Interview mit dem Texter Reporteur

Texter Reporter von content.de

Texter: Reporteur

Beschreiben Sie kurz Ihre Person.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie genau und lange Menschen sich erinnern können. Detaillierte Schilderungen von Familienfeiern im Vorschulalter und prägende Kindergartenerlebnisse, als seien sie gestern gewesen. Da halte ich nicht mit. Mein ältestes Bild berührt immerhin meine Grundschulzeit. Bemühte Lehrer bringen mir Buchstaben und Sätze bei. Kaum habe ich die Grundlagen „gefressen“, beginne ich zu schreiben. Meinen ersten Roman, „Der Mann mit der silbernen Pistole“, verfasse ich in der gerade gelernten Schreibschrift. Das achtseitige A6-Werk hefte ich mit zwei Büroklammern zusammen. In der vierten Klasse sehe ich mich reif genug, eine Klassenzeitung herauszugeben. Per Schreibmaschine, auf Matrizen getippt, erzähle ich, was Zehnjährige so umtreibt. Das Vervielfältigen auf der Abzugsmaschine mit Handkurbel im Lehrerzimmer ist nicht nur Privileg, sondern riecht auch gut. So fängt alles an …

Warum trifft ein Auftraggeber mit Ihnen die richtige Wahl?

Meine wie „von selbst“ ereilte Berufung hat sich nie mehr großartig verändert. Immer wieder und in allen Lebenssituationen treffe und liebe ich Satz und Wort. Geschriebene Sprache ist mein entscheidendes Kultur- und Zivilisationsmerkmal. Ich denke mich gerne in die Absicht und Wünsche des Textes hinein. Und fülle ihn mit Assoziationen auf handwerklich verlässlicher Basis.
Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht schreiben?
Es fällt mir schwer, meine Interessen oder „Hobbys“ zu beschreiben. Ich liebe …

… das Entdecken „kleiner“ Dinge im Alltag und am Straßenrand
… den weiten Blick auf Gelände, Himmel, Meer und menschliches Wimmeln
… das Erfassen von Beobachtungen und Umsetzen in Textform
… das nie enden wollende Kennenlernen und Studieren des Lebens

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz zum Schreiben von Texten aus, was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

Ich wohne in Spanien und die meiste tägliche „Arbeit“ erledige ich in der öffentlichen Bibliothek. Sie verfügt über eine schnelle und sicherere Internetverbindung. Das ist hier nicht selbstverständlich. Abends und am Wochenende klappe ich meinen Laptop auf meinem Schreibtisch zuhause auf – nicht immer online, aber Blick aufs Meer inklusive.

Welche drei Bücher sollte ein Autor Ihrer Meinung nach gelesen haben?

Man verzeihe mir die Anglizismen: „Output“ von Texten verlangt immer „Input“. Wer nicht ständig liest, wird meiner Meinung nach über kurz oder lang schlechtere Texte verfassen. Eine Festlegung auf drei Bücher ist schwierig. Ich versuche es:

  • Die neue Schule des Schreibens – von der Gewalt der Wörter (E.A. Rauter) ist meine „Bibel“
  • Einführung in den praktischen Journalismus (Walther von La Roche): Basics, Basics, Basics!
  • Das Parfüm (Patrick Süsskind) ist für mich eine Hommage an sprachliche Ausdrucksfähigkeit

Welche Textaufträge würden Sie gerne übernehmen, die Sie bislang noch nicht bearbeitet haben, und warum?

In manchen Fällen bedauere ich, dass ein Thema, das mich stark interessiert, von einem ellenlangen, nichtssagenden oder … ja, ich muss es so hart formulieren … irrlichternden Briefing begleitet wird. Meine Assoziationen, Ideen und Kenntnisse laufen ins Leere. In anderen Fällen muss ich aus Zeitgründen zähneknirschend auf ein tolles Thema verzichten. Alles hätte gepasst, aber ich kann die kurz gewählte Bearbeitungsfrist nicht einhalten …
Generell bin ich mit der Breite der Themenauswahl zufrieden und bekomme oder finde fast immer Aufträge, die mich und den Auftraggeber zufriedenstellen. Ich lerne gerne ständig dazu.

Mit welchen Worten würden Sie uns im Autorenkreis weiterempfehlen?

Freiheit! Für mich gibt es keine vorstellbare Arbeitsform, die größere persönliche Freiheit ermöglicht. Örtlich ungebunden, zeitlich flexibel und nur der eigenen Entscheidung verantwortlich. Jeder kann, niemand muss. content.de ist eine seriöse und zuverlässige Handelsplattform ohne Risiko bei Akquise und Zahlung.

2 thoughts on “Interview mit dem Texter Reporteur

  • 17. April 2018 at 10:21
    Permalink

    Hallo, Reporteur!

    Ich bewundere Deinen Mut, die „Arbeit“, die Dir am Meer sitzend wohl gar nicht als solche erscheint, unter solchen eher unsicheren Bedingungen, also einer instabilen häuslichen Verbindung, zu erledigen. Da ist wohl das Fernweh die treibende Kraft, die alles Andere unwichtig werden lässt?

    Etwas neidische Grüße schickt Bea aus Berlin

  • 19. April 2018 at 02:14
    Permalink

    Hallo Bea,

    danke für Deine „etwas neidischen“ Grüße.

    Ich weiß nicht, ob es Mut es richtig trifft. Ist ja nicht so , dass ich nackt im Busch lebe und Beeren futtere. Zugunsten meiner persönlichen Freiheit verzichte ich gerne auf manche mutmaßlich unverzichtbare Sicherheit. Improvisation und Optimismus gleichen das dicke aus. Fernweh bezeichne ich eher als Fernlust. Überall, wo Menschen leben, ist es eigentlich ähnlich. Spannend sind für mich andere Sprachen, neue Perspektiven und die Unterschiede, mit dem alltäglichen Leben umzugehen.

    Viele Grüße von einem ursprünglichen Reinickendorfer
    Reporteur

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