Interview mit Autorin NicoleNegwer

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Autorin: NicoleNegwer

Beschreiben Sie kurz Ihre Person und wie Sie zum Schreiben gekommen sind.

Zur Jahrtausendwende habe ich mein Magisterstudium mit den Fachbereichen Medienwissenschaften, Europäische Ethnologie und Deutsch als Fremdsprache abgeschlossen. Von jeher lag mir eine dynamische Lebensweise. Deshalb stellte ich mir ein freiberufliches Potpourri aus Journalismus, Integrationsarbeit, Jugendhilfe, Kulturprogrammen und Erwachsenenbildung zusammen. Das Angebot einer leitenden Position für Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit war so verlockend, dass ich es annahm. Diese Tätigkeit war gewiss eine wertvolle Erfahrung, passte jedoch nicht zu meinem Drang nach neuen Herausforderungen. Im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms ging ich im Jahr 2009 nach Kappadokien. Seither lebe ich vorwiegend in der Türkei, mit Zwischenstopps in Österreich und Deutschland. Selbstverständlich stellte sich die Frage nach der Finanzierung des Nomadenlebens. Eher zufällig stolperte ich über Textaufträge im Internet und fand so den Beruf, der für mich maßgeschneidert ist.

Warum trifft ein Auftraggeber mit Ihnen die richtige Wahl?

Die universitäre Ausbildung und meine beruflichen Erfahrungen sind für die Texterstellung gewiss ein Vorteil. Zudem charakterisiert mich eine ungebremste Neugier, die sich mit einem Hang zur Perfektion paart. Ich bin ein großzügiger Mensch, kann jedoch eines nicht leiden: Zeitverschwendung. Deshalb versuche ich, jedem noch so einfachen Text etwas Lesenswertes zu geben. Leider lässt nicht jeder Auftrag diese Mission zu.

Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht schreiben?

Ich bin eine leidenschaftliche Köchin, die viele Gäste um sich versammelt. Zudem liebe ich befristete Projekte, die vom Lernen einer Handarbeit bis zum gemeinnützigen Engagement reichen können. Auch lege ich Wert auf Ruhephasen, in denen ich mich dem Lesen, Meditieren oder banaler TV-Unterhaltung widme.

Wie schaut Ihr Arbeitsplatz zum Schreiben von Texten aus, was ist Ihnen dabei besonders wichtig? 

Genau dieser Punkt begeistert mich bei meiner Tätigkeit: Es gibt keinen definierten Arbeitsplatz. Mit meinem Notebook variiere ich nach Lust und Laune die Perspektive. Vom Schreibtisch über die Hollywoodschaukel in die freie Natur und abschließend ins Panorama-Café – genau das ist der Luxus, den ich nicht mehr missen möchte.

Welche drei Bücher sollte ein Autor Ihrer Meinung nach gelesen haben?

Eine Reise in die Vergangenheit kann nicht schaden, um sich zu erden und die schnelllebige Gegenwart zu verstehen. Ich bediene mich nach dem Zufallsprinzip im Projekt Gutenberg und bei Zeno.org. Dort gibt es zum Beispiel Anstandsbücher für junge Männer und Frauen. Teilweise sind die überholten Auffassungen schlichtweg amüsant. Aber sehr häufig finden sich inhaltliche Parallelen zu aktuellen Diskussionen und Argumentationslinien. Das finde ich spannend. Ein neueres Werk, das ich jedem Erdenbürger empfehlen würde: „Empört Euch!“ von Stefan Hessel.

Welche Textaufträge würden Sie gerne übernehmen, die Sie bislang noch nicht geschrieben haben und warum?

Dazu fällt mir nichts ein. Ich lasse mich vom Angebot überraschen und greife spontan zu. Auch diese Komponente fasziniert mich bei der Textarbeit.

Mit welchen Worten würden Sie uns im Autorenkreis weiterempfehlen?

Nun kommt die Gelegenheit, ein Lob auszusprechen. Dank content.de kann ich morgens den Computer einschalten, freue mich über Aufträge und klappe abends den Deckel wieder zu. Keine Kundenakquise, keine langwierigen Debatten über Honorare, kein Ärger mit unbezahlten Rechnungen: Komfortabler könnte ich mir einen Service nicht vorstellen. Zu der Kompetenz von content.de gesellt sich etwas, das aufgrund der Distanz merkwürdig scheint: Ich habe mit vielen Institutionen und Unternehmen zusammengearbeitet. Allerdings sind mir nur selten ein derart gutes Personalmanagement und ein derart freundliches Arbeitsklima begegnet. Hut ab und Dankeschön!

3 thoughts on “Interview mit Autorin NicoleNegwer

  • 19. November 2014 at 10:54
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    Liebe Nicole!

    Kappodakien, wow! Das ist doch mal wieder ein schönes Interview, das einen der großen Vorteile unseres Jobs heraus streicht, die räumliche Unabhängigkeit. Da wünsche ich Dir, dass Du allzeit Kontakt zum weltweiten Netz hast, damit es auch weiter schön nomadisiert. Mir ging nämlich bei einem kurzen Versuch, das Landleben schreibend zu genießen, sogar in der Nähe von Rostock einmal das Netz verloren – mitten in einem Artikel, klar. Aber: no risk, no fun.

    Viele Grüße an alle sesshaften oder herum vagabundierenden Kollegen, Bea

  • 20. November 2014 at 18:49
    Permalink

    Danke für die liebe Rückmeldung, Bea. Ausfälle beim Internet und die fragile Elektrikversorgung sind tatsächlich ein sehr häufiges Problem in Anatolien. Schon in zwei Wochen werde ich meinem Ruf als Nomadin gerecht und siedle auf die Halbinsel Datca über. Dort ist alles etwas fortschrittlicher, was sich auch auf die technische Infrastruktur bezieht. Gerne möchte ich es noch einmal betonen: Content.de und die Textarbeit im Allgemeinen machen diesen spontanen Wechsel des Settings möglich.
    Grüße
    Nicole

  • 25. November 2014 at 16:48
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    Liebe Nicole,

    es war sehr interessant zu lesen, das Interview mit Dir und auch ich finde, dass Du den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Denn die Unabhängigkeit, die uns content bietet, ist wahrlich einfach fantastisch!

    Ich wünsche Dir noch viele weitere, anregende und beschwingte Jahre, die Dir die Erkenntnisse bringen, die Du suchst!

    Liebe Grüße,
    Marina

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