Die content.de-Top 5 der deutschen Kinderbuchautoren – Teil 5

Den Abschluss unserer Blogreihe über unsere fünf Lieblings-Kinderbuchautoren macht heute unsere Autorin Siv: Lesen Sie hier ihren Artikel über Paul Maar.  

Paul Maar: Der Erfinder des feuerroten Sams mit blauen Wunschpunkten

Autor Paul Maar bei einer Lesung in Halle. Quelle: Wikipedia/Dagny Giel

Autor Paul Maar bei einer Lesung in Halle. Quelle: Wikipedia/Dagny Giel

Mit seinen fantasievollen Kindergeschichten begeisterte Paul Maar zuerst seine eigenen Kinder und mittlerweile Kinder auf der ganzen Welt. Schon früh begann Paul Maar eigene Geschichten zu erfinden, da es kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenige Kinderbücher zum Lesen gab. Außerdem wurde seine Leseleidenschaft von seinem Vater nicht gern gesehen. Nach der Schule, die ihn oft langweilte, studierte Paul Maar Kunst und arbeitete für einige Jahre als Kunsterzieher. Parallel dazu begann er mit dem Schreiben. Ursprünglich wollte Paul Maar für Erwachsene schreiben. Als er dann jedoch Vater wurde, fing er an, Kinderbücher zu verfassen, denn die Qualität der vorhandenen Kinderbücher enttäuschte ihn sehr. Also setzte er sich an seinen Schreibtisch und schrieb unter anderem Geschichten über einen tätowierten Hund. Die Geschichten überzeugten den Verleger Friedrich Oetinger, der sie kurz darauf in seinem Verlag veröffentlichte. Nicht jedoch ohne Paul Maar zuvor das Versprechen abgenommen zu haben, weitere Kindergeschichten zu schreiben. Was von Paul Maar damals als kurzfristiger Ausflug in die Welt der Kinderliteratur gedacht war, wurde dann – zur Freude vieler Kinder – ein sehr langer Aufenthalt, der bis heute andauert.

Ein Kinderfoto unserer Autorin Siv

Ein Kinderfoto unserer Autorin Siv

Seine bekannteste Figur ist wohl das Sams. Inzwischen gibt es sieben Bände mit dem frechen Fantasiewesen. Das erste Buch „Eine Woche voller Samstage“ erschien 1973. Das Sams, ein kleines freches Etwas mit feuerroten Haaren, Rüsselnase und blauen Punkten im Gesicht trifft an einem Samstag auf Herrn Taschenbier. Zu Beginn wünscht sich der schüchterne Herr Taschenbier nichts mehr, als das Sams wieder loszuwerden, denn es bringt sein Leben gehörig durcheinander. Das Sams ist furchtlos und vorlaut, das genaue Gegenteil von Herrn Taschenbier. Außerdem kann das Sams Wünsche von Herrn Taschenbier dank seiner blauen Wunschpunkte sofort verwirklichen. Das führt zu drolligen Verwicklungen und Erlebnissen. Als das Sams Herrn Taschenbier nach einer Woche verlassen muss, möchte dieser ihn nicht gehen lassen, denn sein Leben hat sich durch das Sams vollständig geändert. Herr Taschenbier ist dank des Sams selbstsicher geworden. Die Erlebnisse des Herrn Taschenbiers mit dem Sams gibt es inzwischen nicht nur als Buch, sondern auch als Theaterstück, Musical und Film. Paul Maar aber nur auf seine Geschichten mit dem Sams zu reduzieren würde ihm nicht gerecht werden. Der Schriftsteller hat viele Klassiker für die Augsburger Puppenkiste verfasst. „Lippels Traum“ und „Anne will ein Zwilling werden“ sind weitere bekannte Geschichten des Autors. Paul Maar verfasst außerdem Drehbücher für Kindersendungen. Für seine Werke wurde der Schriftsteller mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Viele seiner Werke werden auf Theaterbühnen oder als Musical aufgeführt und ziehen die Kinder seit Jahrzehnten in ihren Bann und das wird sicher noch lange so bleiben. So wie viele Kinder immer noch davon träumen, das Sams mit seinen Wunschpunkten als Spielkamerad zu haben. Ihres auch? Oder welche Geschichten von Paul Maar haben Ihre Kinder besonders fasziniert?

 

Die anderen Artikel unserer Blogserie finden Sie hier:

Teil 1: Otfried Preußler: Ein Urgestein der deutschen Kinderliteratur

Teil 2: Humor und ein scharfer Blick prägten sein Werk: Erich Kästner als Kinderbuchautor

Teil 3: Weit mehr als ein Märchenerzähler: Der phantastische Autor Michael Ende

Teil 4: Von Wilden Hühnern und Tintenwelten: Cornelia Funke

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