Serie „Das eigene E-Book veröffentlichen“ – TEIL 3

Teil 3: Marketing

Group of Diverse People Discussing Digital Marketing

So einfach und günstig es heute ist, sein eigenes E-Book verlagsunabhängig zu veröffentlichen, so schwer ist es auch, in der Masse an publizierten Werken aufzufallen. Im dritten und letzten Teil der Serie „Das eigene E-Book veröffentlichen“ geht es deshalb noch einmal um konkrete Möglichkeiten, das E-Book zu vermarkten. Auch wenn die Serie in Teil eins bis drei aufgeteilt ist, kann das Marketing jedoch nicht als separater Schritt am Ende betrachtet werden – es steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Inhalt und der potentiellen Käuferschaft des Buches. Schon bei der Themenfindung (Teil 1) sollte bedacht werden, warum gerade dieses Buch einen Wert für Leser bietet und welche Aspekte bei der Veröffentlichung und dem Vertrieb (Teil 2) berücksichtigt werden müssen, um das Buch später erfolgreich zu vermarkten.

Fragen Sie sich darum zunächst, was Sie auf längere Sicht erreichen möchten und was Sie zum Autor macht: Sind Sie Experte auf einem bestimmten Gebiet und haben einen erstklassigen Ratgeber verfasst oder möchten Sie als Romanautor Fuß fassen? Zunächst einmal sind Sie der Mensch, der hinter diesem Buch steht, das macht Sie zu einer „Marke“. Gerade erstveröffentlichende Autoren müssen zunächst einmal auf sich selbst aufmerksam machen und potentielle Leser von ihrer Kompetenz als Verfasser überzeugen. Konkret können Sie durch folgende Schritte das Marketing Ihres E-Books gestalten:

1. Machen Sie auf sich aufmerksam und bringen Sie sich ins Gespräch:

Vernetzen Sie sich online und offline mit anderen Autoren, relevanten Personen und Instituten, passenden Seiten und Blogs. Über Gruppen in sozialen Netzwerken oder verschiedene Foren wie Autorenwelt.de, Montségur.de, Schreibwerkstatt.de oder dsfo.de können Sie sich als Autor registrieren und sich mit anderen Autoren austauschen. Legen Sie sich selbst ein Profil auf sozialen Netzwerken an und gewinnen Sie auf Twitter und Facebook Abonnenten und Follower. Hier sollten Sie natürlich nicht ständig Ihr Buch bewerben, sondern mit interessanten Beiträgen von sich als Person überzeugen – was wiederum Ihr Buch interessant macht.

Schreiben Sie Gastbeiträge für passende Redaktionen – Content Marketing ist eine Win-Win(-Win) Situation für die Redaktion, den Leser und Sie selbst. Sie liefern der Redaktion hochwertigen und relevanten Inhalt – dafür profitieren Sie von der Reichweite der Seite und werben indirekt für Ihr E-Book, indem Sie Leser von Ihrer Kompetenz auf einem bestimmten Gebiet überzeugen und sich als Experte einen Namen machen. Leser finden, wonach sie suchen und speichern Sie als Ansprechpartner/Repräsentant dafür ab. Finden

2. Sie Leser für Ihr E-Book und lassen Sie es rezensieren:

Nutzen Sie Verschenk- oder Rabattaktionen, (z.B. über Amazon Select Link Teil 2) um Anreize zu schaffen und möglichst viele Leser zu finden, die bestenfalls auch über Ihr Buch sprechen und es rezensieren.

Versuchen Sie auch außerhalb von Leserkäufen möglichst viele Rezensionen für Ihr Buch zu bekommen. Aber Finger weg von gekauften Rezensionen – dies fällt schnell auf und Sie zerstören mit einem Schlag die Glaubwürdigkeit an Ihrem Buch und Ihrer Person. Auch gutgemeinte Rezensionen von Freunden können eher kontraproduktiv sein – zu nette Bewertungen ohne inhaltliche Begründung wirken ebenso wie gekaufte Rezensionen schnell unecht. Verschicken Sie Leseproben und auf Wunsch Rezensionsexemplare an passende Presseinstitutionen, Blogbetreiber, Werbepartner und sonstige Personen, für die Ihr Buch relevant sein könnte. Bei größeren Seiten oder Magazinen ist es natürlich aufgrund hoher Nachfrage schwieriger Aufmerksamkeit zu bekommen – recherchieren Sie daher sehr gezielt nach potentiellen Interessenten für Ihr E-Book und setzen Sie eher auf „kleinere“ Ansprechpartner.

Auch in Ihrem Netzwerk gibt es sicher Interessenten und Leser, die Sie später um eine ehrliche Rezension zu Ihrem Buch bitten können. Auf der Plattform lovelybooks (http://www.lovelybooks.de/) beispielsweise, lesen und bewerten Nutzer gemeinsam Bücher. Hier können Sie Ihr E-Book zu einer sogenannten Leserunde anmelden und an interessierte Teilnehmer verschicken. Da Sie Ihr Buch vorher ausführlich beschreiben können, lässt sich so auch direkt die passende Zielgruppe erreichen.

3. Analysieren Sie die Verkaufsraten Ihres E-Books:

Verwenden Sie die Statistiken und Werkzeuge der Händler und gegebenenfalls Vertriebler. Auch wenn die Zahlen Ihnen nicht konkret sagen, wie Sie weiter vorgehen sollten, können Sie sich selbst Fragen stellen, vergleichen und experimentieren.
Wird Ihr Buch z.B. häufig angeklickt, jedoch nie gekauft, besteht vielleicht Interesse, doch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht. Eine andere Möglichkeit ist, dass Leser von Titel und Cover Ihres Buches etwas anderes erwarten, als in der Beschreibung steht. Wird ihr Buch gar nicht erst von Lesern registriert, könnten Sie zunächst die Metainformationen anpassen und es durch Rabattaktionen sowie die Platzierung in einem (zweiten) spezifischeren Genre im Ranking der Listen weiter nach oben bringen.
Auch die Erfolge von Marketingaktionen sowie die Wirksamkeit von Linkplatzierungen können Sie aus den Verkaufszahlen ableiten: Bei Amazon finden Sie ausführliche und täglich aktualisierte Verkaufsberichte zu bestellten Exemplaren Ihres E-Books, die noch einmal unterteilt werden in: 1. bezahlte Exemplare, 2.Exemplare, die über Kindle Unlimited und die Kindle-Leihbücherei gelesen werden und 3. kostenlose Exemplare. Im Affililiate Programm von Amazon schlagen Sie übrigens gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: zunächst bekommen Sie eine kleine Provision von Amazon, wenn Sie den Amazonlink zu Ihrem Buch auf anderen Websites platzieren und es darüber gekauft wird. Dazu bekommen Sie detaillierte Informationen über die Klick- und Kaufraten Ihres E-Books, mit der Sie analysieren können, wo Ihr Buch auf viel/wenig Interesse stößt. Schrecken Sie potentielle Leser jedoch auf keinen Fall durch Linkspam ab – setzen Sie Links nur dezent und wenn es passt.

4. Informieren Sie sich regelmäßig über Neuigkeiten auf dem Markt:

Wie zu Beginn bereits angemerkt, steht das Marketing nicht als separater Punkt in Ihrem Projekt das eigene E-Book zu veröffentlichen. Berücksichtigen Sie darum von vornherein Ihre Marketingstrategie um das Buch gezielt platzieren zu können und stellen Sie sich auf viel Arbeit ein. Häufig bringt das erste E-Book nicht viel Geld ein, einiges an Zeit muss für die direkte und indirekte Promotion aufgebracht werden. Das Wichtigste ist deshalb, dass Sie nicht den Verkauf Ihres Buches im Hinterkopf haben, sondern selbst vom Inhalt überzeugt sind und mit der Motivation, dieses Werk an den Leser zu bringen, an die Sache herangehen. Das Marketing erfordert sehr viel Aufwand, eine permanente Auseinandersetzung mit dem Markt und bei non-fiktionalen Büchern auch mit Ihrem Themengebiet. Halten Sie sich auch darum regelmäßig auf dem Laufenden, was Neuigkeiten rund um das Thema Self-Publishing betrifft. In der Self-Publisher-Bibel beispielsweise (http://www.selfpublisherbibel.de/) finden Sie hilfreiche Informationen und aktuelle Studien zum Thema Self Publishing. Auch ein Forum ist derzeit im Aufbau. Weitere aktuelle Informationen rund um das Thema Schreiben und Veröffentlichen können Sie regelmäßig über das Magazin „Federwelt“ (http://www.autorenwelt.de/magazin/aktuelles-heft), den monatlichen Newsletter „The Tempest“ (http://www.autorenforum.de/the-tempest) oder des Blogs Literaturcafé (https://www.literaturcafe.de/ ) abonnieren. Auf Autorenforum.de stehen Ihnen zudem Experten für gezielte Fragen zur Verfügung.

Am 25. April 2015 können Sie übrigens in Münster den zweiten sogenannten „Self-Publishing Day“( http://self-publishing-day.de/) besuchen: eine Veranstaltung, bei der interessierte Autoren an praktischen Workshops und Vorträgen rund um das Thema Self Publishing teilnehmen können.

Wir hoffen mit dieser Serie die grundlegendsten Fragen zum Thema Self-Publishing beantwortet zu haben und wünschen unseren Autoren viel Erfolg bei dem Projekt „Das eigene E-Book veröffentlichen“. Feedback, Kommentare oder sogar eigene Erfahrungen zum Thema E-Book sind immer willkommen!

One thought on “Serie „Das eigene E-Book veröffentlichen“ – TEIL 3

  • 1. November 2014 at 18:44
    Permalink

    Hallo,

    aus eigener Erfahrung kann ich angehenden Buchautoren die Teilnahme an Schreibwettbewerben empfehlen. Es gibt 5 Gründe, die dafür sprechen:

    1. Man bekommt ein Feedback von Experten.
    2. Wenn man gut ist, wird der eingereichte Text unter dem eigenen Namen
    veröffentlicht. So kann man sein Talent zeigen und seinen Bekanntheitsgrad
    erhöhen.
    3. Es entstehen erste Kontakte zu den Verlagen, die den Wettbewerb ausrichten.
    Hieraus kann eine weitere Zusammenarbeit resultieren.
    4. Der Gewinn eines Wettbewerbs ist ein Pluspunkt bei Initiativbewerbungen
    bei anderen Verlagen.
    5. Häufig gibt es bei Wettbewerben ein Preisgeld, Buchgutscheine oder Stipendien
    für ein professionelles Schreib-Coaching zu gewinnen.

    Viele Verlage, Zeitungen und Magazine veranstalten regelmäßig Schreibwettbewerbe zu vorgegebenen oder frei wählbaren Themen. Da ein Gedicht von mir als Ergebnis eines Wettbewerbs in der nächsten Ausgabe der Frankfurter Bibliothek erscheint, kann ich unter anderem den alljährlichen Gedicht-Wettbewerb der Brentano-Gesellschaft empfehlen. Eine Übersicht über weitere Wettbewerbe und Einsendefristen gibt es hier:

    http://schreib-lust.de/service/wettbewerbs_tipps.php http://www.leselupe.de/lw/termininator.php

    Natürlich sollte man nicht sein ganzes Pulver bei Wettbewerben verschießen und alle Ideen preisgeben. Aber sie sind ein guter Einstieg, aus dem mehr werden kann. Und: Da man als Autor ja sowieso kreativ ist, kommen einem auch laufend neue Ideen. 😉

    In diesem Sinne: Viel Freude und Erfolg, liebe Kollegen!

    Herzliche Grüße,
    Nadine Landwehr

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