Interview mit Autor Chris Wolker

1. Seit wann schreiben Sie für content.de?

Aktiv tätig bin ich seit 07.09.2012.

2. Wie gehen Sie mit einem Schreibauftrag, der mit einer Vielzahl Keywords versehen ist, um?

Ich überlege mir im Vorfeld eine inhaltlich sinnvolle Gliederung und Struktur
bezüglich verschiedener Überschriften zu den Themenkernelementen. Danach baue ich dort gut verteilt die geforderten Keywords ein. Die Arbeitsweise findet so statt, dass ich zuerst die Überschriften fixiere und einsetze, bevor ich mit dem jeweiligen Block beginne.

3. Wonach richten Sie sich bei der Auftragssuche?(Textart, zum Beispiel Produktbeschreibungen oder Thema wie „Computer“, oder „Reise“)

Durch meine breit angesiedelte Allgemeinbildung ist mir das Thema – bis auf wenige Ausnahmen, die ich evtl. aus humanistischen oder ethischen Gründen nicht vertreten kann – vorerst egal. Ein Blick auf das Briefing kann sofort zu einer positiven Entscheidung führen, wenn mir das Thema sehr bekannt ist. Bei Themen, die mir ungenügend bekannt sind, recherchiere ich bei einem guten Briefing im Internet und erkundige mich, ob ich mein Wissen entsprechend erweitern und das Briefing dadurch ordentlich erledigen kann. Unter einem guten Briefing verstehe ich eine klare Struktur, die keine Wenn und Aber offen lässt und mir als Autor klar vorgibt, was erwünscht ist und was nicht. Zum Glück machte ich bislang nur mit sehr wenigen Auftraggebern diesbezüglich unbefriedigende Erfahrungen.

4. Welches Fachbuch sollte man Ihrer Ansicht nach als Autor auf jeden Fall gelesen haben und warum?

Diese Frage kann ich nicht wahrheitsgemäß bezüglich auf ein bestimmtes Werk beantworten. Der Grund dafür ist, dass ich nie ein solches Buch las und auch ansonsten keinerlei Informationen über derartige Fachbücher besitze. Die deutsche Sprache war über meine gesamte Schul- und Ausbildungszeit mein absoluter Schwachpunkt.

Während in anderen Fächern meine Noten sehr gut und gut waren, kam ich in Deutsch nur ein einziges Mal unter ein Ausreichend. Das lag daran, weil ich in der Kindheit und im Jugendalter sehr stark stotterte und lispelte. Texte laut vorzulesen war für mich eine Qual und so manche Lehrer/innen verstanden diese Folter so gut, dass ich an Sprachen nicht nur völlig mein Interesse verlor, sondern ein regelrechtes Grauen davor bekam.

Der Wandel trat ein, als ich mit der Entwicklung von Brettspielen begann. Spiele benötigen Regeln. Diese Regeln müssen nicht nur exzellent verständlich, sondern sprachlich einwandfrei sein. Somit erlernte ich das Schreiben von der Pike auf, wie es im Volksmund heißt. Textverarbeitungen mit Autokorrektur- funktionen und das Internet halfen mir sehr bei meiner sprachlichen Entwicklung. Ich verstand sehr schnell, worauf es bei einem guten Text ankommt. Ich schrieb inzwischen mehrere eigene Bücher unter ganz verschiedenen Pseudonymen in den verschiedensten Genres. Auch in mehreren Anthologien bin ich als Autor vertreten. Im Bereich der Online Games schrieb ich zirka 1.500 Quests und mehrere Gamestorys.

Zum Werbetexten kam ich durch Zufall, als ein Arbeitgeber einst einen Slogan suchte und meine Idee letztendlich übernahm. Ich recherchierte dann im Internet und fand mehrere Möglichkeiten, in diesem Marktsegment freiberuflich aktiv zu werden. So kam ich letztendlich zu content.de

5. Was sollte content.de noch für die Autoren umsetzen bzw. anbieten?

Eine Erweiterung der Auswahl bezüglich der Interessen fände ich vorteilhaft. Die Einschränkung auf 20 Bereiche ist für mich unbefriedigend.

Ein etwas besseres Honorar wünscht sich gewiss jede Autorin und jeder Autor. Für mich ist es ab und an ein Grund bei content.de nicht zu schreiben, wenn ich anderweitig besser honorierte Aufträge erhalte. Natürlich verstehe ich, dass bei der Honorierung marktwirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden müssen.

4 thoughts on “Interview mit Autor Chris Wolker

  • 16. November 2012 at 09:41
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    Tja, das mit den Kategorien ist so eine Sache. Wie singt Rainald Grebe doch so schon „Entscheidung ist ein Massenmord an Möglichkeiten!“ 😉 In diesem Sinne wollen wir die Opferzahlen gering halten und haben schon vor längerer Zeit die Anzahl der Kategorien reduziert, da sich auch eine größere Diversifizierung nicht als zielführend erwiesen hat. Erfahrungsgemäß gibt es zu vielen Aufträgen zahlreiche Möglichkeiten der Einordnung, ebenso bei den Autoren. Hier haben wir auch die Anzahl der möglichen Zuordnungen beschränkt, da die Aussagekraft einer Zuordnung stark eingeschränkt ist, wenn sich viele Autoren zu vielen Themengebiete zuordnen. Hier wollen wir eine Aussage über die „Spezialgebiete“ eines Autors erreichen.
    Kategorien geben ja auch nur grob die Richtung vor. Durch sie wird kein Autor von bestimmten Texten ausgeschlossen. Einzige Ausnahme ist hier übrigens der Bereich Erotik! Aufträge aus dieser Kategorie werden nur Autoren angezeigt, die diese Kategorie auch ausgewählt haben.

  • 21. November 2012 at 08:31
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    Ein interessanter Erfahrungsbericht von überraschender Offenheit!
    Ergänzender Vorschlag: Wie wäre es mit einem ebenso aufschlussreichen Autorenfoto, auf dem man etwas mehr erkennen kann?

    Beste Grüße :)!
    Birgit Brüggehofe

  • 10. Dezember 2012 at 06:15
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    Sehr geehrter Dr. Arne-Christian Sigge,

    ganz herzlichen Dank für die klärende Information.

    Zu meinen Bild:
    Ein schöner Rücken kann auch entzücken.
    Zudem sind es Geheimnisse, welche unser Dasein spannend machen und unsere Neugier positiv antreiben.

    Mit Spielen grüßen

    Chris

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