Texten wie ein Profi: Mit Freude erfolgreich schreiben

Fountain pen on an antique letterEines ist klar: Ein gewisses Maß an Sprachgefühl und Talent sowie der vertraute Umgang mit den Regeln der Rechtschreibung und Interpunktion sind die Grundvoraussetzung, um professionell Texte zu schreiben. Darüber hinaus spielen aber eine Vielzahl weiterer Faktoren und Fähigkeiten eine Rolle, die einen Profi-Texter ausmachen. Ganz wichtig sind natürlich die Freude am Schreiben und die Bereitschaft, Neues zu lernen und auszuprobieren.

Nur mit Freude an dem, was Sie tun, werden Ihre Arbeitsergebnisse überzeugen – das ist beim Texten nicht anders als beispielsweise in handwerklichen Berufen.

Talent und Disziplin

Apropos Handwerk: Auch das Schreiben ist ein Handwerk, das – wie alle anderen Handwerke – erlernt werden muss. Der Bestseller-Autor John Irving äußerte einmal, dass Schreiben seines Erachtens nur zu einem Achtel Talent und zu sieben Achteln Disziplin sei. Mit anderen Worten: Schreiben bzw. Schreiben lernen ist harte Fleißarbeit. Das mag zunächst ernüchternd klingen, sollte Ihnen aber klar machen, dass jeder, der mit Freude und der nötigen Ambition schreibt, dazu in der Lage ist, gute Texte zu schreiben.

Im Schreibfluss bleiben

Schreiben Sie regelmäßig und planen für das Texten einen festen Zeitrahmen in Ihrem Tagesablauf ein. Routine und individuelle Rituale helfen dabei, im Fluss zu bleiben.
Lassen Sie sich von kleinen Misserfolgen oder Schreibblockaden nicht entmutigen. Es läuft nicht immer gleich gut. Jeder Autor kennt Tage, an denen das Schreiben ihm schwer fällt – das geht auch Profis so. Entscheidend ist Ihr Umgang mit solchen Schreibtiefs. Mit der richtigen Einstellung wird es Ihnen leichter fallen, Probleme zu überwinden und am Ball zu bleiben.

Viel lesen – besser schreiben

Wer viel liest, entwickelt ein gutes Gefühl für unterschiedliche Textarten. Das heißt nicht, dass ein guter Texter täglich ein Buch mit mehreren Hundert Seiten lesen muss. Wichtiger ist es, auch mal einen Artikel zu lesen, der nicht zum üblichen, bevorzugten Lesestoff gehört, um den eigenen sprachlichen Horizont und seinen Wortschatz zu erweitern. Das muss nicht anstrengend sein, sondern passiert ganz nebenbei, wenn Sie öfter einmal zwischen Texten unterschiedlicher Genres wechseln. Dabei nehmen Sie unbewusst vieles auf, das Ihren eigenen Texten zugute kommt.
Lesen regt an und kann Ihnen zu neuen Ideen für das Verfassen Ihrer Texte verhelfen.

Strukturiert arbeiten: Von der Idee zum fertigen Text

Sind die Ideensammlung und Recherche abgeschlossen bzw. ist das Briefing eines Auftraggebers verinnerlicht, kommt die handwerkliche Seite des Textens ins Spiel.
Gerade bei längeren Texten empfiehlt es sich, vorab eine grobe Struktur festzulegen und eine Gliederung zu erstellen. Überschreitet der zu schreibende Text eine gewisse Länge, ist dieses Vorgehen sogar unerlässlich, um sich nicht zu verzetteln. Wenn das Grundgerüst Ihres Textes steht, können sie nach und nach die einzelnen Abschnitte ausformulieren. Sie müssen dabei nicht zwingend linear vorgehen. Falls es Ihnen leichter fällt, können Sie die Überschrift beispielsweise auch zuletzt schreiben.

Profis lassen die Erstfassung, wenn es die Zeit erlaubt, zunächst etwas ruhen und überarbeiten sie im nächsten Arbeitsschritt nochmals.

Übung macht den Meister: Zielgruppenorientiertes Texten

Ein guter Texter braucht Einfühlungsvermögen, um sich in seine (potentiellen) Leser hineinzuversetzen. Ein Profi-Texter besitzt die Fähigkeit, zielgruppenorientiert zu schreiben und kann mit verschiedenen Sprachstilen problemlos jonglieren. Auch hier gilt: Es ist noch kein Text-Profi vom Himmel gefallen. Üben Sie das Texten aktiv. Wenn Sie beispielsweise gerne eine werbende Produktbeschreibung verfassen möchten, machen Sie sich mit der Sprache und den Regeln guter Werbetexte vertraut. Kopieren Sie aber nicht einfach andere, sondern entwickeln Sie im Rahmen der Möglichkeiten und Spielregeln einer Textart Ihren eigenen Stil weiter.

Klein anfangen – schrittweise auf dem Weg zum Profi

Eine gute Schule ist auch das Führen eines privaten Blogs. Auf diese Weise können Sie ohne Druck persönliche Texte zu für Sie interessanten Themen verfassen und bleiben im Schreibfluss. Beachten Sie stets, für welches Medium Sie einen Text produzieren: Für Online-Texte gelten zum Teil andere Regeln als für klassische Formate.

Treffend formulieren: Kommen Sie auf den Punkt

Jeder Text soll eine bestimmte Botschaft transportieren – entweder Ihre eigene oder die Ihres Auftraggebers. Diese sollte treffend formuliert sein, damit Sie die Adressaten des Textes erreicht. Überlegen Sie sich vorher, was Sie sagen möchten, welches Ziel Sie mit dem Text verfolgen und wie Sie dies am besten ausdrücken können. Für fast alle Texte gilt: Vermeiden Sie umständliche, lange Schachtelsätze. Wählen Sie kurze, ansprechend formulierte Über- und Zwischenüberschriften, die die wesentlichen Aussagen eines Textabschnittes auf den Punkt bringen. So wecken Sie die Neugier des Lesers auf das, was folgt.

Schwerpunkte setzen und spezialisieren

Text ist nicht gleich Text. Es gibt eine Vielzahl von Textarten, die jeweils besondere Anforderungen an den Autor und seine Fähigkeiten stellen. Für einen wissenschaftlichen Aufsatz gelten andere Regeln als für einen guten Werbetext, eine Pressemitteilung, einen Blog-Beitrag, eine Autobiographie oder einen Roman. Nicht jeder, der Gedichte schreiben kann, taugt zum Autor eines technischen Ratgebers und umgekehrt.
Ein guter Texter kennt daher auch seine Grenzen, weiß, welcher Schreibstil und welche Themen ihm liegen und ist sich im Klaren darüber, was er kann und was nicht. Um das herauszufinden, braucht es aber seine Zeit und nicht zuletzt auch einiges an Übung.

Feedback als Chance verstehen

Lassen Sie jemanden, der sich mit dem Thema nicht auskennt, Ihren Text lesen und bitten ihn um seine ehrliche Meinung:

  • Ist der Text verständlich geschrieben?
  • Sind Kernaussagen klar formuliert?
  • Bietet der Text einen Mehrwert?

Auf dem Weg zum professionellen Text ist es wichtig, Rückmeldungen einzuholen. Regelmäßiges Feedback ermöglicht es Ihnen, Ihre Texte zu optimieren, an stilistischen Schwächen zu arbeiten und mögliche Fehlerquellen zu beheben.

Profis überprüfen ihren Text selbstverständlich vor einer Veröffentlichung in Bezug auf Fehler – entweder selbst oder durch einen Lektor – und korrigieren ihn.

Ratgeberliteratur: Lernen von den Profis

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl themenbezogener Ratgeber, die von Profi-Textern für solche, die es werden wollen, geschrieben wurden. Zu empfehlen ist beispielsweise das zum Standardwerk avancierte FAZ-Buch „Texten wie ein Profi. Ein Buch für Einsteiger und Könner“ von Hans-Peter Förster. Es ist mittlerweile in der 12. Auflage erschienen. Der Autor gibt darin nicht nur Tipps zum professionellen, zielgruppenorientierten Schreiben, sondern liefert im Anhang auch 5.000 Wortideen zum Nachschlagen. Für Einsteiger ebenfalls geeignet ist das von Andreas Baumert verfasste, im dtv-Verlag erschienene Buch „Professionell Texten. Grundlagen, Tipps und Techniken“. Einen praktischen Teil beinhaltet auch Doris Märtins Werk „Erfolgreich texten! Die besten Techniken und Strategien. Mit über 200 Beispielen und Übungen“ (Seehamer).

Zum Umgang mit Ratgeberliteratur muss jeder Texter seinen eigenen Weg finden: Die einen schwören drauf, die anderen empfinden sie als trockene Theorie und schreiben lieber gleich drauf los und üben sich in der Praxis, ohne sich mit Tausenden von Tipps zu belasten.

Auch das beste Buch kann aus einem Schreibmuffel sicherlich keinen Profi-Texter machen, aber als Unterstützung für die ersten Schritte in Richtung Professionalisierung kann sich ein entsprechender Ratgeber als wertvolle Stütze erweisen. Neben allgemeinen Standardwerken zum Texten gibt es auch Ratgeber, die sich auf spezielle Textformen, wie etwa Werbetexte, beziehen.

Schreibwerkstätten, Coaching und Textplattformen

Schreiben ist ein kreativer Prozess. Wenn Sie eine Leidenschaft fürs Texten haben, aber noch unsicher sind und bisher wenig Praxiserfahrung haben, ist ein Schreib-Workshop vielleicht das Richtige für Sie. Dort erlernen Sie in Schreibübungen verschiedene Kreativitätstechniken, die Ihnen helfen, sich die Wirkung von Stil und Wortwahl bewusst zu machen und effektiv zu nutzen. Schreibwerkstätten, die beispielsweise von den meisten Volkshochschulen regelmäßig angeboten werden, eröffnen eine gute Möglichkeit, seine Fähigkeiten in einer Kleingruppe zu üben und überprüfen zu lassen, bevor man seine Texte einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.

Diese Möglichkeit bieten Ihnen auch Online-Textplattformen wie content.de.
Hier können Sie nach erfolgreicher Registrierung zunächst kleine Textaufträge annehmen und ausprobieren, ob Ihnen das Texten liegt und in welchem Umfang Sie Texte bearbeiten können und möchten. So finden Sie heraus, wieviel Zeit Sie für einen Text benötigen und können Ihre Schreibarbeit realistisch planen. Durch das Feedback der Auftraggeber können unsere Autoren sich ihrer Fähigkeiten vergewissern. Konstruktive Textkritik gibt zudem Motivation, sich stets zu verbessern.Wenn Sie sich zum Schreiben berufen fühlen:
Probieren Sie es aus. Wir freuen uns auf Ihren Mustertext!

Tipps für unsere Texter frei Haus

Im content.de-Blog stellen wir regelmäßig Tipps für Autoren zusammen. Schauen Sie einmal im Archiv nach: Dort finden Sie wertvolle Ratschläge für Ihre Arbeit als Texter.
Viel Spaß beim Schreiben!

Foto: Fountain pen on an antique letter © Minerva Studio – Fotolia

One thought on “Texten wie ein Profi: Mit Freude erfolgreich schreiben

  • 17. November 2014 at 16:23
    Permalink

    Guten Tag!

    Endlich einmal ein Beitrag, bei dem individuelles Talent nicht – wie üblich – überbewertet wird. Und es stimmt: Die Texterei ist in erster Linie wirklich Übungssache! Ich habe mit fünf Jahren meine ersten Mini-Texte verfasst und mich auch später – obwohl ich einem naturwissenschaftlichen Beruf arbeitete – immer wieder mit dem Schreiben beschäftigt. Mit jedem selbst verfassten Text lernt der Autor etwas dazu.

    Deshalb stehe ich jedoch auch der hier angepriesenen Ratgeberliteratur insgesamt kritisch gegenüber; ich finde, solche Ratschläge können auch verunsichern und vom eigenen Stil abbringen. Ich habe nie Gebrauch von solcher Literatur gemacht, weil ich meinen eigenen, natürlichen Stil behalten möchte und Angst habe, dass der Text anschließend unnatürlich oder hölzern wirkt.

    Grüße
    Josy

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