8 Tipps eines Autors für bessere Texte

Schreiben ist gut, gut schreiben ist besser. Die meisten Fehler beim Schreiben sind handwerklicher Art. Sie gehören bereits zu den guten Autoren, wenn Sie solche Fehler vermeiden. Hier finden Sie Tipps für Autoren, die mir bei der Verbesserung meiner Texte geholfen haben und noch heute helfen.

1. Prüfen Sie Rechtschreibung und Grammatik – mehrfach.

Ein sprachlich fehlerhafter Text disqualifiziert sich selbst, auch wenn er inhaltlich gut ist. Zu dem Thema schrieb ein Auftraggeber kürzlich missgestimmt in einem Briefing: „Daran scheitern 90 Prozent aller Autoren.“ Das mag keine statistisch belastbare Aussage sein, zeigt Ihnen aber zweierlei:

  • Auftraggeber nehmen Rechtschreibung und Grammatik sehr ernst.
  • Es gibt nicht wenige Autoren, die fehlerhafte Texte abliefern.

Fokussieren Sie sich als Erstes auf das wichtigste Kriterium für gute Texte: korrekte Rechtschreibung und Grammatik. Ergänzen Sie die eigene Korrektur mit weiteren menschlichen oder technischen Augen. Ihre Freunde, Word oder die Duden-Rechtschreibprüfung finden wahrscheinlich Flüchtigkeitsfehler, die Ihnen entgangen sind.

2. Schreiben Sie lesbar.

Verschachtelte Sätze fordern vom Leser viel Aufmerksamkeit und schrecken ab. Machen Sie häufiger einen Punkt. Die Lesbarkeit steigt dadurch automatisch. Hier der direkte Vergleich:

Da verschachtelte Sätze vom Leser viel Aufmerksamkeit erfordern und abschrecken, ist es sinnvoll, häufiger einen Punkt zu machen, wodurch die Lesbarkeit automatisch steigt.

Der eine lange Satz liest sich schwieriger als die drei kurzen Sätze. Er klingt unschön, gestelzt und bindet unnötig Konzentration. Diese Konzentration ist verloren. Sie steht nicht mehr für den Inhalt zur Verfügung.

3. Objektivieren Sie die Lesbarkeit Ihrer Texte.

Sie müssen nicht die Anzahl der Wörter in jedem Satz selbst prüfen. Orientieren Sie sich lieber am Grundsatz: ein, maximal zwei Gedanken pro Satz. Für den objektiven Check der Lesbarkeit ist ein Tool mit dem Flesch-Index optimal. Der Flesch-Index beurteilt die Lesbarkeit nach Wörtern pro Satz und Silben pro Wort. Ich verwende als Lesbarkeitsprüfung gerne die Textanalyse vom Schreiblabor

Das Tool nennt Ihnen den Flesch-Index sowie die Einordnung in sechs Lesbarkeitsstufen von sehr einfach bis sehr schwierig. Dieser Text hat zum Beispiel einen Flesch-Index von 64 und ist laut Check-Ergebnis einfach zu lesen. Leichte Lesbarkeit ist gerade bei online veröffentlichten Texten wichtig, damit möglichst alle Leser die Inhalte schnell erfassen können.

4. Reduzieren Sie Füllwörter.

Füllwörter sind Adverbien und Konjunktionen, die einen Text unnötig aufblähen. Der Begriff ist irreführend. Nicht das Wort an sich macht ein Füllwort zum Füllwort, sondern die Verwendung im Satz. Hier einige Beispiele für überflüssige Füllwörter:

Mit diesem Rasenmäher treffen Sie quasi immer die richtige Entscheidung.

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Die Halskette ist glücklicherweise auch für Nickelallergiker geeignet.

Füllwörter in solchen Verwendungen bieten keinen Mehrwert für den Leser. Noch schlimmer: Sie nehmen der Botschaft die Klarheit. Vergleichen Sie:

Mit diesem Rasenmäher treffen Sie die richtige Entscheidung.

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Entfernen Sie überflüssige Füllwörter. Ihr Text gewinnt dadurch an Eindeutigkeit und liest sich angenehmer. Als Tool für den Check bietet sich die Füllwortanzeige von content.de an. Sie finden den Button beim Schreiben direkt unter dem Textfeld. Versuchen Sie nicht, die Quote auf 0 Prozent zu drücken. Sie sehen alle Füllwörter orange unterlegt, auch die notwendigen und sinnvollen. Das Ziel sollte immer gute und angenehme Lesbarkeit sein. Hilft ein Füllwort dabei, bleibt es stehen. Hilft es nicht oder stört es, kann es verschwinden.

5. Schreiben Sie über Wichtiges zuerst.

Wer Ihren Test liest, möchte sofort wissen, ob sich das Weiterlesen lohnt. Bringen Sie deshalb die wichtigsten Inhalte zu Beginn Ihrer Texte unter. Die Überschrift und der erste Absatz entscheiden über Erfolg und Misserfolg. Angenommen, Sie verfassen eine Kategoriebeschreibung mit dem Auftragstitel „Sonnencreme“. Was möchte ein Kunde vermutlich wissen, der einen solchen Text liest?

  • Ist die Sonnencreme meines Lieblingsherstellers hier erhältlich?
  • Finde ich hier Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor?
  • Kann ich hier wasserfeste/mineralische Sonnencreme kaufen?
  • Gibt es hier Sonnencreme für Kinder?

Solche oder ähnliche Fragen bilden die Erwartungshaltung des Lesers. Gehen Sie auf die Erwartungshaltung zu Beginn des Textes ein. Wenn Sie Inspiration benötigen, bieten Texte auf gut platzierten Webseiten oft wertvolle Hinweise. Außerdem können Sie mithilfe von answerthepublic.com relevante Fragen und Themen in Bezug auf vorgegebene Keywords identifizieren. Bei Produkt- und Kategoriebeschreibungen lohnt sich der Blick auf die langen Produkttitel bei Amazon. Ein Check der Vorschläge während der Google-Suche schadet ebenfalls nicht.

6. Strukturieren Sie Ihre Texte sinnvoll.

Enthält ein Briefing keine Vorgaben zum Textaufbau, müssen Sie sich selber eine sinnvolle Struktur überlegen. Es spart Zeit und erleichtert das Schreiben, wenn Sie die Struktur zuerst festlegen. Steht das Grundgerüst, füllen Sie es mit Text. Diese Reihenfolge verhindert, dass Sie sich beim Textaufbau verheddern. Mir dient die folgende Struktur als „Schema F“, das bei vielen Texten prima funktioniert.

  • Überschrift (ca. 3 bis 7 Wörter)
  • Einleitung oder Teaser (ca. 40 bis 60 Wörter)
  • Zwischenüberschrift (ca. 3 bis 7 Wörter)
  • 1 bis 2 Textblöcke (ca. 75 bis 150 Wörter)
  • Zwischenüberschrift (ca. 3 bis 7 Wörter)

Wenn es inhaltlich passt, kommen Aufzählungen oder Listen hinzu. Sie dienen der optischen Auflockerung und machen wichtige Inhalte schnell für den Leser erfassbar. Keywords bringe ich vor allem in der Überschrift, der Einleitung und den Zwischenüberschriften unter. Mein „Schema F“ ist nicht in Stein gemeißelt. Es dient mir als wunderbare Orientierung und trifft die Vorstellung meiner Auftraggeber bei längeren Texten gut. 

7. Schreiben Sie nicht „blind“.

Beim Lesen mancher Briefings ist es für den Autor schwierig oder unmöglich, die Intention des Auftraggebers zu erkennen. Gelegentlich stoße ich auf Briefings ohne Text. Häufiger sind sehr knapp gehaltene Briefings, die viele Fragen offenlassen. Wenn Sie unsicher sind, was der Auftraggeber erwartet, fragen Sie nach. Schreiben Sie „blind“, haben der erwartete und der geschriebene Text vielleicht nichts miteinander zu tun.

Viele Auftraggeber freuen sich sogar über Ihre Nachfrage. Sie signalisiert Interesse und den Wunsch, einen guten Text abzuliefern. Auch sinnvollen Änderungsvorschlägen gegenüber sind die meisten Auftraggeber aufgeschlossen. „Sinnvoll“ ist hier das Schlüsselwort. Ich frage zum Beispiel manchmal nach, ob die Keyworddichte verringert werden kann, und nenne die Gründe: kein Mehrwert für das Ranking + Störung des Leseflusses. Fast immer fällt die Antwort positiv aus.

8. Schreiben Sie viel.

Die beste Schule des Schreibens ist das Schreiben. Also schreiben Sie – viel und regelmäßig. Wenn Sie Ihre Texte immer kritisch prüfen, steigt die Qualität schnell. Nehmen Sie sich begründete Kritik und Korrekturhinweise zu Herzen und geben Sie nicht vorschnell auf. Es lohnt sich auch finanziell, Zeit und Mühe zu investieren. Auftraggeber belohnen Qualität mit Direct Orders. content.de honoriert die Arbeit guter und fleißiger Autoren mit Aufstufungen. Bei mir ist aus dem Schreiben schnell ein Beruf geworden, den ich nicht mehr missen möchte.

Dieser Text stammt vom Texter cwi1975.

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One thought on “8 Tipps eines Autors für bessere Texte

  • 12. Juli 2019 at 13:48
    Permalink

    Danke für die Arbeit, lieber Kollege mit dem mysteriösen Codenamen!

    An einer Stelle regt sich bei mir allerdings Widerspruch. Und zwar geht es um die „Füllwörter“, die, so sehe ich es, durchaus Lebendigkeit und Individualität in einen Text bringen können, auch eine gewisse Nachdrücklichkeit (je nach Textart) besitzen können.

    Wenn ich die Wahl habe zwischen:

    a. Die Halskette ist glücklicherweise auch für Nickelallergiker geeignet und
    b. Die Halskette ist für Allergiker geeignet

    weiß ich, was ich nehme. Ich grüße alle blumenreich und straight to the facts schreibenden Kollegen! Bea

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