Ergebnisse unserer Schnellumfrage zum Bewertungssystem von content.de

Pie-ChartKürzlich wurde im Team wieder einmal das leidige Thema Bewertungen durch Auftraggeber diskutiert. Auslöser: Ein Autor fühlte sich in 2-3 Fällen ungerecht bewertet und hielt daher das ganze System für unbrauchbar. Klar stört einen immer die Handvoll negativer Bewertungen, die große Masse der positiven Bewertungen wird als selbstverständlich hingenommen – so die eine Meinung im Team. Die andere Meinung lautete: „Egal, wenn das System als negativ empfunden wird, sollten wir es überdenken“. Was liegt da näher, als die Betroffenen direkt zu fragen. Langer Rede kurzer Sinn: Ganz unbürokratisch haben wir mit Hilfe von Google-Docs eine Blitzumfrage zusammengestellt, um ein spontanes Stimmungsbild unserer Autoren einzufangen

Innerhalb von zwei Stunden hatten wir schon Antworten von über 100 Autoren. Nach Ablauf der Umfrage hatten sich 34 % aller im Zeitraum der Umfrage eingeloggten Autoren an der Umfrage beteiligt. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig. Auf die Frage „Brauchen wir Bewertungen durch Auftraggeber? Falls ja, wie sollen diese zukünftig erfolgen?“ gab es mit 92,7 % die deutlichste Antwort:

Bewertungen pro Auftrag

Alles soll so bleiben wie bisher. Auftraggeber sollen weiterhin jeden Text einzeln bewerten können.

Bezüglich der aktuellen Bewertungsaspekte gibt es auch eine deutliche Zustimmung für die Beibehaltung. Inhalt und Vorgabenerfüllung wollen 92,2 % der Autoren beibehalten, der im Team kritisch diskutierte Punkt Kommunikation und Termintreue kommt als Schlusslicht immer noch auf 74,6 % Zustimmung. Relevante Vorschläge für Erweiterungen gab es nicht.

Gut zwei Drittel der Autoren (67,7 %) möchten die aktuelle Bewertungsskala beibehalten. 18,1 % würden eine Umstellung auf ein Sterne-System wie bei Amazon und eBay bevorzugen. Problem hierbei aus Sicht des Teams: Ein Sterne-System lässt kaum Luft nach oben für außergewöhnlich gute Texte. Gerade bei eBay und Amazon hat es sich eingebürgert, dass alles unter fünf Sternen eine schlechte Bewertung ist.

Bewertungsskala

Weiterhin besteht eine Verwechselungsgefahr mit dem System der Qualitätsniveaus von content.de. Bedeutet eine 3-Sterne-Bewertung dann, dass der Text dem 3-Sterne-Qualitätsniveau entspricht?

Die plakative Reduktion auf zwei Werte (gut/schlecht) wünschten sich nur 2,2 % der Umfrageteilnehmer. 12,1 % der Autoren könnten sich hingegen mit der Auswahl gut/neutral/schlecht anfreunden, vermutlich weil es in dieser Variante noch einen dezenten Ausweg (neutral) vor einer schlechten Bewertung gibt.

Im freien Vorschlagsteil gab es (komischerweise) primär Vorschläge, schlechte Bewertungen durch Auftraggeber zu erschweren:

  • Vor jeder schlechten Bewertung muss der Autor eine Chance zur Nachbesserung haben.
  • Jede schlechte Bewertung muss ausführlich begründet werden.
  • Jede schlechte Bewertung muss durch content.de geprüft werden.

Merkwürdig, dass es keine vergleichbaren Forderungen für überdurchschnittlich gute Bewertungen gab. 😉

Der Punkt mit der Chance zur Nachbesserung sollte evtl. einmal unter folgendem Gesichtspunkt betrachtet werden: Wenn man in einen Restaurant von einem miesgelaunten Kellner bedient wird oder das Essen nicht schmeckt, möchte man auch nicht gezwungen werden, den Laden ein zweites Mal aufzusuchen, bevor man im Freundeskreis schlecht über das Lokal spricht oder in einem Internetportal eine schlechte Bewertung abgibt. Ebenso ergeht es ggf. Auftraggebern, die viele Texte abwickeln. Ihnen sitzt möglicherweise selbst ein Kunde mit Termindruck im Nacken. Für Revisionen ist in diesem Fall oft keine Zeit. Dann nimmt man den Text lieber selber an, passt ihn an und gibt eben eine schlechte Bewertung ab.

Allerdings äußerte sich auch ein Autor recht deutlich zum schlechten Umgang mit Kritik mancher Kollegen: „Das Bewertungssystem muss so bleiben, wie es ist, da Vergleichsmaßstäbe und Wettbewerb entscheidende Faktoren für die Qualität von Inhalten sind  (auch für Auftraggeber). Wer mit Kritik, und sei es in Form von einzelnen Bewertungen, nicht umgehen kann, hat nichts als Selbstständiger in der freien Wirtschaft verloren.“

Grundsätzlich scheinen wir beim Entwurf des Bewertungssystems richtig gelegen zu haben. Betrachtet man das Gesamtfeedback der durchaus repräsentativen Autorengruppe, besteht derzeit kein Anpassungsbedarf. Die geäußerte Kritik ist menschlich und nachvollziehbar, denn schlechte Bewertungen möchte jeder vermeiden. Jede einzelne schlechte Bewertung sticht überproportional aus der Masse der guten Bewertungen hervor. Diese selektive Wahrnehmung ist oftmals das eigentliche Problem, nicht die Bewertungen im Ganzen.

Die unter dem Strich deutliche und breite Zustimmung zu unserem Bewertungssystem hat uns zugegebenermaßen etwas überrascht. Wir haben uns durch vereinzelte Kritik scheinbar etwas verunsichern lassen und die Meinung der großen, schweigenden Masse unterschätzt. Wir werden das Thema aber weiterhin im Auge behalten. Wir bedanken uns bei allen Autoren, die an unserer Spontanumfrage teilgenommen haben.

25 thoughts on “Ergebnisse unserer Schnellumfrage zum Bewertungssystem von content.de

  • 13. September 2017 at 11:41
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    „Merkwürdig, dass es keine vergleichbaren Forderungen für überdurchschnittlich gute Bewertungen gab. “ – Es gab keine Option für: Jede zehnte, überdurchschnittlich gute Bewertung wird von Content mit einer Flasche Sekt für den Autor belohnt.

    Ich wär ja auch dafür … 😉

    … grosses Aufatmen, dass alles so bleibt. Jetzt bleibt nur noch, den Auftraggebern mit automatischer Abnahme verständlich zu machen, dass und wie wichtig die Bewertung auch für sie selbst ist. Nämlich dann, wenn sie beim nächsten Mal auf der Suche nach dem richtigen Texter sind.

  • 13. September 2017 at 12:02
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    Es ist sehr gut nachvollziehbar, wenn sich Autoren über schlechte Bewertungen ärgern. Immerhin nutzt Content.de das Kundenfeedback als Hinweis darauf, ob ein Autor in seiner Stufe noch gut untergebracht ist.

    Kritik ist aber gleichzeitig die Chance herauszufinden, was falsch lief und besser werden kann. Eine freundliche (!) Rückfrage beim Auftraggeber kann doch recht aufschlussreich sein. Dann klappt es vielleicht auch mit Sternen und Krönchen.

  • 13. September 2017 at 12:28
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    Ich finde es sehr gut, dass der Großteil der Kollegen vom aktuellen Bewertungssystems überzeugt ist und schließe mich der Aussage von BRed an. 🙂

    Wie bereits angemerkt: Kritik sollte jeder von uns als Chance sehen, sich zu verbessern. Eine selbstkritische Betrachtung der eigenen Stärken und Schwächen sollte selbstverständlich sein als Dienstleister.

  • 13. September 2017 at 12:47
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    Liebes Content Team,

    erst einmal Gratulation zu der erfolgreich durchgeführten und durchaus sinnvollen Umfrage! Lob ist an dieser Stelle auf jeden Fall angebracht, da es der breiten Masse eine kollektive Feedback Möglichkeit gibt und … hey, ihr macht eure Arbeit offenbar gar nicht einmal so schlecht! 😉

    Aaaaaaaaaber:

    „Im freien Vorschlagsteil gab es (komischerweise) primär Vorschläge, schlechte Bewertungen durch Auftraggeber zu erschweren:“

    komischerweise => seltsamerweise – Ausdruck ihr lieben Leutchen… ich bitte euch! 😉 😀

    „Merkwürdig, dass es keine vergleichbaren Forderungen für überdurchschnittlich gute Bewertungen gab.“

    Der Teil sollte selbsterklärend sein. Was soll der Auftraggeber denn erklären, wenn es ein rundum perfekter Text ist? Da weiß doch der Autor automatisch, dass er alles richtig gemacht hat und seinen Stil einfach beibehalten kann – oder etwa nicht? An dieser Stelle ein Feedback einzufordern wäre Zeitverschwendung der Auftraggeber und schlichtweg unnötig.

    Bedenkt das bitte, bevor ihr Autoren unterstellt, dass sie einfach nur keine schlechten Bewertungen wollen. Das mag zwar trotzdem so sein, jedoch ist dies ein wenig zu unreflektiert gewesen, wieso die Begründungsforderung einseitig ist. 🙂

    Falls ein Auftraggeber zwei Aufträge vergibt und mit einem zufrieden, mit dem anderen jedoch unzufrieden ist, kann man dann eher im Einzelfall über die Nachrichtenfunktion klären was gut oder schlecht war.

    Aber alles in allem: Gute Arbeit – weiter so!

    Lieben Gruß!

  • 13. September 2017 at 13:13
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    @ P.W.: Schon mal ein Gutachten für eine Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit oder gar ein Arbeitszeugnis geschrieben? Da wird üblicherweise auch begründet, was an der Leistung so außergewöhnlich ist, dass sie die Bestnote verdient. Ganz so abwegig ist der Gedanke nicht. Bei einem Text, der „die Erwartungen deutlich übertrifft“, wird man das auch begründen können 😉

  • 13. September 2017 at 13:29
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    Bewertungen der Texte durch die Auftraggeber sind ohne Frage sinnvoll. Ich will mich da gar nicht beschweren.

    Aber ich wünsche mir eine Ergänzung: Bewertung der Auftraggeber durch die Autoren. Denn eines ist klar. Es gibt auch immer wieder Auftraggeber, vor denen ich meine Mit-Texter gerne warnen würde… Einige Auftraggeber, auch solche, die mich meines Erachtens ohne Grund schlecht bewertet haben, habe ich auf meine persönliche Sperrliste gesetzt. Das hilft aber den anderen Autoren nicht viel.

    Vielleicht würde die Bewertung der Auftraggeber durch die Autoren den einen oder anderen Auftraggeber zum Nachdenken darüber veranlassen, was er eigentlich mit einer Bewertung im Guten und im Schlechten erreichen kann.

  • 13. September 2017 at 13:56
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    Herzlichen Dank für die spannende Umfrage! 🙂

    Ich kann Christopher nur zustimmen. Wie gerne hätte auch ich meine lieben Kollegen vor speziellen Auftraggebern und Briefings gewarnt.

    Für die Möglichkeit, Auftraggeber zu sperren, bin ich sehr dankbar. Ich habe mich lange geweigert, diese Funktion zu nutzen. In bestimmten Fällen war es jedoch eine große Erleichterung, die mir die Freude am Schreiben zurückgegeben hat.

    Von Auftraggebern, die sich nicht die Zeit für Bewertungen nehmen oder unfair bewerten, nehme ich inzwischen keine
    Aufträge mehr an.

    Vorher schreibe ich diese Auftraggeber meist an, um herauszufinden, wie beide Seiten zufriedener werden können. Oft gibt es dann aber gar keine Begründungen oder Verbesserungswünsche. Also nehme ich solche Aufträge einfach nicht mehr an.

    Ich vermute, dass ich nicht die einzige Autorin bin, die es so macht.

    Das erklärt auch, warum einige Aufträge viele Wochen und Monate im offenen Pool liegen.

    Liebe Grüße

    Autorin A112358

  • 13. September 2017 at 15:11
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    Auch an dieser Stelle noch einmal ein ausdrückliches Dankeschön für die Umfrage.

    Die Verschärfung der Bedingungen für negative Bewertungen durch Auftraggeber halte ich, aus den im Beitrag genannten Gründen, ebenfalls für wenig zielführend. Ehrlichen Meinungsäußerungen sollten möglichst wenige Hürden im Weg stehen.

    Umgekehrt sorgen die Sterne und Kronen zwar für das gute Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, entfalten aber sonst keine Auswirkung. Im Hinblick auf einen möglichen Aufstieg in höhere Ränge mögen diese eine Bedeutung haben. Aber hierzu bleiben die Aussagen zwangsläufig vage, weil die Bewertung von Texten viel mit Bauchgefühl zu tun hat und überdurchschnittliche Bewertungen entsprechend nicht in Form von Fleißkärtchen einen automatischen Aufstieg zur Folge haben können.

    Zur allgemeinen Qualitätssteigerung wäre daher eine echte Honorierung dieser Bewertungen sinnvoll. Ein solcher stärkerer Anreiz für mehr Qualität dürfte sich mittel- bis langfristig auch auf die Auftragszahlen positiv auswirken wenn über content.de gebuchte Texte im Schnitt deutlich besser sind als bei anderen Plattformen.

  • 13. September 2017 at 15:15
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    Hallo,

    ich finde toll, dass alles so bleibt wie es ist.

    Ich hatte mich zwar für ein Sterne-System ausgesprochen, dass Argument welches Sie angeführt haben war jedoch einleuchtend.

    Die oben angesprochene Idee mit dem Bewertungssystem für Auftraggeber fände ich übrigens super!

  • 13. September 2017 at 15:18
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    Ich stimme Christopher ebenfalls zu. Bei mir sind es aber eher diejenigen Auftraggeber, die wiederholt Texte mit immer neuen Anmerkungen in Revision geben, die auf meine Sperrliste wandern.

    Klar ist es spannend, zu wissen, warum man schlecht bewertet wurde. Aber mich persönlich würde es schon auch interessieren, warum manche Auftraggeber überdurchschnittlich gut bewerten oder es im Kommentar mit dem Lob regelrecht übertreiben. Ich als Autorin frage mich dann manchmal „Was habe ich denn besonders gut gemacht, ich habe schließlich „nur“ die Anforderungen erfüllt“.

  • 13. September 2017 at 19:59
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    Verstehe ich das richtig? Seltene negative Bewertungen werden als unangenehm bzw. ungerecht empfunden, weil sie selten bzw. ungewohnt sind? Anders herum wird der berühmte Schuh draus: Gerade die Gewohnheit, gute Leistung abzuliefern und fair bewertet zu sehen, lässt bei negativen Einzelfällen aufhorchen. Und der Autor stampft nicht wütend mit dem Fuß auf, sondern fragt sich: Was ist bei 1 von 100 falsch gelaufen – ich habe doch geliefert wie gewohnt?

  • 13. September 2017 at 22:13
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    Schön, dass alles so bleibt wie es ist. Lediglich eine kleine Feature-Änderung wünsche ich mir, nämlich dass ich als Autor auch noch NACH der Abgabe eines Auftrages das Briefing bewerten kann. Es passiert mir so oft – insbesondere knapp vor Abgabeschluss unter Zeitdruck -, dass ich den Text eingereicht habe (immer wieder die Freude, wenn „Text ist unique“ kommt 😉 ) und mir erst dann siedendheiß einfällt, dass ich die Bewertung des Briefings vergessen habe. Wir Autoren freuen uns schließlich über jede Bewertung (ganz gleich, ob positiv oder negativ) und ich denke, den Auftraggebern geht es ebenso.

  • 13. September 2017 at 22:20
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    Ich schlage auch für Direct-Orders eine Bewertungsmöglichkeit vor. So sehen potenzielle Auftraggeber auch, dass zahlreiche qualitativ hochwertige Texte geschrieben werden, die sonst für andere Auftraggeber hinsichtlich der Existenz der Texte (nämlich in Form der Bewertung) unsichtbar bleiben würden.

  • 14. September 2017 at 16:23
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    Wie schön, die Umfrage ist an mir unbemerkt vorbeigezogen, obwohl ich Umfragen liebe. 😉

    Nach meiner Erfahrung gibt es Bewertungs-Trouble ausschließlich bei Aufträgen aus dem Open-Order-Pool. Deshalb schreibe ich in diesem Bereich seit Jahren so gut wie nix mehr, weil obendrein die Gefahr besteht, dass man auf allbekannte FB-Spezis oder schreibfaule Kollegen trifft. Direktkunden bewerten hinigegen fair und nachvollziehbar und legen auch eine ganz andere Kommunikationskultur an den Tag, wenn mal was nicht sofort nach Plan läuft, als „AG“ mit überzogenen Ansprüchen zum kleinsten Preis.

    Von mir aus kann bewertungstechnisch alles so bleiben wie es ist. Ich hätte ganz andere Wünsche, z.B. dass die Kunden-Accounts Namen statt Nummern benutzen oder wenigstens im Briefing oder bei Nachfrage mit ihrem Namen zeichnen und nicht mit „Ihr Auftraggeber“.

    Liebe Grüße, Claudia

  • 14. September 2017 at 17:18
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    Wer will schon schlechte Bewertungen? Auch wenn die negativen Bewertungen einen verschwindend geringen Teil der Gesamtbewertungen ausmachen, ärgert man sich doch trotzdem. Das heißt nicht, dass man damit nicht umgehen kann, wie das etwas forsche Zitat im Text behauptet. Schließlich wird deswegen keiner vor den nächsten Zug springen (nehme ich mal an). Aber wenn ich viel Zeit in einen Text investiert habe, Änderungswünsche auch noch (selbst wenn ich diese nicht nachvollziehbar fand) bereitwillig umgesetzt habe und dann dennoch schlecht bewertet werde, dann ist das einfach frustrierend, auch wenn die 100 Auftraggeber davor und die nächsten 100 Auftraggeber danach wieder positiv werten. Dieser eine „versaut“ dann die Statistik und man bereut, diesen Text dann überhaupt angenommen zu haben.

    Vielleicht bin ich da zu reserviert; aber ich würde auch im genannten Beispiel („Wenn man in einen Restaurant von einem miesgelaunten Kellner bedient wird…“) das Restaurant nicht mit einer negativen Bewertung strafen. Ich würde dann gar nicht bewerten und so halte ich es auch bei eBay oder Amazon – entweder bewerte ich positiv oder gar nicht. Ich würde mich immer fragen, was ich demjenigen damit „antue“, wenn ich ihn negativ bewerte. Klar, der wird sich auch nicht vor den Zug werfen, aber sich ggf. ärgern oder ich füge jemandem einen wirtschaftlichen Schaden zu, weil die negative Bewertung andere abschreckt. Ich denke, hier schreiben auch viele, die auf die Einnahmen wirklich angewiesen sind und es sich nicht so einfach leisten könnten, wenn da Auftraggeber durch negative Bewertungen der Vorgänger abgeschreckt werden und die Direct Order lieber jemand anderem zukommen lassen.

    Irgendwie gefällt mir diese ständige Bewerterei generell nicht. Immer muss alles in irgendeiner Form eingeschätzt und evaluiert werden. Das erzeugt auch Druck. Online geht das ja so schön leicht. Wenn man früher – vor der Zeit dieser ganzen Bewertungsportale – an einen schlechtgelaunten Kellner geraten ist (der vielleicht einfach mal einen blöden Tag hatte und nicht gleich die Reinkarnation des Bösen war), dann hat man dem einfach kein Trinkgeld gegeben und es vielleicht Freunden und Familie erzählt. Aber ein Gast drei Orte weiter hat davon nichts erfahren und ist vorbehaltlos dort essen gegangen. Heute würde der Gast drei Orte weiter online die Bewertung lesen und sich vielleicht gegen das Restaurant entscheiden. Man kann mit einer schlechten Bewertung also durchaus etwas anrichten und anderen schaden.

    Ich bin auch außerhalb von content.de selbstständig und wenn es da Probleme gibt, die ein gewisses Maß überschreiten, dann breche ich die Bearbeitung ab, zeige dem Klienten die Grenzen auf und schicke die Person weg. Das kann ich hier nicht so einfach machen, denn dann würde auf ewig in meinem Profil stehen, dass ich den Auftrag storniert habe, was wiederum zu Sanktionen führen kann.

    Letztlich ist das System eben so und es wird auch immer mal wieder Auftraggeber geben, die unzufrieden sind und das auch hart mitteilen. Das finde ich zwar unschön, aber man muss sich damit arrangieren…

  • 14. September 2017 at 18:07
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    Ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir mit „unfairen Bewertungen“ nicht die 2-3 schlechten Bewertungen von 700 guten Bewertungen meinen.

    Mit „unfair“ meinen wir z.B. solche Fälle:

    Mehrere Keywords, die aus mehreren Wörtern bestehen und gar keinen korrekten deutschen Satz ergeben können. Diese dann in einer extrem hohen Keyworddichte. Die gesamte Wortanzahl geht schon fast für die Keywords drauf. Dazu kommt, dass die vielen Keywords im Grunde alle dasselbe bedeuten! Ach, nicht zu vergessen: Der Inhalt der einzelnen Textabschnitte und die Satzanzahl (!) ist vorgegeben.

    Es hätte fast in jedem Satz MEHRMALS eine Keyword-Konstruktionen vorkommen müssen, die dasselbe bedeutet und kein korrektes Deutsch ergibt. Das dann im gesamten Text.

    Da ist man als Autorin überglücklich, wenn man es nach langem Tüfteln geschafft hat, daraus überhaupt einen sinnvollen und netten Text zu kreieren.

    Wenn dann eine „mittelmäßige Bewertung“ kommt, fragt man natürlich höflich nach der Begründung. Die Antwort: Der Text hört sich irgendwie nicht so schön an.

    Nein. Wie denn auch?! Man bekommt, was man bestellt. Der Text sollte ja fast nur aus Keywords bestehen, die alle dassselbe bedeuten und kein korrektes Deutsch sind. Wo sollen da schöne Sätze sein?

    Das meinte ich persönlich mit „unfair“.

    Ich kann nur sagen: Augen auf bei der Direct-Order-Annahme! 🙂 🙂

    Liebe Grüße an alle Kollegen 🙂 🙂 🙂

    Autorin A112358

  • 15. September 2017 at 10:45
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    Da möchte ich Autorin A112358 durchaus zustimmen. Ein Text kann nur so gut werden wie sein Briefing.

    Ich bin noch nicht lange bei Content.de, habe aber schon einige ca. 150 Texte verfasst. Tippfehler in den Keywords und mangelnde Reflektion seitens der Auftraggeber über die Formen der Keywords machen es häufig schwer, ein schönen Text zu formulieren. Natürlich lohnt immer die Rücksprache mit dem Kunden. Ich muss nur leider zugeben, dass die üblichen Raten für 4-Sterne Autoren die Zeit für das Schreiben kaum angemessen abdecken. Ein ausgedehnter Kundenservice mit Beratung kann dafür im Regelfalls nicht inklusive sein.

    Zum Teil finde ich die Erwartungshaltung der Auftraggeber für ihr finanzielles Investment sehr anspruchsvoll, was auch in den Bewertungen zum Ausdruck kommt.

    Nicht gut finde ich, dass automatisch angenommene Texte nicht in die Gesamtstatistik auf der Startseite im öffentlichen Profil einfließen.

    Viele Grüße an alle.

  • 15. September 2017 at 12:20
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    Hallo Nadine und Geheim,

    wenn persönliche Befindlichkeiten mit in die Bewertung einfließen, wird es immer unfair. Logisch. Und warum ist das so? Weil viele Autoren ab 4* aufwärts, die auf Content.de Aufträge bearbeiten, auch außerhalb von Börsen ihrem „Business“ nachgehen. Gleiches gilt für preisbewusste Kunden, die hier gern gut und günstig im OpenOrder-Bereich schreiben lassen. Nur mit dem Unterschied, dass die Autoren namentlich bekannt sind (sofern sie keine Fantasie-Nicknamen verwenden), die Kunden sich jedoch hinter Nummern verstecken. Anonymität im Netz hat Vorteile, aber nur für diejenigen, die anonym sind!

    Wer als Autor das Gefühl hat, ein Kunde wolle ihm mit der Bewertung „eins auswischen“ (z.B. Negativdaumen bei Kommunikation/Termintreue, obwohl superpünktlich geliefert) hat die Möglichkeit, sich beim Support zu beschweren, die gucken sich das dann genau an. Ist der kritische Daumen berechtigt, bleibt er. Wenn nicht, kann er neutralisiert werden. Dieser vermeidbare Unfug kostet aber beide Seiten Zeit und Nerven – und kommt zumindest bei mir nicht mehr vor, seitdem ich kaum noch OO annehme, sondern nur noch mit Kunden zusammenarbeite, die Texter und Textarbeit wertschätzen. Mit 99 Prozent meiner Bewertungen bin ich sehr zufrieden. 🙂

    Liebe Grüße, Claudia

  • 15. September 2017 at 13:01
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    Hallo Frau Wagner, wir haben das extra auf Wunsch zahlreicher Autoren rausgerechnet. Die Bewertung durch die Automatische Annahme kann ja nur „100% erfüllt“ sein. Sie darf den Autor ja weder schlecht noch überdurchschnittlich gut bewerten. Viele Autoren sahen dadurch den „echten“ Schnitt verzerrt. was wäre denn Ihr Vorschlag? Umgekehrt, was würden Sie als Auftraggeber von Bewertungen erwarten. Dass sie von Maschinen vorgenommen wurden, oder von Menschen?

  • 16. September 2017 at 10:31
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    Na, ja,

    Herr Sigge: Die automatische Auftrags-Abnahme lässt sich theoretisch auch als höchste Stufe werten – also: Daumen hoch mit Krone.

    Möglicherweise steigert das in den Augen von potenziellen Auftraggebern sogar insgesamt das Ansehen von content.de. Da sucht jemand nach Textern und stößt auf unser Portal mit so vielen und guten Bewertungen.

    Darin steckt vielleicht sogar ein Ansatz, um auf allen Stufen und in allen Katergorien höhere Honorare durchzusetzen?

    Es grüßt die content.de-community
    Peter Umlauf

  • 17. September 2017 at 15:14
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    Hatte diese Woche „Schreiburlaub“ und habe die Umfrage daher nicht mitbekommen. Aber sie bestätigt mich mal wieder in meiner Einschätzung dieser Seite hier. Ich habe das Schreiben auf diversen Plattformen ausprobiert. Letztlich sind aber nur zwei für mich übrig geblieben, wo ich mich als Autor gut aufgehoben fühle. Diese hier ist diejenige, wo ich am aktivsten bin aus verschiedenen guten Gründen. Das doch recht transparente und faire Bewertungssystem ist nur einer davon. Dass ihr euch dennoch weiterhin kritisch hinterfragt und versucht zu verbessern und dabei eure Autoren da mit einbezieht bestätigt mich nur wieder in meinem guten Eindruck. Erst kürzlich habe ich auf einer anderen Plattform gerade wegen einem völlig intransparenten und unpraktikablen Bewertungssystem einen Riesenbohei gehabt, und da ist nicht mal im Ansatz sowas wie Selbstreflexion zu erkennen.

    Lange Rede, kurzer Sinn – ich finde das System gut, so wie es ist. Auch die Möglichkeiten zur Abstufung finde ich eigentlich so wie sie sind ganz passend. Einzig den Punkt „Termintreue“ halte ich für eher überflüssig: entweder ich reiche den Text bis Fristablauf ein (also alles erwartungsgemäß), oder ich machs halt nicht und bekomme dann eh schon einen Negativscore bei der Annullierungsquote und werde doch für den nicht vorhandenen Text eh nicht bewertet. Also der Punkt erschließt sich mir vielleicht nicht ganz, aber er bringt mir jetzt auch keine schlaflosen Nächte.

    Was die Negativbewertungen angeht: das kann schon frustierend sein, wobei ich hier bisher Glück hatte und das erst einmal für mich vorgekommen ist. Da wars aber leider auch ein für mich nicht nachvollziehbarer Fall. Der eingereichte Text kam zur Überarbeitung zurück mit einer im Briefing nicht genannten Vorgabe. Ich habe den Text entsprechend überarbeitet, er wurde dann auch abgenommen aber mir wurde hinterher für den Punkt „Vorgabenerfüllung“ was abgezogen. Fand ich völlig unberechtigt, weils eben nicht in den Vorgaben stand und ich auch keine Kristallkugel besitze, um mir die Wünsche des Auftraggeber aus dem Äther zu ziehen… der Auftraggeber hat übrigens bis heute sein Briefing dahingehend trotz Hinweisen meinerseits nicht angepasst. Ich selbst nehme von ihm daher keine Aufträge mehr an, andere Autoren müssen diese Erfahrung wohl leider erst selbst machen.

  • 18. September 2017 at 09:27
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    @Peter Umlauf: Was ist, wenn da ein Auftraggeber ganz viele Minderwertige SEO-Texte produzieren lässt und die alle in die automatische Annahme laufen und bestens bewertet werden. Erweckt das beim Autor dann nicht ggf. einen völlig falschen Eindruck was seine Leistungen angeht? Oder was soll ein Auftraggeber dann von unseren Bewertungen denken, der diesen Autor beauftragt, mittelprächtige Texte bekommt und das gar nicht versteht, weil er ja nur überdurchschnittliche Bewertungen hat? Sicherheitshalbe ganz schlecht bewerten wollen wir ja auch nicht. 😉 Neutral zu bewerten ist da schon ein brauchbarer Ansatz.

  • 18. September 2017 at 10:46
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    Vielleicht ist die Lösung, dass wir unsere Direct-Order-Preise erhöhen. 😉

    Dann kann man eine unfaire Bewertung leichter wegstecken, weil man wenigstens angemessen bezahlt wurde. 🙂

  • 21. September 2017 at 12:14
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    Hallo Frau Landwehr,

    das ist eine Lösung, die wir in unserer Marktwirtschaft zum Glück selbst in der Hand haben. Wir sollten unsere Kompetenzen schließlich auch nicht verramschen und künstlich im Preis drücken. Qualität kostet, wie es unter anderem in Ihren Beiträgen zwischen den Zeilen durchscheint, nuneinmal Geld, und das ist auch gut so. Freilich sowohl für uns und die Plattform als auch für den Kunden. 😉

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