Schnell schreiben mittels Spracherkennung

 

Schnell schreiben – in die Tasten hauen – kann nicht jeder. Am schnellsten funktioniert es mit dem 10-Finger-System, doch viele tun sich schwer. Wenn Sie schnell schreiben, machen Sie schnell Fehler und ein Vertippen führt zu Problemen. Mittels Spracherkennungs-Software, USB-Mikrofon und genügend Elan entsteht eine vorteilhafte Alternative zum Tippen.

Headset oder Standmikrofon?

Zum Schnell-Schreiben benötigen Sie eine Software und ein Mikrofon. Entweder verwenden Sie ein Headset oder ein klassisches Standmikrofon. Während Sie das Headset beim Schnell-Schreiben immer tragen, befindet sich das Standmikrofon bequem auf Ihrem Schreibtisch. Gute Standmikrofone besitzen eine hohe Qualität und erkennen Ihre Stimme präzise. Empfehlenswert ist das USB-Mikrofon Kanji vom Hersteller Kinobo. Sie bekommen das Kanji für rund 25 Euro.

Mit Dragon Dictate schnell schreiben

Dragon Dictate von Nuance ist eines der besten Programme auf dem Markt. Die Home-Version kostet rund 100 Euro, läuft unter Windows 7 oder höher und benötigt mindestens 2 GB Arbeitsspeicher. Nach der Installation richten Sie Ihr Mikrofon ein und kalibrieren das Programm auf Ihre Stimme. Lassen Sie Dragon Home von allen Dokumenten auf Ihrem PC lernen. Durchlaufen Sie die verschiedenen Übungen und trainieren Sie Ihre Stimme. Sie können die Spracherkennungs-Software in allen PC-Programmen und direkt im Browser verwenden. Dragon besitzt eine hohe Erkennungsrate und eignet sich bestens zum Schnell-Schreiben. Je mehr Sie mit der Software arbeiten, desto besser funktioniert das Diktieren. Mit der Zeit schreiben Sie deutlich schneller als mit Ihrer Tastatur.

Kostenlose Alternativen

Mit der kostenlosen Software „Microsoft Dictate“ diktieren Sie Texte direkt in Word. Wählen Sie nach der Installation als Sprache „German“ aus. Starten Sie das Programm Microsoft Word und wählen Sie oben im Menü den Reiter „Dictation“ aus. Sprechen Sie Texte langsam und deutlich. Das Programm „Speak A Message“ ist kostenfrei. Es nimmt Ihren gesprochenen Text auf und wandelt ihn um. Nach der Installation klicken Sie auf „Aufnehmen“ und diktieren Ihren Text. Über die Funktion „Sprache zu Text“ finden Sie den Text und kopieren ihn in Word.Die Betriebssysteme Windows 8 oder 10 verfügen über eine integrierte Spracherkennung. Diese rufen Sie über den Windows-Button und den Befehl „Spracherkennung“ auf. Unter dem Menüpunkt „Erleichterte Bedienung“ wählen Sie „Spracherkennung starten“ aus. Nach der Ersteinrichtung können Sie mit der Spracherkennung Ihren Text in ein Word-Dokument diktieren und schnell schreiben.

Mit der Spracherkennungs-Software arbeiten

Das USB-Mikrofon wird vom Betriebssystem automatisch erkannt und benötigt keine Treiber. Es sollte 30 bis 50 cm von Ihrem Mund entfernt auf dem Schreibtisch stehen. Die Installation der Software dauert ein paar Minuten. Danach beginnen Sie die Ersteinrichtung und konfigurieren Ihr Mikrofon. Anschließend kalibrieren Sie in mehreren Übungen Ihre Stimme. Ist die Ersteinrichtung abgeschlossen, sollten Sie mit der Software trainieren. Dragon Dictate bietet Ihnen für diesen Zweck eine nützliche Funktion. Anhand Ihrer geschriebenen Texte lernt das Programm Ihre Schreibweise und Ihr Vokabular. Diese Prozedur sollten Sie in Zukunft in regelmäßigen Abständen mit neuen Dokumenten wiederholen. Am Anfang wird Ihnen das Diktieren schwerfallen. Dies ändert sich mit der Zeit, denn Übung macht den Meister.

Hilfreiche Praxis-Tipps:

  • sprechen Sie deutlich und ohne Akzent
  • nehmen Sie Korrekturen vor
  • importieren Sie Listen mit Ausdrücken und Wörtern
  • lassen Sie das Programm von Dokumenten lernen
  • lassen Sie die Software von gesendeten E-Mails lernen
  • führen Sie eine Genauigkeitsoptimierung durch
  • trainieren Sie regelmäßig

Texte am Computer diktieren

Mit einem Mikrofon und einer Spracherkennungs-Software können Sie ohne 10-Finger-System schnell schreiben. Ein gutes Programm bekommen Sie für unter 100 Euro und ein passendes Mikrofon für rund 25 Euro. Nach der einfachen Einrichtung kalibrieren Sie die Software und üben mit dem Programm. Je besser die Software Ihre Stimme und Ihr Vokabular kennt, desto weniger müssen Sie korrigieren.

Texter Alex Bürkle von content.de

Dieser Blogbeitrag wurde vom
Texter „alexbuerkle“ verfasst.
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5 thoughts on “Schnell schreiben mittels Spracherkennung

  • 10. März 2018 at 10:45
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    Also: An diese schöne neue Welt zu glauben fällt mir sehr schwer –

    aber vorab erst einmal Danke an den Kollegen für diesen lesenswerten Artikel. Ich habe jetzt persönlich mit der Umwandlung von gesprochener Sprache in Schrift gar keine Erfahrung. Doch ich erinnere mich lebhaft daran, dass in meinen Jahren als Zeitungsredakteur – 2010 endeten sie – irgendwann die Mitarbeiterinnen gestrichen wurden, die schriftlich eingereichte Texte in das Redaktionssystem unserer Zeitung eintippten.

    Dieser Arbeitsgang fiel irgendwann weg, weil selbst Heimat-, Karnevals- und Schützenvereine ihre Mitteilungen per E-Mail schickten. Dann konnte man sie einfach in die Redaktionssoftware kopieren. Aber der Versuch, maschinenschriftliche oder in vielen Fällen sogar handschriftliche Notizen einzuscannen, endeten zumeist in Katastrophen. Die Fehlerkorrektur am Computerbildschirm kostete mehr Zeit, als den Text komplett selbst einzutippen. Und jetzt soll ein viel komplexerer Vorgang wie die Umwandlung von gesprochener in geschriebene Sprache fehlerfrei gelingen?

    Es mag an meinem Alter – fast 64 – liegen, dass ich das nicht glauben kann. Und es mag auch am Alter und meinen 23 Jahren Berufserfahrung als Zeitungsredakteur liegen, dass ich die Weiterentwicklung der Gedanken während des Schreibens bevorzuge. Ich kann mir nur schwer vorstellen, sprechend in der Qualität zu formulieren, wie es mir schreibend gelingt. Auch Rundfunkredakteure übrigens machen sich für ihre mündlich übermittelten Informationen zunächst einmal schriftliche Notizen. Und wer mit zehn Fingern schreibt, kann das wahrscheinlich schneller als das eher langsame Sprechen für ein Aufnahmegerät.

    Gerade beim Aktualitätszwang in der Sportberichterstattung kann ich mir die mündliche Erfassung der Texte überhaupt nicht vorstellen. Diese Forderung nach Schnelligkeit ist noch größer geworden mit dem Wechsel vom Print- zum (Auch)-Onlinemedium. Die Zuschauer kommen aus dem Stadion oder der Sporthalle nach Hause, schalten den Computer ein und wollen einen ersten Kurzbericht von dem Spiel lesen, das sie gerade live gesehen haben. Oder sie suchen schon während der Heimfahrt auf dem Smartphone danach. Das soll mit Spracherfassung gelingen? Ist für mich nicht vorstellbar.

    Mit ungläubigem Kopfschütteln grüßt die content.de- community
    Peter Umlauf

  • 12. März 2018 at 10:51
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    Lieber Alex,

    vielen Dank für diese kurze Erläuterung eines Systems, das sich für alle Vielschreiber und deren lädierte Schultern und Handgelenke sicher empfiehlt. Noch tippe ich relativ schnell meine Texte, die sich oft erst beim Schreiben entwickeln. Meine Frage an Dich: Wie hat sich Dein Arbeitsstil, will sagen, Dein Herangehen an einen Text durch diese andere Methode verändert? „Siehst“ Du den Text als Ganzes schon zu Beginn vor Dir, „bastelst“ Du während des Diktierens noch kräftig am Text und einzelnen Formulierungen, oder wie sieht Deine Arbeit als offensichtlicher extrem-Vielschreiber aus? Ich würde da gerne Näheres wissen. Danke und Gruß an Dich und alle Kollegen, wie auch immer sie ihre Texte produzieren. Bea

  • 12. März 2018 at 15:13
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    Liebe Bea,

    es freut mich, dass Dir mein Blog-Beitrag gefallen hat. Umgestellt habe ich auf das Diktieren vor allem aufgrund gesundheitlicher Probleme. Tennisspielen und Vielschreiben verträgt sich nicht so optimal 😉

    Ganz aufs Tippen verzichte ich zwar nicht. Der Hauptteil wird aber diktiert. Zu Deiner Frage: Es kommt auf den Text und das Thema an. Bei vertrauten Themen sehe ich im Voraus den Text bei anderen Artikeln sind es Einzelteile oder größere Stellen. Feilen tue ich an dem Gesprochenen beim Lektorieren viel und formuliere oft noch größere Teile um.

    Ich hoffe ich konnte Deine Frage beantworten.

    Viele Grüße

    Alex

  • 12. März 2018 at 19:25
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    Danke, klingt ja wirklich gut, auch wenn bei mir „nur“ das Schreiben zum Tennisarm geführt hat. Gruß, Bea

  • 22. Mai 2018 at 17:32
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    Mh, interessant. Nun, ich gehöre zu den wenigen, die tatsächlich noch 10-Finger-Schreiben gelernt haben. Und ich gehörte zu einer der Schnellsten in meiner Klasse, weshalb dem Content Team jetzt vielleicht klar wird, wie ich Texte manchmal in sehr kurzer Zeit abliefere. 😉

    Aber tatsächlich habe ich schon daran gedacht, einfach um mir den Alltag zu erleichtern. Was mir im Artikel fehlt, sind die Alternativen zu Word – in diesem Falle Open Office und dem Mac. Welche Software käme hier in Frage? Ändern sich dann die Preise auch sofort wie so oft bei Apple? Vielleicht hast Du ja eine gute Antwort, Alex!

    In diesem Sinne, schöne Grüsse
    Daniela

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