Eine gelungene Slideshow erstellen: Weniger ist mehr

Slideshows haben einen beeindruckenden Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung erlebt. Längst verflogen ist das Bild langweiliger Dia-Abende. Über die sozialen Netzwerke werden beispielsweise täglich Millionen von Slideshow-Bilderserien als „Stories“ geteilt. Doch zu oft mangelt es an Qualität. Dabei ist das Erstellen einer gelungenen Slideshow nicht sonderlich schwierig, allerdings gilt: Weniger ist mehr!

Die Basics: Was sind Slideshows?

Eine Slideshow ist eine digitale Bilderstrecke. In Abgrenzung zu Filmen handelt es sich nicht um bewegte Aufnahmen, sondern um statische Motive. Einige Programme zur Erstellung von Slideshows enthalten allerdings die Möglichkeit, ein Video einzubinden. Das gängigste Beispiel hierfür ist Microsoft Powerpoint. Eine solche Bilderstrecke können Sie zudem mit einer Audio-Spur unterlegen. Dies bedeutet, die Bilder können mit Sprache und/ oder Musik versehen werden. Mancherorts wird dies sogar als zwingende Bedingung dafür genannt, dass es sich überhaupt um eine Slideshow handelt. Andere setzen ein „Audio“ davor, um deutlich zu machen, dass eine Tonspur vorhanden ist.

Wie unterscheidet sich eine Slideshow von einer Diashow? 

Viele Nutzer und Software-Anbieter nutzen die Begriffe synonym, wie z. B. Apple (https://support.apple.com/de-de/guide/photos/phtae8c6d40/mac). Komplett korrekt ist dies jedoch eigentlich nicht: Eine Diashow ist eine bloße Abfolge von Bildern mit oder ohne Musik. Slideshows können zusätzlich mit „Informationen“ veredelt werden. Den Bildern werden dabei Texte oder Grafiken beigegeben. Typisch für Slideshows ist auch das „Spielen“ mit Effekten beim Wechsel zwischen den Aufnahmen. Auf diese Weise wollen die Ersteller den Eindruck einer stimmigen Gesamtkomposition erzeugen. Bei einer Diashow sind wechselnde Effekte hingegen unpassend. 

Was ist eine HTML Slideshow?

Als HTML Slideshows werden solche Präsentationen bezeichnet, die online abgerufen werden können, beispielsweise bei „JAlbum“. Mittlerweile ist der Begriff allerdings etwas angestaubt. Die bereits erwähnten „Stories“ haben ihnen weitgehend den Rang abgelaufen. Gelegentlich wird auch nur ein „Online“ als Beschreibung hinzugefügt. Die Kennzeichnung „HTML 5“ ist allerdings im Businessbereich noch häufiger zu finden. 

Wie und wo werden Slideshows eingesetzt? 

Slideshows haben einen klaren Präsentationscharakter. Sie ermöglichen es, komplexe Zusammenhänge durch ihren multimedialen Charakter möglichst verständlich zu erläutern. Dadurch werden sie ausgesprochen vielseitig: Beispielsweise zeigt eine Slideshow Geschichten oder emotionale Themen besonders gut. So lässt sich ihr Siegeszug in den Social Media erklären. Ihre weiteren Einsatzgebiete sind allerdings breit: Der Online-Journalismus vertraut beispielsweise zunehmend auf entsprechende Bilderstrecken. Die „FAZ“ etwa vertraut seit Jahren auf Slideshows, um ihre Artikel zu flankieren, wie dieses Beispiel zeigt (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/umwelt/containerer-in-den-muelleimern-des-kapitalismus-1708517.html). 

Auch in der Wissenschaft haben die Bilderstrecken Karriere gemacht (Vorschlag Bild: https://stock.adobe.com/de/images/lecture/26555502). In Seminaren und Vorlesungen an Hochschulen werden sie regelmäßig genutzt. Die Universitäten nutzen sie aber zunehmend, um Inhalte nach außen zu vermitteln, wie im folgenden Beispiel (http://www.klinikum.uni-muenchen.de/WCMS-Spickzettel/de/slideshow-bilder-mit-text/index.html).

Auch im Content-Marketing werden die Bilderstrecken immer beliebter. Plattformen wie Slideshare haben sich auf solche Shows spezialisiert. Facebook hat für Werbekunden sogar einen eigenen Ratgeber zur Erstellung der Bilderstrecken zusammengestellt und preist sie als „hochwertige individuelle Werbeanzeige ohne die Kosten oder den Aufwand einer Videoproduktion“ (https://de-de.facebook.com/business/help/347114248961706). Viele Content-Management-Systeme ermöglichen die automatisierte Einbindung von Slidern – dabei handelt es sich um Container, die mit Aufnahmen für eine Bilderstrecke gefüllt werden können.

Was sind SAS Slideshows?

Selbstverständlich setzen Websites entsprechende Bilderstrecken in der Wirtschaft nicht nur zu Werbezwecken ein. Dann allerdings vertrauen die Verantwortlichen zumeist auf SAS Slideshows. SAS („Statistical Analysis System“) ist eine Software zur Datenanalyse, die vom US-amerikanischen SAS Institute stammt. Geschäftliche Daten lassen sich mit diesem Programm besonders gut auswerten und grafisch darstellen. Mithilfe der „SAS Language“ als Programmiersprache der Software ist es möglich, Graphen dynamisch in die Bilderstrecken zu integrieren. Dies bedeutet, dass die Graphen in Echtzeit Daten aus der Software entnehmen können und sich entsprechend anpassen.

Wie erstellen Sie eine gute Slideshow? Die 7 wichtigsten Punkte

  1. Pro Aspekt nur eine Aufnahme: Langeweile ist die größte Gefahr für den Erfolg von Slideshows. Der häufigste Fehler: Pro Aspekt erscheinen zu viele Bilder – grundsätzlich sollten Sie sich auf eine Aufnahme beschränken. Hierfür gilt nur die Ausnahme, dass Sie mit einem weiteren Bild beispielsweise Ihren Vortrag verdeutlichen können.
  2. Nur eine geringe Zahl von Bildern insgesamt nutzen: Zu lange Bilderstrecken sorgen dafür, dass die Zuhörer abschalten. Facebook empfiehlt beispielsweise seinen Werbekunden, sich auf 3 bis 10 Bilder zu beschränken. 
  3. Multimedialen Charakter nutzen: Die Musik wird beispielsweise häufig als Pflichtübung begriffen. Ihr Potenzial bleibt ungenutzt. Die Stücke sollten wirklich passend zu den Bildern gewählt werden.
  4. „Show, don’t tell“: Diese goldene Regel aus dem Schreiben von Geschichten gilt auch für Slideshows – die Bilder müssen stets eine größere Aussagekraft als begleitende Texte oder Kommentare haben. Sie stehen im Mittelpunkt.
  5. Fotos sollten bearbeitet sein: Die Fotos, die in der Bilderstrecke zum Einsatz kommen, bereiten Sie am besten mit Photoshop oder einem ähnlichen Programm vor. Dies betrifft Anpassungen wie Farbkorrekturen, den Hell-Dunkel-Abgleich oder Schnitte. Die Bilder erwecken idealerweise den Eindruck, dass der Ersteller sie speziell für die Show angefertigt hat. Dies betrifft insbesondere auch die Größe und das Format der Aufnahmen. Die Bilder sollten in diesen Fragen stets gleich erscheinen.
  6. „Kapitel“ verleihen Struktur: Praktisch jede Software zur Erstellung von Bilderstrecken bietet eine Funktion, die beispielsweise „Kapitel“ heißt. Die Präsentation kann so in kleinere Abschnitte unterteilt werden. Sie gewinnt dadurch an Struktur und wird übersichtlicher.
  7. Die richtige Betrachtungszeit pro Motiv finden: Dies ist die vielleicht schwierigste Aufgabe. Wie lange darf ein Bild auf dem Schirm bleiben? Als unterste Grenze gelten 5 Sekunden und schon dies empfinden viele Personen als zu hektisch. Einige Bilder sollten zudem länger als andere zu sehen sein. Hier gilt es, die richtige Feinabstimmung zu finden.

Vermeiden Sie bei der Erstellung von Slideshows diese drei Fehler:

  1. Inhalte passen nicht zusammen: Texte drehen sich beispielsweise um andere Themen als die Motive.
  2. Details werden versteckt: Wenn es bei bestimmten Bildern nur um kleine Details geht, ist es sinnvoll, in die Aufnahme hineinzuzoomen oder diese beispielsweise über einen Pfeil kenntlich zu machen.
  3. Effekte lenken von den Inhalten ab: Software zu Erstellung von Bilderstrecken bietet zahllose Möglichkeiten für Effekte. Leicht fühlt man sich verführt, diese zu nutzen, um die Bilderstrecke spektakulärer zu gestalten. Allerdings können die Effekte so von den Inhalten ablenken.

Eine Slideshow unter Windows am PC erstellen

Für Windows existieren viele kostenlose Programme, mit denen sich hochwertige Bilderstrecken erstellen lassen. Geeignete Programme sind beispielsweise:

Slideshow Creater

Erstellen Sie eine finale Slideshow in den Zielformaten AVI, WMV, FLV, MP4 und MKV. 35 Übergänge und die Möglichkeit, für jede Sequenz eine eigene Zeitspanne zu definieren, eröffnen Raum für Kreativität.

Screenshot: Quelle – Chip.de

DVD Slideshow GUI

Diese Software existiert in verschiedenen Sprachen.  100 Effekte, 35 Hintergründe sowie die Möglichkeit, eigene Effekte zu kreieren, runden das Freeware-Programm ab. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des Herstellers.

Screenshot: Quelle – Chip.de

Ashampoo Photo Commander

Das Programm von Ashampoo liest fast alle gängigen Formate. RAW, PSDs von Photoshop und auch WebP stellen für den Photo Commander kein Problem dar. Vorgefertigte Presets helfen zudem dabei, verwendeten Bildern einen coolen Look zu verpassen.

Screenshot: Quelle – Chip.de

Es gibt aber auch die Foto App von Windows 10 sowie den Windows Movie Maker, sodass sich auch mit Bord-Mitteln eine Slideshow erstellen lässt. Alle Programme sind auf Deutsch verfügbar.

Eine Slideshow unter MacOS erstellen

#71975742 – Digital Dictionary Blog Follow Like Concepts © Rawpixel – Fotolia

Apple selbst bietet in der Foto-App die Möglichkeit an, eine „Diashow“ zu erstellen. Hierfür gilt im Programm der Pfad „Ablage“ – „Erstellen“ – „Diashow“. Die entsprechenden Bilderstrecken können Sie auch mit Musik oder sonstigen Tonspuren unterlegen. Allerdings müssen die Dateien dafür in der Musik-App von Apple vorhanden sein. Wer dies nicht möchte, muss zu einem anderen Programm greifen, z. B.:

Keynote von Apple

In der Vergangenheit noch kostenlos bei einem Mac dabei, mittlerweile kostenpflichtig im App-Store zu erwerben: Keynote von Apple, ein mächtiges Tool mit einer Vielzahl an liebevoll animierten Übergängen. Apples Präsentations-Programm bietet alle wesentlichen Werkzeuge, um eine emotional ansprechende Slideshow zu entwickeln. Diverse Exportformate eröffnen die Freiheit, u. a. die eigene Slideshow direkt aus dem Programm heraus bei YouTube zu veröffentlichen.

4K Slideshow Maker für Mac OS

Der Name ist Programm. Ihre Slideshows in 4K-Auflösung, damit jedes Detail zur Geltung kommt. Die Umsetzung ist dabei denkbar einfach: Quelldateien per Drag & Drop einfügen, Musik auswählen und Dauer der Übergänge definieren. Fertig!

Screenshot: Quelle – Chip.de

Libre Office Impress

Das Programm der gemeinnützigen Stiftung „The Document Foundation“ bietet, angefangen bei 2D-Effekten bis hin zu 3D-Effekten, einen umfangreichen Werkzeugkasten, mit dem Sie individuelle Präsentationen für fast jeden Anwendungsbereich zaubern können.

 Screenshot: Quelle – libreoffice.org

Prezi

Das Programm Prezi, welches einer Online-Verbindung bedarf, lässt sich in unterschiedlicher Komplexität nutzen. In der Basis-Variante ist eine kostenfreie Nutzung möglich. Diverse Vorlagen erleichtern Ihnen den Einstieg in eine eigene Präsentation. Die Detailtiefe der einzelnen Lizenzen entnehmen Sie direkt der Anbieter-Seite.

Screenshot: Quelle – Prezi.com

Kleiner Tipp: Viele der genannten Programme bieten auch Apps für iOS und Android. So lassen sich auch auf dem Smartphone und dem Tablet entsprechende Bilderstrecken erstellen.

Fazit: Slideshows als zusammenhängendes Ganzes begreifen 

Bilderstrecken stehen und fallen damit, dass sie passend aufeinander abgestimmt sind. Die Motive müssen in einem erkennbaren inneren Zusammenhang stehen. Jedes Bild steht zudem im Mittelpunkt. Texte, Musik oder gesprochene Kommentare flankieren. Zudem müssen Sie die Zahl der Bilder begrenzt halten, ansonsten leidet die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Es geht nicht darum, möglichst viel zu zeigen, sondern das Richtige.

Texter: zeroshope

Checkliste:
Slideshow erstellen – so geht es!

Infografik Slideshow

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