Warum man WDF*IDF-Tools nicht blind vertrauen sollte

wdf-idf-Murkscontent.de bietet mit der CRR-Analyse eine Möglichkeit, WDF*IDF-optimierte Texte erstellen zu lassen. WDF*IDF-Analysen sind ein hervorragendes Recherchewerkzeug, wenn es darum geht, einen semantischen Raum zu bestimmen, der als Blaupause für einen guten Text dienen kann. Die Tücken lauern jedoch im Detail und bieten jede Menge Stolperfallen. Ein WDF*IDF-Tool – egal von welchem Hersteller – ist auf vernünftige Ausgangsdaten angewiesen, um brauchbare Vorgaben zu liefern.

Unerfahrene SEOs wenden WDF*IDF-Tools an wie ein Lehrerehepaar, das mit ergoogeltem Halbwissen und einer Wasserwage die Handwerker in ihrem entstehenden Eigenheim in den Wahnsinn treibt, und vergessen dabei, dass jedes Werkzeug nur so gut ist wie der Handwerker, der es benutzt. So erhalten immer mal wieder Autoren abstruse Textaufträge von überforderten Auftraggebern, die glauben ein WDF*IDF-Analysetool ermöglicht per Knopfdruck den Durchmarsch auf die ersten Plätze in den SERPs.

Garbage in, Garbage out

Auch gute WDF*IDF-Tools können nicht zaubern und liefern bei entsprechend schlechten Inputdaten unbrauchbare Analysedaten, das gilt nicht nur für das CRR-Tool von content.de, sondern für alle am Markt verfügbaren Tools.

Vor der Auseinandersetzung mit den eigentlichen inhaltlichen Problemen, sollte man sich immer vor Augen führen, dass ein WDF*IDF-Tool bis zu den ersten Analyseberechnungen schon mit zahlreichen haarigen Hürden zu kämpfen hatte. Angefangen von unsauberem HTML-Code über schlampige Implementierungen von Zeichensätzen bis hin zu unübersichtlichen Seitentemplates mit überladenen Footer-, Navigations und Sidebar-elementen, die ein Herauslösen des eigentlichen Textes erschweren. Hier entstehen oft die ersten Verschmutzungen der Datenbasis, die die Grundlage für die Berechnung der beiden berühmten Kurven bildet.

Um einen Text WDF*IDF zu optimieren, wertet man bestehende, zu einem Keywort gut rankende Texte aus, und versucht, einen Text mit ähnlichen Eigenschaften zu erzeugen.

Dieser Ansatz basiert auf der Annahme, dass das für die Analyse zugrunde gelegte Suchergebnis aus guten Texten, die für das Keyword relevant sind, besteht. Oft ist das in vielen Fällen aber nicht gegeben, was gerne übersehen wird. Nach dem ersten Durchlauf eines WDF*IDF-Analysetools ist es daher zwingend notwendig, die zugrundeliegende Treffermenge genau unter die Lupe zu nehmen. Hier zeigt sich schnell, ob die angezeigte Kurve überhaupt relevant für das angedachte Vorhaben ist, und welche Werte und Terme des Analyseergebnisses ignoriert werden müssen. Wer sich hier blind auf die angezeigten Kurven verlässt, steht auf verlorenem Posten. In den folgenden Abschnitten wollen wir beispielhaft aufzeigen, welche Problemfälle eine WDF*IDF-Analyse entwerten können bzw. erhöhte Aufmerksamkeit erfordern:

Suchergebnisse ranken nicht wegen des Textes

Text ist nur einer von vielen Rankingfaktoren. Manche Seiten ranken aufgrund guter Backlinks oder der Reputation der Domain. Ein gutes Beispiel dafür ist der Bausparrechner auf n-tv.de. Auf dieser Seite ist keinerlei Text zum Thema Vergleich von Bausparverträgen zu finden. Textuell ist neben den Header-, Footer- und Navigationselementen nur ein rechtlicher Disclaimer auf der Seite zu finden. Trotzdem findet sich die Seite unter den Top 10 Suchergebnissen zum Keyword Bauspartarife. So spülen solche Seiten auch gerne mal Begriffe wie n-tv in die Termlisten. Termen von solchen Webseiten wird ein Einfluss auf das Ranking zugerechnet, der eben nicht in den Termen, sondern in anderen Faktoren begründet ist.

Suchergebnisse beinhalten keinen natürlichen Text

Zu den Top 10-Treffern der Keywordphrase BMW Jahreswagen gehören Ergebnisseiten der Gebrauchtwagenbörse von bmw.de und der großen Autoportale mobile.de sowie autoscout24.de. Auf allen Seiten werden 20-30 aktuelle Angebote samt Sonderausstattung vorgestellt. Begriffe wie Navi, Lederausstattung und der Markenname BMW verzerren hier stark das Bild, das man von einem Text über BMW Jahreswagen bekommen sollte.

Leserkommentare

Störend können sich auch Kommentarfunktionen auf Webseiten auswirken. Je nach Qualität der Seite und Besucher oder thematischer Ausrichtung sammeln sich unter dem eigentlichen Text Lobeshymnen, Beschimpfungen, oder zahlreiche Posts die mit dem Satz „Ich hab da auch mal ne Frage…“ beginnen.

Suchergebnisse variieren thematisch

Zu einigen Keywords gibt es auf den ersten SERPs der Suchmaschinen thematisch stark variierende Treffer. Sucht man nach NDA findet man nicht nur Seiten zu None-Disclosure-Agreements, sondern auch gut positionierte Seiten der Nuclear Decommissioning Authority, derNational Development Agency, der National Dart Associaten oder auch der National Dance Association.

Ein Analysetool hat auch kein Gefühl dafür, ob es die Suchergebnisse zu einem hart umkämpften Keyword wie z.B. private Krankenversicherung oder um ein von SEOs bisher kaum beachtetes Nischenkeyword wie Koi-Ablaichbürste handelt, für das es kaum Treffer gibt. So kann es sein, dass der Dokumentkorpus nur aus SEO optimierten Texten besteht, oder dass nur wenige, ganz natürlich entstandene Seiten sich tatsächlich mit dem Thema befassen. Ebenso wenig kann das Tool erkennen, ob alle betrachteten Texte überhaupt für das Thema relevant sind.

Bedeutung von Termen ist kontextabhängig

Je nach Thematik müssen bestimmte Terme hinterfragt und aussortiert werden. Der Klassiker ist hier der Term Impressum. Fast auf jeder Webseite ist dieser Term mindestens einmal zu finden, weil der Seitenbetreiber andernfalls abgemahnt werden kann. Grundsätzlich kann er daher auch ignoriert werden. Ausnahmen gibt es sicherlich in Texten über Abmahnfallen für Onlineshopbetreiber. Der Term suchen kann aus den Beschriftungen von Suchformularen in die Liste der bedeutenden Terme gerutscht sein. Beim Thema Immobilien kann er auch eine wichtige inhaltliche Bedeutung haben, schließlich suchen Besucher von Immobilienportalen Grundstücke, Wohnungen oder Häuser.

Wie soll man mit WDF*IDF Analysen umgehen?

Hirn einschalten ist gefragt, wenn man das Ergebnis einer WDF*IDF-Analyse vorliegen hat. Zuerst sollte ein Blick auf die der Analyse zugrunde gelegten Webseiten geworfen werden. Finden sich hier überwiegend gute und lange Texte zu der jeweiligen Suchanfrage, folgt ein Blick auf die in den Augen der Analyse wichtigen Terme. Die Kunst liegt in diesem Schritt darin, die wesentlichen Terme zu identifizieren und daraus einen Textauftrag zu generieren, der die nötige Luft für einen guten, fokussierten Text mit individuellem Fokus lässt. Wer mit einer WDF*IDF-Analyse nur einen Text zwischen zwei Kurven prügeln will, hat grundsätzliche Dinge nicht verstanden.

Wer Mehr zu diesem Thema erfahren möchte, sollte sich Ausgabe 24 der Zeitschrift Websiteboosting zulegen, die einen deutlich ausführlicheren Beitrag von content.de zu diesem Thema enthält.

One thought on “Warum man WDF*IDF-Tools nicht blind vertrauen sollte

  • 9. Mai 2014 at 04:13
    Permalink

    Tolle Arbeit. Vielen dank für ihre informationen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

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