Die content.de-Top 5 der deutschen Kinderbuchautoren – Teil 3

Im dritten Teil unserer Blogserie über unsere Top 5 der deutschen Kinderbuchautoren wird Ihnen von unserem Autor Lenz heute Michael Ende vorgestellt, der Schöpfer des zeitlosen Klassikers „Die unendliche Geschichte“.

 

Weit mehr als ein Märchenerzähler: der phantastische Autor Michael Ende

Er ist einer der international bekanntesten deutschen Schriftsteller. Michael Endes Werke wurden in insgesamt vierzig Sprachen übersetzt und erreichen bis heute eine Gesamtauflage von mehr als 28 Millionen Büchern. Trotzdem verschwindet der Mensch Michael Ende meist hinter seinen berühmten Figuren wie Jim Knopf, Momo oder auch Bastian Balthasar Bux aus der Unendlichen Geschichte. Geboren wurde er 1929 in Garmisch, verbrachte seine Jugend aber in München bis er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs an der Kinderlandverschickung teilnahm. 1950 beendete er seine Ausbildung als Schauspieler und schrieb neben dem Theaterspiel Texte für verschiedene Kabaretts. Der schriftstellerische Durchbruch gelang ihm 1960 mit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Ähnlich große Popularität erlangten der 1973 verfasste Roman „Momo“ sowie das 1979 erschienene Buch „Die unendliche Geschichte“. Nachdem er lange Zeit in Italien gelebt hatte verstarb Michael Ende 1995 in Filderstadt-Bonlanden aufgrund eines Magenkrebsleidens.

Ein Kinderfoto unseres Autors Lenz

Ein Kinderfoto unseres Autors Lenz

Von der Kritik wurde Michael Ende oftmals vorgeworfen, mit seinen Romanen „Weltflucht“ zu propagieren. Der tristen Wirklichkeit würde in seinen phantastischen Geschichten eine schöne Scheinwelt entgegen gesetzt. Diese, vor allem in Deutschland nachhaltig vertretene, Auffassung war einer der wichtigsten Gründe für seine zeitweilige Auswanderung nach Italien. Michael Ende fühlte sich unverstanden, weil seine Werke tatsächlich häufig eine fundamentale Gesellschaftskritik beinhalten. Dies wird bei „Momo“ besonders deutlich. Das kleine Mädchen Momo lebt mit seinen Freunden in und um die Ruinen eines antiken Amphitheaters. In diese heile Welt brechen nach und nach die so genannten „Grauen Herren“ ein, welche darauf aus sind, den Menschen ihre Zeit zu stehlen. Dabei gaukeln sie den Leuten vor, die Zeit für sie anzusparen, während sie sie in Wahrheit selber verbrauchen. Michael Ende entwirft hierfür das Bild, dass die Zeit aus Blumen besteht, welche die Grauen Herren trocknen und zu Zigaretten drehen. Ohne die „tote Zeit“ im Rauch dieser Zigaretten könnten sie nicht leben. Momo kommt mit den Veränderungen einer sich mehr und mehr beschleunigenden Welt immer schlechter zurecht und schafft es nach vielen Anstrengungen, dem Treiben der Grauen Herren ein Ende zu setzen.

An der Verfilmung von „Momo“ 1986 wirkte Michael Ende bei der Erstellung des Drehbuchs mit. Dies geschah unter anderem deshalb, weil der zwei Jahre zuvor gedrehte Film über „Die unendliche Geschichte“ überhaupt nicht seinen Vorstellungen entsprach. Ihn ärgerte der Hollywoodkitsch so sehr, dass er seinen Namen aus dem Vorspann streichen ließ und in Zusammenhang mit dem Film nur noch von der „unsäglichen Geschichte“ sprach. Sehr viel gelungener wurde sein Werk „Jim Knopf“ von der Augsburger Puppenkiste für das Fernsehen als Marionettenspiel in Szene gesetzt. So gut wie alle Werke Endes sind als Hörspiel oder Hörbuch erhältlich, worunter „Die unendliche Geschichte“ gesprochen von Harald Leipnitz und mit der Musik von Frank Duval unterlegt als besonders gelungen gilt.

 

Hier gelangen Sie zu den vorherigen Teilen der Blogserie:

Teil 1: Otfried Preußler: Ein Urgestein der deutschen Kinderliteratur

Teil 2: Humor und ein scharfer Blick prägten sein Werk: Erich Kästner als Kinderbuchautor

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