Tipps zum Schreiben – Teil 1: Revisionsgründe

Start unserer Blogserie für Autoren und Auftraggeber

Täglich kümmert sich das Supportteam von content.de um Ihre Fragen, Probleme und Anregungen als Autor und Auftraggeber. Dabei haben wir Stolpersteine entdeckt, die den gemeinsamen Arbeitsalltag unnötig erschweren. Diese Störfaktoren haben wir genauer unter die Lupe genommen und präsentieren die Ergebnisse im Rahmen verschiedener Blogserien. Auftakt ist die Reihe „Tipps zum Schreiben“, die sich vorwiegend an unsere Autoren richtet. Die Anliegen unserer Auftraggeber fokussiert die nachfolgende Serie „Tipps für den erfolgreichen Contenteinkauf“. Aus der engen Zusammenarbeit von Auftraggebern und Autoren ergeben sich viele Überschneidungspunkte – es lohnt sich, alle Beiträge zu verfolgen.

Tipps zum Schreiben – Teil 1: Revisionsgründe

Ein tägliches Ärgernis von Autoren und Auftraggebern gleichermaßen sind zeitraubende Revisionen. Gründe für die lästigen Korrekturschleifen finden sich auf beiden Seiten. An dieser Stelle haben wir die häufigsten Revisionsgründe aus Auftraggebersicht zusammengestellt, die unseren Autoren dabei helfen sollen, ihren Schreibprozess zu optimieren.

1. Die häufigsten Revisionsgründe und wie Sie diese effektiv vermeiden können

Bei der genauen Untersuchung der häufigsten Revisionsgründe fällt auf, dass eine solide Vorbereitung, d.h. die präzise Kenntnis der Briefingvorgaben und fundiertes Wissen zu dem gewählten Thema Revisionen nahezu ausschließen.

Das Briefing wird ignoriert

An erster Stelle der häufigsten Revisionsgründe steht wie bei den Mustertexten (Verlinkung) die Missachtung der Briefingvorgaben. Ein überflüssiger Grund, der bei Auftragsarbeiten  schwer nachzuvollziehen ist, es sei denn, das Briefing ist missverständlich oder zu kompliziert formuliert (ein Punkt, den wir an anderer Stelle besprechen). Sie erwarten eine fachgerechte Bezahlung, der Auftraggeber eine fachgerechte Arbeit. Revisionen verlängern Ihre Arbeitszeit, kürzen Ihren Verdienst und belasten das Arbeitsverhältnis. Sparen Sie sich diesen Frust und kontrollieren Sie lieber doppelt, ob Ihr Text Punkt für Punkt dem Briefing entspricht.

Dabei gilt es nicht nur die Struktur und die Keywordplatzierung zu überprüfen, sondern einen kritischen Blick auf Ihren Inhalt zu werfen, ebenfalls häufiger Revisionsgrund: Der Text schießt inhaltlich am Ziel vorbei oder ist einfach zu oberflächlich. Es wimmelt von Füllsätzen- und Phrasen, die rein gar nichts aussagen und dem Leser keinerlei Mehrwert bieten. Zwei Fehlerquellen, die unserem Supportteam so häufig auffallen, dass wir ihnen im Rahmen dieser Serie einen eigenen Artikel gewidmet haben.  Mit dem Thema „Mit satten Inhalten überzeugen: Weniger Floskeln, mehr Mehrwert“ befasst sich ausführlich ein Artikel in der nächste Woche.

Gleichen Sie Auftragstitel und Text miteinander ab. Angenommen Ihr Auftragstitel lautet: „München mit dem Rad – Tipps und Tricks“ macht es keinen Sinn, den Schwerpunkt auf die positiven gesundheitlichen Faktoren des Radfahrens zu setzen oder detailliert verschiedene Fahrradarten vom E-Bike über das Trekkingrad bis hin zum Mountainbike zu erläutern. Gegen Ende des Textes wird häufig verzweifelt versucht, noch den Bogen zu schlagen, indem mit ein bis zwei Sätzen das eigentliche Thema berührt wird. Behalten Sie den Auftragstitel während des gesamten Schreibprozesses im Auge, um sich nicht in Nebenschauplätzen zu verlieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Text den Auftragstitel als Kernaussage reflektiert. Bei dem gewählten Beispiel also aufzeigt, welcher Fahrradverleih bei Bedarf die günstigsten Konditionen bietet. Wo sie in München radeln können, ob und wie das Fahrrad im Alltag problemlos als Fortbewegungsmittel genutzt werden kann. Welche Routen im Rahmen der Freizeitgestaltung besonders empfehlenswert sind, welche eher für Profis, welche für Freizeitradler und Familien. Wo sie unbedingt einen Stopp einlegen sollten, weil es etwas Besonderes zu erleben gibt und welcher Zeitrahmen für welche Route gesetzt werden muss. Als Fazit bietet sich eine Einschätzung der Fahrradfreundlichkeit Münchens an, um den Auftragstitel abrundend einzubinden.

Der rote Faden fehlt

Hier schließt sich nahtlos der nächste Kritikpunkt aus Auftraggebersicht an: der fehlende rote Faden. Sie gehen zwar auf das gewünschte Thema inhaltlich ein, Ihrem Text fehlt jedoch der logische Aufbau. Den roten Faden müssen sie sich vorher erarbeiten, er ergibt sich nicht während des Schreibprozesses. Einleitung, Hauptteil und Fazit müssen aufeinander abgestimmt sein. Das gelingt nur, wenn Sie mit der zu behandelnden Thematik auskennen.

Für das gewählte Beispiel „München mit dem Rad – Tipps und Tricks“ ist folgende Struktur denkbar:

  1. Einleitung: Die Stadtsituation bezüglich des Radleraufkommens kurz beleuchten. Radfahren in München steht im Alltagsleben und bei der Freizeitgestaltung aufgrund der gut ausgebauten Radwege und der weitläufigen Grüngebiete hoch im Kurs.
  2. Übergang zum 2. Hauptteil mit zwei Schwerpunkten:
    1. Radeln im Alltag, wie sind die Radwege, Kombinationsmöglichkeiten mit Bus und Bahn etc.,
    2. Radeln in der Freizeit, verschiedenartige Routen von leicht bis schwer, Stopps, Zeit etc.
  3. Fazit: Für jeden etwas dabei, Abwechslungsreichtum, Bewertung der Radlersituation mit Einbindung des Titels.

Setzen Sie auf Effizienz: Finger weg von Themen, zu denen Sie keinerlei Kenntnisse haben. Bedenken Sie dabei den hohen Rechercheaufwand: viele Revisionen bis hin zur Ablehnung sind häufig die Folge. (Siehe hierzu auch „Effizienter Schreiben Teil 1 und 2)!

Drauflos-Schreiben statt Fragen stellen

Häufige Ursache beider Fehlerquellen sind neben einer flüchtigen Bearbeitung einfache Verständnisfragen. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Frage zu formellen und inhaltlichen Punkten im Vorfeld mit Ihren Auftraggebern zu klären. Sollte dieser Weg nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen, steht unser freundlicher und kompetenter Autorensupport fest an Ihrer Seite. Einfach drauflos schreiben, nach dem Motto „wird schon“ endet garantiert in der Revisionsschleife.

Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck

Den letzten Block häufiger Revisionen bilden Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie stilistische „Klöpse“. Nutzen Sie ein Rechtschreibprogramm, lesen Sie Ihren Text Korrektur oder lassen Sie ihn lesen. Mehr gibt es zu dem ersten Teil nicht zu sagen. Für Revisionen dieser Art fehlt uns jedes Verständnis. Ab unserer 4-Sterne-Kategorie setzten die Auftraggeber neben der Sicherheit in Rechtschreibung und Grammatik eine stilistische Sicherheit voraus. Achten Sie auch hier auf die Briefingvorgaben. Überprüfen Sie Ihren Text auf umgangssprachliche Formulierungen und ersetzen Sie diese. Achten Sie darauf, dass Sie die gewünschte Tonalität getroffen haben und nicht Ihrem charakteristischen Schreibstil verfallen sind. Auch hier empfiehlt es sich, auf Ihre „Steckenpferde“ zu setzen. Wenn Ihre Stärke in der blumigen Ausdrucksweise liegt, lassen Sie Produktbeschreibungen und ähnlich sachlich ausgerichtete Texte links liegen. Im umgekehrten Fall, Sie favorisieren einen nüchternen Stil, Hände von Themen mit emotionalem Schwerpunkt.

Revisionen als Chance und Grenze

Nachfolgendes Zitat beschreibt treffend den Biss, dessen es bedarf, um einen guten Text zu schreiben:

Genie ist zu 10% Inspiration und zu 90% Transpiration.
Thomas Alva Edison, 1847-1931, amerik. Erfinder

Grundsätzlich sind Revisionen keine Schande, sondern gehören im Autorenleben zum Alltag. Allerdings sollten Sie sich gerade bei Auftragsarbeiten, die im Briefing klare Richtlinien vorgeben, auf inhaltliche Abstimmungen beschränken. Natürlich sind dem auch Grenzen gesetzt: Wenn Sie inhaltlich und formal alle Punkte erfüllt haben, liegt es in Ihrem Ermessen, inwieweit Sie bereit sind, zusätzliche Auftraggeberwünsche umzusetzen. Für eine langfristige und lukrative Zusammenarbeit ist es empfehlenswert, die Vorlieben und Schwerpunkte der jeweiligen Auftraggeber besser kennenzulernen und dafür zu Beginn einer Zusammenarbeit den einen oder anderen zusätzlichen Revisionswunsch umzusetzen. Insgesamt können Sie sich mit einem bisschen Mehr an Zeitaufwand für Vorbereitung und Abnahme nahezu alle der hier genannten Revisionen sparen.

Nächste Woche präsentiert Jens seinen Beitrag: „Mit satten Inhalten überzeugen: weniger Floskeln, mehr Mehrwert“. Freuen Sie sich auf seine Fundstücke und ergänzen Sie Ihre Favoriten!

6 thoughts on “Tipps zum Schreiben – Teil 1: Revisionsgründe

  • 25. Juli 2013 at 12:48
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    Hmmh… Ich würde hier bedarf klein schreiben–>
    Nachfolgendes Zitat beschreibt gut den Biss, den es Bedarf, um einen guten Text zu schreiben:

    Punktabzug 🙂

  • 25. Juli 2013 at 13:01
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    In der Tat, vielen Dank das ist uns durchgerutscht.

  • 25. Juli 2013 at 13:22
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    Mit den Revisionen habe ich am Anfang meiner Arbeit für Content oft zu tun gehabt und jedes Mal war es peinlich, den Text zurück zu erhalten. Meistens musste ich auch einsehen, dass der Grund zur Revision bei mir und nicht beim Auftraggeber lag. Inzwischen habe ich zum Glück fast keine Rückgaben. Die zweifache Lektüre des Briefings hilft dabei ungemein. Vor einem Jahr hätte ich den Text über Radtouren in München angenommen – und hätte ihn mit Sicherheit zur Revision wieder erhalten, jetzt bin ich klüger: Da ich weder gerne Rad fahre noch mich in München auskenne, lasse ich meine Finger weg von dem Text.

  • 26. Juli 2013 at 11:44
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    Na, na, ihr seid aber spitzfindig. Trotzdem juckt es mir als echter Erbsenzählerin ein wenig in den Fingern …

    Es heißt natürlich „den Biss, dessen es bedarf“. Aber jeder hat mal Bedarf an kleinen Fehlerchen, oder ;-)?

    LG! 🙂 Birgit Brüggehofe

  • 26. Juli 2013 at 12:56
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    Herzlichen Dank für die erneute Richtigstellung! Die Hitzewelle macht uns anscheinend allen zu schaffen… Außer unseren aufmerksamen AutorInnen 😉

  • 30. Juli 2013 at 15:12
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    Hallo, ich hätte dazu Verbesserungsvorschläge:

    1. Es wäre gut, wenn Auftraggeber, die schlechte Bewertungen zu Texten abgeben (Daumen mittig oder Daumen runter), dazu verpflichtet würden, eine kleine Begründung dazu abzugeben. So wüsste der Autor gleich um seine Fehler und könnte diese das nächste Mal vermeiden.
    2. Wenn der Auftraggeber die Internetseite für den gewünschten Text angeben würde, könnte sich der Autor besser dem Stil der Seite anpassen und somit auch seinen Text gezielter schreiben. Diese kann aus Datenschutzgründen;-) auch gerne erst nach Annahme des Auftrags ersichtlich werden.

    Es ist noch kaum ein Meisterautor vom Himmel gefallen, aber ich denke, dass viele Interesse daran haben sich stets zu verbessern. Vielleicht könnten diese Vorschläge dazu beitragen!?

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