht mehr braucht, oder der Kunde gar nicht mehr will. Es sind Erfahrungswerte, die das einem lehren, mit der Zeit, und mit der Masse und somit der Routine. Es gibt Aufträge, in denen lassen sich alle „sogenannten negativen Aspekte“ derart gut und stilsicher kombinieren, dass der Leser am Ende mehr davon hat als von KISS. Der geneigte Leser ist auch nicht mehr so aufnahmefähig wie früher, will seine Kerninformationen gleich zu Beginn, aber dennoch zum Weiterlesen animiert und geführt werden. Oft liegt der Kern in den ersten 100 Wörtern, und der Rest ist nur dann lesenwert wenn er lebendig geschrieben ist, selbst dann, wenn der Mehrwert zu wünschen übrig lässt. All das sind Dinge, die man mit der Zeit lernt.

    Starr auf Regeln berufen ist auf Dauer kein Weg – am Ende entscheidet der eigene Schreibstil.

    Würde man diesen Text auf Füllwörter untersuchen, es wäre verheerend im Ergebnis 😉 Viel „Bullshit-Deutsch“ würde der ein oder andere sagen. Der Rest hat einfach gelesen. Weil es ging. Was davon mehr wert ist – entscheidet der Leser. Aber wie gesagt, das muss jeder für sich selbst mit der Zeit herausfinden. Ich bin ein Füllwortjunkie – aber ich kenne die Branche lange genug um zu wissen, wem ich was zumuten kann und wem nicht. Und das sollte jeder für sich mit der Zeit auch herausfinden.

    Ansonsten:
    Kommunikation ist super wichtig, und Angst vor dem Kunden völlig unangebracht. Nicht wenige Kunden stellen hier ihre Aufträge ein, weil sie selbst eben keinen rechten Peil von der Materie haben. Sie sind froh, wenn man sie anspricht, auf Unsicherheiten oder Unklarheiten im Briefing hinweist, oder natürlich auch – wenn man sich selbst anbietet, denn kaum ein Kunde möchte Autor um Autor prüfen und unter die Lupe nehmen um einen guten zu finden. Der Kunde will möglichst schnell möglichst sicheres Personal.

    Als Autoren sind wir nicht nur Dienstleister am Endprodukt, wir sind auch Berater und Hilfesteller. Die Kommunikation ist nicht nur wichtig, sie sichert einem auch lukrativere Aufträge.
    Der Hinweis Aufträge mit einer Notiz an den AG zu versehen ist Gold wert (weiß ich aus Erfahrung) – aber auch auf gute Bewertungen (schriftliche) mit einer Nachricht zu reagieren kann Wunder bewirken.
    Ich rate auch jedem Autor nach einem persönlichen Kontakt sich selbst eine Notiz zu hinterlegen, insbesondere wenn es sich um einen schwierigen Fall handelte. So kann man frühzeitig erkennen, ob ein interessanter Auftrag nicht am Ende doch von einem schwierigen Kunden kommt mit dem man selbst vllt. gar nicht per Du ist. So vermeidet man sich weitere Revisionen und auch Probleme. Jeder Kunde findet seinen Autor – man muss nicht jeden bedienen oder bedienen können.

    Abschließend vielen Dank für die beiden Beiträge, die insbesondere für Einsteiger enorm wichtig und lehrreich sind.

    Ich persönlich wünsche mir jetzt noch einen Teil 3. Mögliches Thema:

    „Wie Sie aus Ihrem persönlichen Stil Kapital schlagen können – der Trick sich selbst gut zu verkaufen.“

    Oder:

    „So findet Ihr euren eigenen einzigartigen Schreibstil.“

    Oder auch:

    „Heute 3, morgen 4 – so gelingt der Sprung in die nächst höhere Kategorie.“

    Vielleicht aber auch:

    „Tipps und Trick sein Können zu optimieren: Einen eigenen Blog aufziehen, Kurzgeschichten schreiben, Spezialthemen filtern, finden und ausbauen …“

    Irgendwie sowas 🙂

    In diesem Sinne – vielen Dank für die lehrreichen Blogbeiträge, und ich hoffe ich habe nicht zu viel Verwirrung gestiftet. Aber um sich entwickeln zu können muss man, finde ich, auch mal ansprechen, dass es nicht immer bei Schwarz und Weiß bleiben muss, sondern, dass Mut zur Selbstfindung ausschlaggebend ist über langfristigen Erfolg. Allzu strikte Regeln sind hier eher kontraprodukt — natürlich auf Dauer, versteht sich.

    Liebe Grüße
    der Chris

  • 10. Mai 2012 at 01:58
    Permalink

    Und ich entschuldige mich für die uhrzeitbedingten Flüchtigkeitsfehler 🙂

    (2:58 Uhr)

  • 10. Mai 2012 at 07:47
    Permalink

    Hallo Christian,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Dieser hätte schon Teil 3 sein können. Am besten hat mir gefallen, dass gleich Beispiele mit eingebaut wurden und zwar schon während des Lesens. Ich stimme in vielen Dingen überein.

    Ich schreibe Texte für ganz banale Themen oder Keywords und mir denkem ir irgendeinen Ansatz zum Thema aus. Durch die eingeführten Textvorlagen von content.de wurde das Schreiben dieser Texte noch einfacher. Es ist klar, dass diese Text nur als „Schleudertexte“ vorgesehen sind. Aber auch sie üben. Und gerade für Anfänger wie mich, sind sie eine gute Übung den richtigen Schreibstil zu finden. Und sie werden recht gut bezahlt.

    Aufträge, für die tatsächliches Wissen verlangt wird (Ratgeber, Lexika etc.) schreibe ich natürlich lieber. Sie fordern mich. Rezessionen liebe ich. Ich habe für mich festgestellt, dass ich an diese Texte mit einem anderen Stil herangehe. Ich schreibe einfach anders. Ja es ist schon so, dass man immer dem Auftrag entsprechend den Stil nutzen muss. Aber das ist eine Erfahrung, die mit der Zeit kommt und die jeder Texter für sich selbst machen muss.

    Immer wieder wichtig ist für mich der Hinweis mit der Kontaktaufnahme mit dem AG. Ich war bis jetzt immer ein wenig verunsichert und fragte mich, was die Beurteilung „Kommunikation“ soll. Ab jetzt werde ich es ändern, diese Tipps haben mir die Unsicherheit genommen und mich in meiner Arbeit vorwärts gebracht.

    Diese Form der Weitergabe von Wissen und Erfahrung schätze ich sehr und hoffe, dass sie fortgesetzt wird. Ich würde mich sehr darüber freuen.

    Mit sonnigen Grüßen

    Manuela Krüger

  • 10. Mai 2012 at 08:50
    Permalink

    Hallo Christian,

    besten Dank für Deinen ausführlichen Teil 2b ;-). Ein wertvoller Hinweis sicherlich: Nie an bestimmten Tipps und Regeln dogmatisch festhalten, sondern immer das Hirn einschalten und sitationsgemäß handeln. Die KISS Regel macht bei „Internet-Texten“ grundsätzlich Sinn, da Texte am Bildschirm ganz anders gelesen werden und meist „leicht verdaulich“ sein müssen. Das KISS Konzept immer und bis ins kleinste Detail immer anzuwenden ist natürlich nicht zielführend.

    Dass man „durchaus Sätze mit ‚Und‘ beginnen kann“ bezweifele ich hingegen immer noch. Aber das ist möglichgerweise auch Geschmachssache… 😉

  • 10. Mai 2012 at 13:38
    Permalink

    @admin:
    UND warum glaubst Du das nicht? 😉

    Nein – es ist natürlich in der Regel keine gelungene Formulierung. Aber nach einem Strichpunkt durchaus machbar, insbesondere dann, wenn man jemanden direkt anspricht. Gleiches Beispiel hat man ja auch mit dem „Aber“, das ebenfalls klassischer Lehre nach keinen Satz einleiten sollte. Aber 😉 es gibt auch Ausnahmen. Ich muss an der Stelle allerdings auch sagen, dass ich eigentlich, was das Schreiben angeht, aus der Literatur komme. Da gelten nochmal ganz andere Regeln, die aber gerade bei längeren Aufträgen durchaus positiv beim Kunden ankommen, wenn es etwas lebhafter ausfallen soll.

    Dass der Internettext anders konsumiert wird habe ich ja bereits angedeutet, indem ich sagte, dass der Leser heute nicht mehr so aufnahmefähig ist, bzw. anders. Darum sollten die Kerninformationen auch in die ersten 100 Wörter (Google ignoriert bei 350-Wort-Texten sogar alles zwischen den ersten und letzten 100 Wörtern, bzw. misst denen nur wenig Gewicht zu).
    Ich weigere mich als Autor und Texter aber auch regelmäßig den Leser dahingehend zu bevormunden, dass ich ihm vorschreibe wie er einen Text zu lesen hat. Ich gehöre noch zu denen die für den Leser schreiben, nicht für die Suchmaschinen. Und 😉 ich denke, dass man dem Leser auch im Internet durchaus zutrauen kann Informationen aus einem Text zu filtern statt vor die Nase geklatscht zu bekommen. Klar – eine Produktbeschreibung oder Pressemitteilung hat hier klare Regeln, die fallen hier eindeutig raus. Aber in vielen anderen Bereichen wäre etwas mehr Mut zum eigenen Stil, glaube ich, wertvoll für den Autoren, den Kunden, die Qualität der Texte – und somit auch für den Leser und die generelle Qualitätsmarke im Internet.

    @Manuela:
    Ich bedanke mich für Dein positives Feedback. Ich wünschte ich hätte den Text nicht im Halbschlaf verfasst – dann wäre er deutlich hochwertiger und schöner zu lesen 😉
    Die Textvorlagen erleichtern gerade Anfängern vieles, das stimmt. Obwohl ich auch hier ab und an einen grünen Hautton bekomme, nämlich immer dann, wenn ein Kunde die Textvorlage verwendet, diese meiner Erfahrung nach für das Thema aber kontraproduktiv wäre. Dann muss man sich schon arg verkrampfen ein Thema sinnvoll so zu gliedern wie der Kunde dies wünscht, was besonders dann ärgerlich ist wenn es keine Keywords gibt (die klassische Textvorlage mit 2-3 Absätzen + Zwischenüberschriften/Teaser zielt nämlich eigentlich in erster Linie auf Suchmaschinen ab, und nur sekundär auf die Lesbarkeit und die Implementierung in die eigene Seite).
    Aber damit kann man leben 🙂

    Vielleicht noch ein subjektiver Tipp:

    Ich merke häufiger, dass ich, wenn ich zu lange oder zu oft „einfältige“ Texte verfassen muss, geneigt bin meinem persönlichen Stil allzu sehr mit einzubringen, einfach weil es mir „fehlt“ mich selbst auszudrücken und zu beweisen. Das ist aber nicht immer sonderlich hilfreich. Daher habe ich mir angewöhnt in solchen Phasen mich in meinem eigenen Blog auszutoben, oder privat für mich selbst zu schreiben, alternativ interessante Texte zu verfassen und diese anderen zum Lesen (oder Kaufen) anzubieten. So muss man nicht auf seine eigene Stilverwirklichung (oder Stilfindung) verzichten, und kann beides recht gut von einander trennen, ohne die Krise zu bekommen weil die Aufträge mal öde sind.

    In diesem Sinne
    Liebe Grüße

  • 10. Mai 2012 at 14:01
    Permalink

    @Christian: Weil die Buchstaben anfangen vor meinen Augen zu tanzen und ich ein lautes Fiepen in den Ohren habe, wenn ich sehe, dass ein Satz mit „Und“ anfängt ;-). Aber ich will auch da nicht dogamtisch sein. Es gibt sicher SELTENE Ausnahmefälle, in denen man das machen kann.

    Was Dinge wie Textvorlagen und auch Keywordvorgaben angeht stimme ich uneingeschränkt zu: Werkzeuge können gute Dienste in kundigen Händen verrichten, in unerfahrenen Händen richten sie zuweilen Unheil an.

  • 10. Mai 2012 at 14:12
    Permalink

    Ojeh, ich habe letztens sämtliche genannten Assoziationen in einem Text verwurstet und dafür auch noch gnädigerweise eine super Bewertung erhalten. Ein paar nette, vergleichende Floskeln lesen sich ja locker-flockig, doch manchmal schieße ich übers Ziel hinaus. Da muss ich noch sehr an mir arbeiten.

    Vielen Danke für beide Teile – das ist ein prima Hilfe und eine hervorragende Schreibschule. Hier fühle ich mich gut aufgehoben.

    LG, Claudia

  • 11. Mai 2012 at 07:18
    Permalink

    Danke für die beiden ersten informativen Teile und den ausführlichen Beitrag von Christian!

    Ich möchte an dieser Stelle gerne für die Abwechslung in der Satzmelodie eintreten. Klar, kurze Sätze lesen sich einfach. Wenn ich aber auf einen Text stoße, der NUR aus kurzen Sätzen besteht, klingt dieser für mich abgehackt. Deshalb baue ich in meinen Texten auch längere Sätze ein – nicht verschachtelt, aber durchaus mit Nebensatz. Ich habe damit bei meinen Auftraggebern die besten Erfahrungen gemacht. Der Text wirkt lebendiger, der Ermüdungseffekt beim Lesen bleibt aus.

    „Leicht verdaulich“ – da stimme ich zu. Aber der „Geschmack“ der Lesekost darf dabei nicht auf der Strecke bleiben.

    Liebe Grüße, gute Texte!

    Christiane

  • 11. Mai 2012 at 18:10
    Permalink

    Hallo in die Runde,

    da auch ich häufiger mit Texten konfrontiert werde, in denen ich den Leser weder mit Sie noch mit Du ansprechen soll, habe ich mich über die folgende Empfehlung zum Beispiel sehr gefreut und finde sie für mich ausgesprochen hilfreich, in Zukunft hoffentlich eleganter zu schreiben:

    „Beispiel: Wenn man einen Ausflug nach Berlin unternimmt, sollte man unbedingt die einmalige Atmosphäre des Gendarmenmarktes genießen.
    Besser: Wer einen Ausflug nach Berlin unternimmt, sollte unbedingt die einmalige Atmosphäre des Gendarmenmarktes genießen. “

    Danke schön für so einfach umzusetzende Tipps.

    Ansonsten möchte ich, da ich hier nun doch einmal die Gelegenheit nutze zu antworten, betonen, dass ich bezüglich mancher Briefings, Keyword-Vorgaben und dann zuweilen trotz so eines schwierigen Auftrags auch noch dann negativen Bewertungen, weil der Kunde vermutlich hunderte dieser Aufträge vergeben hat und sie anschließend nur überfliegt, ohne darüber nachzudenken, dass sich seine Keywords nicht immer gut umsetzen lassen, der gleichen Meinung bin wie viele meiner Vorredner und Vorrederinnen dort.

    Manchmal ist das wirklich nicht fair und schließlich sollen doch auch schwierige Aufträge nicht liegen bleiben, oder???

    LG
    Renate

  • 13. Mai 2012 at 16:51
    Permalink

    Es ist ja gut und schön, wenn im zweiten Teil Beispiele genannt werden wie dieses, (kopiert: Besser, mit direkter Leseransprache: Von der Gedächtniskirche aus erreichen Sie vielfältige Einkaufsmöglichkeiten bequem zu Fuß.), doch ist es nicht so, dass auch der Auftraggeber öfters erwünscht, dass keine direkte Ansprache mit eingebracht werden soll? Ich denke wer einen Auftrag übernimmt, sollte nach Auftragsbeschreibung schreiben und auch wenn Keywörter falsch geschrieben sind, ändert dieses nichts am Text, über dem Kontakt zum Kunden kann dieses dem Kunden mitgeteilt werden, mit dem Hinweis und der Bitte dieses dann selbst zu ändern, weil jeder Autor sonst mit Keywordzähler seinen Text nicht abgeben könnte. Was mich nur bei der ganzen Sache stört, ob die Falschschreibung auch bei der Bewertung mit einbezogen wird……..

  • 16. Mai 2012 at 15:36
    Permalink

    @Cicky:
    Da die Bewertung vom Kunden direkt vorgenommen wird (falls), und somit häufig rein subjektiv ausfällt statt objektiv (wobei es natürlich beides gibt), die Bewertung wiederum aber allerhöchstens für Dich und etwaige Statistiken von Relevanz sind, nicht aber für Deine generellen Qualitäten als Autor (oder gar für Deine Qualitätseinstufung) ist es letztlich eigentlich unerheblich, ob diese „Fehler“ berücksichtigt werden oder nicht.
    Natürlich ist es so, dass ein unglücklich gewähltes Keyword, insbesondere Keywordkombinationen ohne Stopwords, einen Text tricky werden lassen können, was sich grammatikalisch und im Lesefluss durchaus negativ bemerkbar machen wird. Allerdings ist das Drumrum, also Dein restlicher Text, davon ja nicht direkt beeinflusst oder betroffen. Das sind dann aber in aller Regel eh Texte die primär für die Suchmaschinen geschrieben werden, und nicht für den Leser. Doch wie gesagt – bei Content gibt es (glücklicherweise) keinen direkten Zusammenhang zwischen der Kundenbewertung (sofern sie überhaupt vorgenommen wird) und Deiner Einstufung in eine Qualitätsklasse.
    Das ist ein, meiner Meinung nach, vorteilhaft gewähltes System. Anders wäre das bspw., wenn Deine Bewertungen, von wem auch immer, direkte Auswirkungen auch auf Deine Einstufung hätten – dann läge es in der Hand anderer zu entscheiden, ob eine Formulierung aufgrund schlecht gewählter Rahmenbedingungen seitens des Kunden als neutral einzustufen wäre, oder aber eben mit einfließt. Da gibt es an anderer Stelle durchaus hitzige Diskussionen, wie Dienstwerk und einige andere hier 😉 sicherlich bestätigen könnten. Aber da dem nunmal nicht so ist würde ich mir darüber auch keine Gedanken machen, und den bestmöglichen Schreibweg wählen, im Zweifel einfach den Support kontaktieren und nachfragen (der ist top!).

    @Itancana: Es gibt im Grunde keine „schwierigen Aufträge“, nur den falschen Autor. Nicht jeder kann alles, was auch gut so ist, und nicht jeder will alles schreiben. Wenn Aufträge liegen bleiben, dann meist deshalb, weil die Autoren die Anforderungen für zu hoch halten (für eine Sternekategorie), oder sich einfach kein passender „Fachspezi“ gerade herumtrollt. Manche Aufträge müssen(!) auch einfach liegen bleiben, damit der Kunde über seine Anforderungen nachdenkt, und diese ggfl. noch einmal überarbeitet (bzw. in einer höheren Kategorie einstellt).

    @Christiane:
    „Satzmelodie“ ist ein schönes Wort. Danke dafür 🙂 Obwohl man auch Textmelodie sagen könnte, da es ja um die Abwechslung der Sätze zueinander geht, nicht in sich selbst. Aber das ist jetzt Haarspalterei 🙂

    Liebe Grüße an meine Mitautoren und das Content-Team nebst Admin:

    der Chris

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