Das Grauen im Netz

5 Gründe, warum ein Webtext nicht bis zum Ende gelesen wird

Businessman on monitor of computer on gray background

Im Internet kommt es besonders häufig vor, dass Texte nicht bis zu Ende gelesen werden. Ein kleines Horrorszenario zeigt, woran das liegt und mit welchen Texteigenschaften Leser vergrault werden.

 

„Ich habe mich gelangweilt!“ Kaum einen Satz trug Chef-Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit mehr Verachtung in der Stimme vor als dieses vernichtende Urteil, wenn er im ZDF im „Literarischen Quartett“ ein Buch verriss. Langeweile zu erzeugen ist der Kardinalfehler – nicht nur bei literarischen Texten.

Wer nicht beruflich Texte lesen muss, ist fein raus. Er oder sie kann die Lektüre in der Regel jederzeit abbrechen. Genau dies passiert im Internet besonders schnell.

Ist Langeweile der einzige Grund, weshalb Texte gerade im Netz oft nicht bis zum Ende gelesen werden? Was macht langweilige Texte eigentlich so langweilig? Wie kann man sonst noch Leser von seiner Seite fernhalten? Und warum ist es nicht langweilig, dieser Frage nachzugehen? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im vorliegenden Beitrag.

Wer Wichtiges mitzuteilen hat, beispielsweise im Bereich Marketing, muss sich für die Abbruchgründe interessieren. Doch nicht nur die Übermittlung der Informationen ist beim Online Marketing wesentlich. Je länger User sich auf einer Seite aufhalten, desto höher ist in der Folge auch das Ranking dieser Website in der Hierarchie der Suchergebnisse bei Google. Womit die vierte Frage schon mal beantwortet wäre.

Probleme können an allen Schnittstellen zwischen den Elementen des schriftlichen Kommunikationsvorgangs – zwischen Sender, Botschaft, Ausdrucksmittel, Kanal und Empfänger – entstehen. Wer einen Text in Auftrag gibt, könnte sich fragen: Was will ich warum wem mit welchen Mitteln über welchen Kanal sagen? Dies dem Texter im Briefing klar mitzuteilen, führt in der Regel zu Texten, die mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht schon am Anfang weggeklickt werden. Solche Vorkehrungen werden im Online-Marketing häufig getroffen, weil der Kanal Internet die Sabotage schon eingebaut hat.

Die unendlichen Weiten des World Wide Web: Eine unübersehbare Fülle von Informationen schafft hier, anders als bei Printmedien, in unmittelbarer Nähe jede Menge Konkurrenz zu meinem Text. Surfer überfliegen einen Text bestenfalls und springen zwischen Inhalten hin und her. Nur mit ausgefeilten Strategien gelingt es, ihre Aufmerksamkeit zu erhalten! Denn die Möglichkeiten der Ablenkung durch anderen Content sind immens. Wer seine Botschaft nicht schnell, kompakt und interessant an den Mann oder die Frau bringt oder längere Abhandlungen so fesselnd gestaltet, dass der Leser oder die Leserin (im Folgenden als der Leser bezeichnet) nicht so leicht davon loskommt, macht online keine Geschäfte. Um zu fesseln, muss das Thema nicht besonders wichtig sein: Pokémon Go ist zum Beispiel völlig unwichtig für den Fortbestand der Menschheit und fesselt trotzdem aktuell Millionen wie kaum etwas anderes. Das kann im Prinzip ein guter Text genauso. Eine ansprechende, bedienungsfreundliche Verpackung und eine spannende Geschichte können auch im Internet Aufmerksamkeit auf sich ziehen und halten. Ist nichts dergleichen gegeben, muss der Text schon extrem wichtig für die Adressaten sein, um trotzdem komplett gelesen zu werden. Wer den Verkehr auf seiner Internetseite beschränken möchte, kann also selbst zusätzlich einiges dazu beitragen.

Im Folgenden wird eine umfassende textuelle Abschreckungstaktik für solche Betreiber exklusiver Seiten vorgestellt – sozusagen die Kanalratte, das Rezept für den Webtext des Grauens.

Dieses Konstrukt ist in Inhalt, Struktur, Sprache und visueller Gestaltung zum Lesen ungeeignet. Die Lesebedingungen beim Empfänger liefern häufig den fünften Grund, warum Texte nicht bis zum Ende gelesen werden.

Der Webtext des Grauens

Auf Ihrer Website ist zu viel los? Möchten Sie sich dort ungestört austoben und nur einen handverlesenen Personenkreis ansprechen? Dann sorgen Sie für Abschreckung, damit nicht die Falschen ihr Unwesen auf der Seite treiben und womöglich Ihre Inhalte auf Facebook & Co. teilen!

Es gibt innerhalb der im Folgenden dargestellten vier textbezogenen Bereiche Inhalt, sprachliche Form, Struktur und grafische Gestaltung erstaunlich viele Möglichkeiten, sprachlichen Webcontent zu verderben. Kommen dann noch die passenden Rezeptionsbedingungen hinzu, bleiben die Leser ganz sicher weg! Bei jedem dieser fünf Aspekte wird insbesondere herausgearbeitet, in welchen Tricks das größte Langeweile-Potenzial steckt.

Sleepy worker young man working on computer

Hier also alle fünf Gründe für Abbrüche:

1. Worum geht’s hier eigentlich? Der verborgene Inhalt

Die Auswahl des Themas und die Art der Behandlung sind besonders wichtig. Dies macht Texte inhaltlich unattraktiv:

  • uninteressantes Thema
  • Thema nicht gleich deutlich
  • unnötiges leeres Geschwafel am Anfang
  • Füllwörter, Füllsätze, Wiederholungen
  • Austauschbarkeit, kein Mehrwert
  • abgedroschene Phrasen
  • trockene Abhandlung
  • neutrale Schreibhaltung
  • negative Konnotationen
  • offensichtlich falsche Aussagen

Es gibt Themen, mit denen man wirklich keinen Hund hinterm Ofen hervorlockt. Wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihr Text gelesen wird, dann schnappen Sie sich ein abgehobenes Orchideenthema (wie zum Beispiel Spezial-Golfschläger für Allergiker) und schreiben Sie darüber eine möglichst trockene, langatmige Abhandlung. Verraten Sie aber bloß am Anfang noch nicht, worum es geht! Lassen Sie das Thema auch nicht in die Überschrift einfließen. Sonst könnte der Leser zu früh zu viel mitbekommen und neugierig auf den Rest werden. Fahren Sie statt dessen eine Menge inhaltsleeres Geschwafel auf, das auf alles Mögliche anwendbar ist. Machen Sie so ein hübsches Ratespiel daraus, und schon wird dem Surfer die Lust zum Weiterlesen abhandenkommen. Oder lügen Sie, dass sich die Balken biegen! Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und liest nicht weiter, wenn es sich nicht um einen Autor vom Schlage eines Münchhausen handelt. Streuen Sie noch eine ordentliche Prise abgedroschene Phrasen und Füllstoff ein – das macht müde! Ein Schuss Negatives stört das Wohlbefinden und weckt das Bedürfnis, sich mit Erbaulicherem zu beschäftigen.

Dass der Inhalt am meisten Potenzial für die Abschreckungstaktik der Langweile bietet, liegt auf der Hand. Den zigtausendsten Text über Verspätungen im Bahnverkehr will keiner mehr lesen. Bei allzu ausgefallene Themen wiederum wird die Reaktion meist lauten: „Was soll ich denn damit?“ Wo kein Bezug zur Erfahrungswelt des Lesers hergestellt und auch das eigene Interesse an der Sache gekonnt verborgen wird, springt kein Funke über.

2. Wie war nochmal der Anfang des Satzes? Sprachlicher Wirrwarr

Zusätzlich kann man die sprachliche Form leserunfreundlich gestalten. Dies geschieht durch

  • unlebendiges Papierdeutsch
  • Nominalstil
  • unverständliche oder mehrdeutige Ausdrucksweise
  • einförmigen Satzbau
  • lange Sätze
  • Schachtelsätze
  • lange Wörter
  • viele sprachliche Fehler

Wenn man am Ende des Satzes noch weiß, wie er angefangen hat, liest sich der Text noch zu leicht. Konstruieren Sie Schachtelsätze! Idealerweise sind die User schon nach der Hälfte eines Satzes im Tiefschlaf. Lassen Sie nicht zu viel Verständliches übrig: Eine überschaubare Menge rätselhafter Inhalte könnte für gesteigerte Neugier sorgen! Bereits Friedrich Schlegel empfahl im Jahr 1800 Autoren eine gesunde Prise Unverständliches als eigentliche Grundlage der Kommunikation.[i] Somit reicht eine homöopathische Dosis nicht aus.

Alles Bildhafte, Anschauliche zu vermeiden ist schon mal ein guter Ansatz zum Vergraulen von Lesern. Metaphern oder Geschichten sind viel zu unterhaltsam.

Vorsicht ist bei direkter Leseransprache geboten: ein „Du“ oder „Sie“ ist unter Umständen geeignet, Surfer selbst noch für die ödesten Texte zu gewinnen! Vermeiden Sie diese auf Ihrer „Einsiedlerseite!

Drechseln Sie Sätze aus wenig bekannten Fachausdrücken, vermeiden Sie aber eine originelle Ausdrucksweise. Greifen Sie lieber auf abgedroschene Phrasen zurück wie „Sie wollten immer schon mal … ? Dann sind Sie bei XY genau richtig!“ Tausendmal gelesen, tausendmal gegähnt. Kürzere Sätze konstruieren Sie immer nach demselben öden Satzbauschema (am besten Subjekt – Prädikat – Objekt). Reichlich Rechtschreib-, Interpunktions- und Grammatikfehler lassen Sie trotz Fachsprache unbeholfen und inkompetent wirken.

3. Am Stück statt scheibchenweise: Strukturprobleme

Je weniger gegliedert ein Textblock ist, desto weniger übersichtlich und lesefreundlich wirkt er. Ein solches Schriftstück des Grauens zeichnet sich aus durch drei Aspekte mit sehr hohem Langeweile-Potenzial:

  • Überlänge (gemessen am Durchschnittsbildschirm)
  • fehlende oder zu grobe Gliederung
  • fehlende Zwischenüberschriften

Ein Internet-User wünscht sich bewusst oder unbewusst „mundgerechte“ Häppchen mit Inhaltsangabe in Form einer kleinen aussagekräftigen Überschrift. Tun Sie ihm nicht den Gefallen! Wer lange Texte nicht so fein untergliedert, dass ein Absatz auf einen kleinen Bildschirm passt, hat den verwöhnten Internet-Gourmet schon fast verprellt. Ganz sicher geht man mit einem langen Text in einem Stück, engzeilig geschrieben, ohne zwischengeschaltete Absätze oder Abbildungen. Nur etwas für Masochisten!

Desperate employee

4. Es nimmt kein Ende … oder ein ganz schnelles: Grafische Gestaltung

Um zu verhindern, dass der Leser trotz all dieser Schrecknisse noch immer Leseversuche unternimmt, hat der Texter noch die Möglichkeit, unverzeihliche gestalterische Sünden zu begehen:

  • chaotisches Schriftbild
  • kleiner Schriftgrad
  • verschnörkelte Schrift
  • geringer Zeilenabstand
  • Zeilen länger als ca. 80 Zeichen
  • keine Bilder oder anderen Grafiken
  • geringe Farbkontraste
  • nicht druckfreundlich
  • keine mobile version

Potenzielle Leser lassen sich nicht nur durch riesige Textblöcke, sondern auch durch endlos lange Zeilen abschrecken (bei Zeilen mit über 80 Zeichen muss man den Kopf wenden oder horizontal scrollen). Hier müssen sie aktiv werden oder verirren sich im gleichförmigen Buchstabenmeer, wenn auflockernde Abbildungen fehlen. Dies ist auch der gestaltungstechnische Punkt mit dem höchsten Gähnfaktor. Ähnliche Effekte ergeben sich häufig am Handy, wenn keine mobile version oder zumindest eine brauchbare Druckversion existiert. (Der vorliegende Beitrag kann übrigens ausgedruckt werden!)

Aber auch das totale Gegenteil von Gleichförmigkeit ist sehr anstrengend zu lesen. Im Zweifelsfall kombiniert man alle Formen der Hervorhebung von Wörtern (kursiv, fett, unterstrichen, IN VERSALIEN, farbig oder sogar blinkend) oder wechselt die Schriftart ohne zwingenden Grund, um allzu hartnäckige Leser zu verwirren und zu nerven.

Sollte auch dies noch nicht zum Erfolg führen, so bleibt nur noch der optische Super-GAU. Niemand möchte sich mit einem unleserlichen Schriftstück befassen – schon gar nicht online, wo das Lesen ohnehin vergleichsweise anstrengend ist.

Frau versteht Smartphone nicht und kratzt sich am Hinterkopf

Spätestens wenn eine Schrift schnörkelig, sehr klein und eng gesetzt auf grellem oder farblich nur gering kontrastierendem Hintergrund daherkommt, ist der Leser schon so gut wie weg, bevor er auch nur ein Wort entziffern kann. Wer unbedingt vermeiden möchte, dass sein Text gelesen wird, kann dies bereits mit einer dieser letztgenannten Eigenschaften schaffen. Im Verein sind sie aber die Höchststrafe. Dann braucht man sich über die anderen Texteigenschaften auch keine Gedanken mehr zu machen.

Die betreffenden Effekte greifen umso stärker, je kleiner das Display des Empfängers ist. Diese Methoden eignen sich also besonders gut für Internet-Texte.

5. Der flatterhafte Leser

Zu diesen vier typischen Bereichen gesellt sich als weiterer Grund für Abbrüche alles, was mit der textunabhängigen Lesesituation zu tun hat. Für Abbrüche kann zum Beispiel Folgendes ausschlaggebend sein:

  • Zeitmangel
  • Ablenkung
  • Desinteresse
  • geringe Frustrationstoleranz
  • Wahrnehmungsbeeinträchtigungen
  • mangelnde kommunikative Kompetenz
  • mangelnde Medienkompetenz
  • Endgerät mit kleinem Bildschirm
  • äußere Einflüsse

Möglicherweise hat der Leser zu vorgerückter Stunde zu tief ins Glas geschaut und sieht alles unscharf oder braucht mal wieder eine neue Brille. Durch mangelnde Übung im Umgang mit dem Gerät kann er bei längeren Texten schon automatisch am Anfang hängenbleiben und abbrechen, wodurch der Text unter Umständen in den Ergebnislisten der Suchmaschinen noch weiter nach unten rutscht und kaum noch gefunden wird.

Businessman using mobile smart phone with magnifying glass . Phone fraud concept

Nicht zuletzt können auch äußere Einflüsse eine Rolle spielen – zu viel Sonne macht den Text unsichtbar oder ein leerer Akku beendet das Surfen abrupt. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Was aber bei allen Lesern vorkommen kann, ist Ablenkung. Diese kann mit einer Langeweile-Taktik gut unterstützt werden.

All dies unter der Voraussetzung, dass der User den Horrortext überhaupt findet. Denn Google kann inzwischen in gewissem Grade gute von schlechten Texten unterscheiden und verweist besonders miese Exemplare auf einen Platz weit unten in der Ergebnisliste – zu welcher Suchanfrage auch immer.

Auf die Gegebenheiten beim Leser kann der Auftraggeber keinen Einfluss nehmen. Er sollte sich jedoch Gedanken über die Zielgruppe machen und über die Eignung des Textes für diesen Personenkreis. Es empfiehlt sich für Webseiten exklusiver Clubs, komplett an der Lebenswelt der meisten anderen Leser vorbeizuschreiben, damit diese gar nicht erst nach dem Thema suchen oder auf anderen Wegen auf Ihre Seite stoßen.

Wie – Sie lesen diesen Beitrag immer noch? Dann könnte es mir trotz der zwangsläufig negativen Inhalte gelungen sein, eine ausreichende Anzahl der Horrortext-Regeln nicht zu befolgen. Wir gehören durchaus zu denen, die sich über viele Besucher freuen! Ach, Sie auch? Dann wissen Sie ja jetzt, was Sie auf Ihrer Seite nicht gebrauchen können.

 

[i] Friedrich Schlegel: „Über die Unverständlichkeit“. Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Erste Abteilung: Kritische Neuausgabe, Band 2, München, Paderborn, Wien, Zürich 1967, S. 370. Auch Web: zeno.org

 

4 thoughts on “Das Grauen im Netz

  • 10. September 2016 at 12:34
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    Danke und Kompliment, Frau Lohmann,

    für mich sind Ihre Gedanken Kurt Tucholskys Ratschläge für einen schlechten Redner – übertragen ins Internet-Zeitalter. Einigermaßen beruhigend für mich ist, dass ich die meisten Ihrer Vorschläge in meinem Texten nicht verwende. Ein Satz aus Tucholskys Ratschlägen für einen guten Redner gilt im Internet-Zeitalter und gerade für SEO-Texte übrigens immer noch – wenn er am Ende Otto Brahm zitiert: „Wat jestrichen is, kann nich durchfalln“.

    Teilweiser Widerspruch kommt von mir für Ihren Hinweis auf den Text von Friedrich Schlegel. Den habe ich – genauso wie Ihren Beitrag – in der Tat ganz zu Ende gelesen! Wenn Sei diesen Artikel tatsächlich nur als Negativbeispiel hinstellen, tun Sie ihm unrecht. Natürlich ist der Beitrag viel zu lang, graphisch unzumutbar gestaltet und für unser heutiges Rezeptionsverhalten viel zu sperrig und zäh formuliert. Aber damals war es – zumindest in den Kreisen, die lesen konnten – durchaus üblich, so ausführlich zu formulieren. Jeder Text ist nur in seiner historisch-geistigen Einbettung verständlich. Wir dürfen die antiken Naturphilosophen nicht an dem Erkenntnishorizont der Aufklärungsphilosophie messen: Immerhin liegen zwischen diesen beiden Epochen cirka 2500 Jahre und mehr. In diesen zweieinhalb Jahrtausenden haben die Menschen durchaus das eine oder andere dazugelernt – okay: manche jedenfalls.

    Schlegels Beitrag ist durchaus selbstironisch, er „verkauft“ uns Kritik an den Schein-Intellektuellen, die mehr esoterischen Nebel als substanziellen Erkenntnisgewinn anbieten. Wir können seinen Hinweis auf die Goldmacher auch als Kritik an den heutigen Global Playern verstehen: Sie erzählen uns, alles würde besser, wenn es nur immer mehr Geld in der Welt gäbe. Von einer anderen Verteilungsgerechtigkeit, die unsere Welt besser macht, reden sie nicht. Ebensowenig, wie die Goldmacher davon sprechen, dass dieses Material seinen Wert verliert, wenn es im Überfluss existiert. Denn genau das passiert ja, wenn es künstlich herstellbar ist.

    Und, Frau Lohnmann, ich bin belohnt worden dafür, dass ich Schlegels Text ganz zu Ende las: mit dem Gedicht am Schluss. Mit dem Satz „Mögen sie geläufig schwatzen, Was sie dennoch nie begreifen“ können wir heute noch Teile des Wissenschaftsbetriebs beschreiben. Das politische Alltagsgeschehen kritisiert dieser Gedanke sogar erschreckend oft. So besitzt eine fast 250 Jahre alte Publikation immer noch Aufklärungspotenzial für die Gegenwart

    Danke an Frau Lohmann und Gruß an die content-community von
    Peter Umlauf

  • 10. September 2016 at 13:27
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    „Wie – Sie lesen diesen Beitrag immer noch?“ – Ja, denn ich habe ihn gescannt – einfach etwas lang! Aber Turbo-Recherche ist bei mir inzwischen Berufskrankheit. Gar nicht so leicht, sich an seine eigenen Regeln zu halten (nehme mich dabei nicht aus). Immerhin: Tolles Thema, das viele Abgründe des Grauens streift! Danke dafür :-)!

  • 13. September 2016 at 09:14
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    Sorry … aber es sollte möglichst viel berücksichtigt werden. Aber der Beitrag ist natürlich auch zum Scannen geeignet.

  • 13. September 2016 at 09:21
    Permalink

    Vielen Dank für diesen interessanten Kommentar und den Vergleich mit Tucholsky. (Zu viel der Ehre!) Allerdings hatte ich Schlegels Text nicht als Negativbeispiel gemeint. Es ging mir nur um seine Bemerkung, dass eine gewisse Portion Unverständliches die Kommunikation anstößt bzw. befeuert. Womit er ja durchaus Recht hat. Da habe ich mich evtl. etwas missverständlich ausgedrückt, bitte um Nachsicht 🙂

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